eine Blumenwiese für Insekten (Foto: Pixabay/rikkerst)

Wildblumen säen für Insekten

  23.03.2022 | 16:14 Uhr

Kaum bahnen sich die bunten Blumen ihren Weg ins Freie, da rattern die Rasenmäher. Schlecht für Biene, Hummel & Co. Um ihnen Futter anzubieten, legt man am besten eine Wildblumenwiese an. Wie das geht, erklärt SR 1-Redakteurin und Gartenexpertin Birgit Brenner.

Eine Wildblumenwiese ist etwas Schönes und vor allem nützlich. Ab April sollen die Samen für so eine Prachtwiese ausgesät werden. Dabei sind Blühmischungen aus dem Bau-oder Gartenmarkt am besten dafür geeignet, wie eine Studie aus England herausgefunden hat.


Die Studie

Ein Biologen-Team der Universität in Brighton hat vor zwei Jahren Bürger über soziale Medien zu einem Experiment aufgerufen. Ein Teil hat speziell dafür zusammengestellte Samenmischungen gesät, ein anderer Teil ganz normale Wildblumen-Mischungen, die man mittlerweile ja auch beim Discounter kaufen kann. Das Ergebnis: Die Wildblumen-Mischungen ziehen die meisten Insekten an und sorgen auch für die größte Artenvielfalt im Garten.

Dabei reicht schon eine Fläche im Garten von nur vier Quadratmeter für ein echtes Biotop: In den Insektenfallen in den Mini-Gärten haben die englischen Forscher mehr als 34 000 Arten gezählt.

Diese kleinen Oasen steigern also die biologische Vielfalt gigantisch: Alleine im ersten Jahr locken sie schon über 100% mehr Hummeln, 20% mehr Bienen und 120% mehr Wespen an als normale Vergleichsgärten.

Wildblumen säen für Insekten
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Wildblumen säen für Insekten
SR1-Redakteurin und Gartenexpertin Birgit Brenner kennt sich mit Wildblumenwiesen aus


Worauf muss man da achten?

Man kann eine Mischung, die in Abstimmung mit Imkern zusammengestellt worden ist, nehmen, aber eine ganz einfache Mischung ist auch gut. Meistens sind in den Mischungen Kornblumen, Margeriten, Mohn, Wiesenklee und wilde Möhre drin.

Wenn der Boden lehmig ist, sollte der Samen vorher in einer Schüssel mit Sand vermischt werden - das lockert die Erde auf. Unbedingt sollte man vorher noch harken.

Ganz wichtig: Die Samen einfach auf den Rasen streuen funktioniert nicht, die Grasnarbe muss abgetragen werden. Nach dem Säen muss man auch alles festtreten, sonst fliegen die Samen bei Wind weg. Auch zu beachten ist, dass in den ersten vier bis sechs Wochen gewässert wird. Es versteht sich von selbst, dass in längeren Trockenperioden im Sommer die Wildbienen-Wiese Wasser braucht.


Auch Thema am 23.03.2022 in der Sendung "SR1 - Deine Eins!"

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