Das Rathaus in Sulzbach (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Wenn die Nachbarn keine Ruhe geben

Markus Person   18.03.2021 | 16:37 Uhr

Eigentlich ist nichts ungewöhnlich am Sulzbacher Trenkelbachviertel direkt neben der Halde Maybach: Kleine enge Straßen, gesäumt von Ein- oder Zweifamilienhäusern. Doch das Viertel ist in Aufruhr.

Was ist passiert? Vor einigen Jahren sind zwei Familien ins Viertel zugezogen, und seitdem schaukelt sich die Situation hoch. Die Anwohner beklagen sich über laute und rüde Ausdrücke und eine ständige aggressive Stimmung. Und nur bei Worten bleibt es offensichtlich nicht. So wurde auch das Auto eines Anwohners schon mehrfach beschädigt.

Miteinander reden ist - zumindest aus Sicht der neuen Nachbarn - offenbar keine Option. Stattdessen werden Anschuldigungen ausgesprochen oder mit Anzeige gedroht.

Nachdem nun zuletzt die beiden Kinder einer Anwohnerin vom Nachwuchs der neuen Nachbarn attackiert worden sind, hat der Streit eine neue Eskalationsstufe erreicht. In einem offenen Brief warnt die Mutter, das ganze Viertel könnte kippen.

Wenn die Nachbarn keine Ruhe geben
Audio
Wenn die Nachbarn keine Ruhe geben
SR 1-Reporter Markus Person mit der ganzen Geschichte

Im Sulzbacher Rathaus ist die Situation bekannt. Bürgermeister Michael Adam war selbst schon vor Ort, hatte das Gespräch mit beiden Parteien gesucht. Die Anwohner sagen, nach diesem Gespräch sei es besser geworden. Aber eben nicht für lange. Vom Dialog scheint nicht viel übrig geblieben zu sein.

"Das ist immer so ein permanentes Vorwurfs-Bedrohungsszenario, und ich verstehe gar nicht, warum. Wir wollen einfach nur hier Wohnen!", klagt ein Anwohner über die Situation. "Da wird sich auch von den Jugendlichen mit großen Drohgebärden dann hier aufgebaut, direkt bei uns vor der Straße. Und das fühlt sich einfach schlecht an", berichtet ein anderer.

Nun scheint es fast täglich um die Frage zu gehen, was passiert als Nächstes und wer zeigt wen wegen was an? Im Rathaus versucht man unterdessen, einen neuen Termin mit allen Beteiligten zu finden. Der letzte war den Corona-Auflagen zum Opfer gefallen. Man müsse nun dringend "für Kommunikation sorgen", so Bürgermeister Adam. "Ich glaube, dass ist die Ebene, auf der man sich nachbarschaftlich auch begegnen muss. " Er will daher alle Seiten noch mal zusammenzubringen, um wieder miteinander ins Gespräch zu kommen.

Trotz aller Bemühungen scheint es aber alles andere als sicher, dass am Verhandlungstisch eine Einigung zwischen den Beteiligten erzielt werden kann.


Auch Thema auf SR 1 am 18.03.2021 in der Sendung 'Hallo Saarland'.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja