Verständigung beim Kickern und Karten spielen

Kickern, Darts oder Uno spielen – und nebenher wichtige Hilfe für den Alltag geben. Im Jugendzentrum (Juz) in Walpershofen in der Gemeinde Riegelsberg treffen sich regelmäßig Jugendliche aus dem Ort mit dort untergebrachten jungen Flüchtlingen. Es sind Begegnungen, bei denen Freundschaften wachsen und Pläne gedeihen.

Der Dienstagabend ist verplant. Das "Internationale Treff" im Walpershofener Juz hat einen festen Platz in Omars Kalender. Um kurz nach acht trudelt er ein, gemeinsam mit Bruder Alaa und zwei, drei anderen jungen Männern. Wer kommt, begrüßt die anderen mit Handschlag. Man kennt sich, tauscht sich aus.

"Ich komme regelmäßig hierher", erzählt Omar und lehnt sich in die weichen Polster der Juz-Couch. Der 22-jährige Syrer lebt seit gut 14 Monaten in Deutschland, davon zehn Monate in Walpershofen. Und seit einigen Monaten besuchen er und Alaa das Juz.

"Ich habe einen Jungen auf der Straße getroffen und er hat mich über das Treffen informiert. Dann bin ich gekommen", erinnert sich Omar. – "Ich war am Anfang ein bisschen scheu", erzählt Alaa. "Ich wusste nicht, was ich reden sollte."

Mittlerweile ist die Scheu verflogen. Und zu reden gibt es beim "Internationalen Treff" eigentlich immer etwas. Deutsche und Flüchtlinge lernen sich kennen, tauschen sich aus. Junge Leute unter sich: Es geht um Fußball oder alltägliche Geschicke und Missgeschicke – einer hat sein Handy verloren. "Oh, nein! Mist!" In anderen Momenten finden sie ganz ohne Worte zueinander: "Wenn man es spielerisch macht, ihnen einen Kicker hinstellt, klappt das wie von alleine", beschreibt Juz-Mitarbeiterin Nadine Fleckinger.

Idee mit Eigendynamik

Im Rahmen eines größeren Projekts zur Demokratisierung im ländlichen Raum hatten die Walpershofener Juz-ler vor einigen Monaten ihr "Internationales Treff" initiiert. "Im Projekt-Konzept stand schon, dass sich Jugendclubs für Vielfalt und Heterogenität öffnen", sagt Sozialarbeiter Tobias Drumm. "Dann hatte sich die Situation mit den Flüchtlingen so verstärkt, dass sich hier eine Eigendynamik entwickelte."

Besonders wertvoll bei den Treffen ist die niederschwellige Hilfe. Arztbesuche, Übersetzungshilfe für die Behördenpost, Hiweise für den Abschluss von Handyverträgen: "Da hat man, wenn man schon einen deutschen Freundeskreis hat, viel bessere Ansprechpartner", sagt Drumm.

Viele Jugendzentren, viele Ideen

Die Walpershofener waren die Pioniere in Sachen "Internationales Treff". Mittlerweile haben andere Einrichtungen aus dem Verband Juz United, unter dem die 130 saarländischen Jugendzentren in Selbstverwaltung zusammengefasst sind, nachgezogen. "Tholey, Kirkel-Limbach, Großrosseln. An anderen Orten gab es punktuelle Treffen", zählt der Geschäftsführer des Verbands, Theo Koch, auf.

Andere Jugendzentren setzten eigene Ideen um: Das Blieskasteler Juz sammelte Kleider, in Illingen gab es ein Solidaritätskonzert. "Flüchtlingshilfe ist ein virulentes Thema. Da entsteht noch viel", sagt Koch.

Auch bei Omar und Alaa in Walpershofen geht noch viel. Omar arbeitet an seinem Deutsch, um sein BWL-Studium, das er in Syrien begonnen hatte, hier weiterzuführen. Alaa besucht die Fachoberschule, absolviert ein Praktikum bei der Gemeinde und hilft dort bei den Arabisch-Übersetzungen. Nebenher wollen beide demnächst eine Jugendleiter-Ausbildung machen – um sich selbst stärker für junge Leute zu engagieren.

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