Wir im Saarland - Kultur (20.02.2019)

Wir im Saarland - Kultur

 

In dieser Woche berichten wir über die Zerstörung des Superman-Mythos und eine Wiederbegegnung mit Schauspielstar Martin Leutgeb. Außerdem starten wir eine neue Reihe über saarländische Cafés.

Sendung: Mittwoch 20.02.2019 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Donald Trump, Superman und die Banalität der Wirklichkeit

Superman und andere Marvel-Helden: Identifikationsfiguren für Amerikaner und ihre Präsidenten, die sich gerne als wahre und gute Weltpolizei sehen. Die "Soldier Songs" räumen mit diesem Mythos auf. Ob Comic-Helden oder Ego-Shooter-Spiele auf dem Computer: Viele wären gerne so, wie die aufrechten Helden, die nichts umhaut und die stark und entschieden die Welt retten. Eine Faszination, mit der sich der gut verführen lässt. Kann man dies nicht in der Army ausleben? Donald Trump wie andere amerikanische Präsidenten vor ihm fördert genau das. Aber was passiert mit jungen Menschen, wenn sie mit den wirklichen Kriegseinsätzen konfrontiert werden? 2015 bestand die USA 239 Jahre - und befand sich davon rund 222 Jahre im Krieg. Aber was erleben die Menschen im Krieg - und was danach Wie leben die Veteranen? Der amerikanische Komponist David T.Little hat Menschen aus seiner Familie, die im Krieg waren, zum Reden gebracht - und aus diesen Protokollen einen Liederzyklus geschrieben. Für Regisseur Jochen Strauch ist dieser aber weit mehr, als ein Stück über die Traumata von Kriegsveteranen. In einem beeindruckenden Multimediatheater hinterfragt er die Mär vom starken Helden, vom Säbelrasseln amerikanischer Präsidenten und schafft ein intelligentes, bildstarkes Musiktheater, das Krieg und Aggression grundsätzlich in Frage stellt.


Neue Serie: Café & Co - Kaffeehäuser an der Saar

Seit Generationen sind sie Treffpunkte für Literaten, Philosophen und Menschen, die einfach mal bei einer guten Tasse Kaffee miteinander reden wollen. Saarländische Kaffeehäuser erzählen Kulturgeschichte.

Allein in Saarbrücken gab es vor rund 50 Jahren mehr als 15 Cafés mit etwa 3000 Sitzplätzen. Allein zwischen Bahnhof und St. Johanner Markt lagen 12 Kaffeehäuser. Nach Düsseldorf galt Saarbrücken als "Kaffeehausfreundlichste Stadt Deutschlands". Die Cafés erzählen viel von der Gesellschaft, und die Veränderung der Kaffeekultur sagt viel aus über eine Zeit und die Zeitgenossen. 1711 wurde in Leipzig das erste deutsche Kaffeehaus eröffnet, es hieß "Zum arabischen Coffee Baum". Nachdem sich zunächst Fürsten und Könige damit brüsteten Kaffee und Kakao zu genießen, fanden bald auch reiche Bürger Geschmack daran. Kaffee wurde zum Mode-Getränk. Es waren Künstler, Schriftsteller und Theaterleute, die im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts als illustres Publikum die Kaffeehäuser in den großen Städten wie z. B. Wien bevölkerten. In ihrer Serie stellt Maria C. Schmitt einige der traditionsreichen Kaffeehäuser an der Saar vor. Im ersten Teil besucht sie das Café am Schlossweiher Jägersburg.


Publikumsliebling Martin Leutgeb ist wieder da

Er liebt das Saarland und die Saarländer lieben ihn: Martin Leutgeb spielte sich bis 2005 am Staatstheater in die Herzen des Publikums. Zum zweiten Mal inszeniert er nun Mundarttheater in der Kettenfabrik St. Arnual.

Theater
Die Kettenfabrik als Mundart-Bühne
Am Karsamstag 2019 wird die Kettenfabrik im Saarbrücker Stadtteil St. Arnual Schauplatz einer ganz besonderen Premiere: "Erde" heißt das kritische Volkstheaterstück in saarländischer Mundart. Treibende Kraft hinter dem Projekt ist der Regisseur und Schauspieler Martin Leutgeb.

"Ich hab her gern gespielt. Ich hab auch wunderbare Rollen spielen dürfen", sagt Martin Leutgeb, "und - ja, ich hab einen guten Kontakt eigentlich zum Publikum gehabt und auch nach wie vor." Deswegen kommt der mittlerweile in Wien lebende und gefragte Film- und Fernsehschauspieler immer wieder gerne ins Saarland zurück. Nach seiner Zeit am Staatstheater hat er in Neunkirchen das Muscialprojekt aufgebaut und vor vier Jahren in St. Arnual ein Mundarttheater mit Laienschauspielern auf die Bühne gebracht. Nun gibt es ein weiteres Stück - die ins Saarländische übertragende Tragikomödie "Erde" von Karl Schönherr.


Kinderinfluencer Ryan (Foto: SR)

Das Ende der Kindheit wie wir sie kannten

Kinder sind Stars in den Sozialen Medien. Aber vor allem sind sie Arbeiter in diesen Medien. Kinder werben für Nagellack, sie testen Spielzeug und Klamotten oder sie stellen ganz einfach ihr Leben aus. Genauer gesagt, ihr Leben wird ausgestellt – von den Eltern. Ihre Eltern filmen sie dabei und posten die Clips auf Youtube und Instagram. Wir im Saarland - Kultur über Kinderarbeit in den neuen Medien und die Vermarktung der Kinder in einer völlig neuen Dimension.


  • Musik 02.03.2019 Messenger – Stummsche Reithalle Neunkirchen; Beginn: 20.00 Uhr  

  • Kino 22.02.2019 Reiss aus – Zwei Menschen. Zwei Jahre. Ein Traum – Filmhaus Saarbrücken

  • Ausstellung bis 10.03.2019 Herbert List – Ludwig Galerie Saarlouis

  • Ausstellung bis 03.03.2019 Artmix – Stadtgalerie Saarbrücken


Moderation: Christine Alt

Christine Alt (Foto: Pasquale D'Angiolillo/SR)

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