Wir im Saarland - Kultur (11.12.2019)

Wir im Saarland - Kultur

 

In dieser Ausgabe von Wir im Saarland - Kultur sehen Sie Balletttänzerinnen vor glühendem Stahl und andere Selbstinszenierungen der Stahlindustrie. Außerdem geht es um ein Musical über Nazis im besetzten Paris und eine skurril-trashige Filmproduktion.

Sendung: Mittwoch 11.11.2019 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Filmset Saarland: Transvestiten und Schwule in den 70ern

Das „Milieu“ lebte gefährlich: Sexuelle Handlungen zwischen Männern waren bis 1994 gesetzlich verboten. Wolfgang Reeb erinnert sich noch gut daran, in den 70er Jahren bestand sein Freundes- und Bekanntenkreis zu einem Großteil aus Schwulen und Transvestiten. In seinem Film „Zeit der Monster“ setzt er sich bewusst ironisch mit dieser biederen Zeit auseinander.

Es geht um einen handfesten Konflikt zweier Transvestiten: Justine de Bré, gespielt von der bekannten Berliner Drag Queen Nina Queer, und Armanda von Hohenstüt, gespielt von Wolfgang Reeb selbst. Regina Schwald hat die größtenteils im Saarland stattfindenden Dreharbeiten besucht.


Kunst für alle – das Kutscherhaus Neunkirchen

„Jeder ist willkommen, jeder ist ein Künstler“, sagt die Schauspielerin Edda Petri, die als „Integrationsmanagerin“ seit einem Jahr das Kutscherhaus Neunkirchen leitet. Ziel ihrer Arbeit ist es, mit Kulturprojekten das Leben in der Stadt lebenswerter zu machen.  Die ist in Teilen geprägt von vielen Sozialhilfeempfängern, Arbeitslosen und Migranten. „Eine schwierige Bevölkerungssituation, und beim Utopolis-Projekt geht es darum, diesen Menschen ein kulturelles Angebot zu machen“, sagt der ehemalige Oberbürgermeister und Vorstand im Verein „Kutscherhaus“ Jürgen Fried.

Neben Projekten wie „Utopolis“ veranstaltet das Kutscherhaus Vorträge, bietet Kulturschaffenden mietfrei Arbeitsräume und organisiert Workshops. Das spektakulärste Projekt war die Besprühung ausgewählter Häuserwände mit Graffitis. Sven Rech hat das „Kutscherhaus“ besucht.


In Saarbrücken gefeiert - ein Musical über Nazis in Paris

Die Macher von "Les Misérables" und "Miss Saigon" haben zusammen mit dem berühmten französischen Komponisten Michel Legrand in ihrem Musical "Marguerite" ziemlich starken Tobak geschaffen. Es wird gefoltert, gemordet und geliebt. Menschen kämpfen im Krieg ums Überleben.

Aber ist ein solcher Stoff geeignet für ein Musical, das doch eher für beschwingte Unterhaltung und sentimentale Gefühle steht? Gibt es nicht so etwas wie Respekt vor den echten Opfern der Nazis? Die Macher des Stücks mussten einen echten Spagat machen zwischen den anrührend schönen Melodien und der harten realitätsnahen Geschichte.


Hochglanzbilder von der Hütte

Werner Schackmann war einer der prägenden Fotografen der Zeit, einer, der wusste, wie man die harte Welt der Stahlindustrie schön und beeindruckend ablichtete. In 13 Kapiteln erzählt der Fotoband die Geschichte der Saarländischen Stahlproduktion aus der Perspektive der Werbefotografie. Es sind bildstarke Motive, die viel aussagen darüber, wie sich Arbed und Röchling selbst gesehen haben. Im Studio spricht  Christine Alt mit Paul Burgard vom Saarländischen Landesarchiv, der mit Ludwig Linsmayer das Buch „Eisenzeit in SaarLorLux“ realisiert hat.


Kulturtipps

Ausstellung: bis zum 8. März 2020: "Man Ray – zurück in Europa" , Saarlandmuseum – Moderne Galerie, Saarbrücken

Weihnachten: Viktorianischer Weihnachtsmarkt am 14. & 15.12.19, Kulturgießerei Saarburg

Skulpturenprojekt: "Second Life. 100 Arbeiter", noch bis zum 31.12.19 im Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Musik: Ro Gebhardt am 14.12.19 um 20.00 Uhr in der Stummschen Reithalle Neunkirchen

Theater: „Plus Ultra“, die neue Show von "Die Redner", ab dem 12.12.19 in der Alten Feuerwache Saarbrücken


Moderation: Christine Alt

Christine Alt (Foto: Pasquale D'Angiolillo/SR)

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