Na, gut geschlafen? (Foto: Pixabay/JayMantri)

Die wichtigsten Stunden des Tages

  17.03.2017 | 00:00 Uhr

Ein erholsamer Schlaf ist wichtig für uns, um ausgeglichen, gesund und leistungsfähig zu sein. Doch wie viel Schlaf braucht man? Und was kann man selbst für eine gute Nachtruhe tun? Zum Weltschlaftag haben wir bei einem Experten nachgefragt.

Wie viel Schlaf braucht der Mensch?

Einschlaftipps
Audio [SR 1, 17.03.2017, Länge: 03:01 Min.]
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Entscheidend ist die Zeit, nach der wir uns ausgeruht und leistungsfähig fühlen, sagt Uwe Fremder, Leitender Arzt des Schlaflabors der Klinik in Hofheim. Untersuchungen haben ergeben, dass wir in der Regel etwa sechs bis sieben Stunden schlafen. Das ist aber keine Norm.

Manch einer kommt auch schon mit fünf Stunden aus, andere brauchen dagegen acht oder mehr Stunden. Im Sommer schlafen wir etwas weniger als im Winter; das liegt an der Helligkeit, so Fremder.

Was ist wichtig für einen guten Schlaf?

Ausschlaggebend sind zum einen die Schlafqualität und zum anderen die Umgebung, Wir brauchen also ein gutes Bett und einen gut durchlüfteten Raum, der nicht zu warm ist; am besten schläft es sich bei 18°C Raumtemperatur.

Entspannt einschlafen

Umfrage: Was brauchen Saarländer zum Einschlafen?
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Zum Weltschlaftag hat sich SR1-Reporterin Simin Sadeghi nach den bevorzugten "Schlafmitteln" erkundigt

Damit wir gut schlafen können, muss der Körper zur Ruhe kommen. Alles Aufregende sollte daher mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen abgeschlossen sein, rät Fremder. Sport vor dem Schlafengehen ist daher keine gute Idee. Denn beim Sport werden Endorphine ausgeschüttet und der Körper braucht Zeit, um diese Glückshormone wieder abzubauen. Mindestens zwei Stunden vor der Nachtruhe sollte daher mit dem Sport Schluss sein. Ein wenig Bewegung in Maßen kann hingegen durchaus helfen, Verspannungen der Muskulatur abzubauen.

Auch Fernseher haben im Schlafzimmer nichts verloren. Entspannender ist es, den Tag mit Musik oder einem guten Buch ausklingen zu lassen, rät Framder. Am besten mit einer gebundenen Ausgabe. Wer statt dessen zum E-Book greift, sollte zumindest die Night-Shift-Funktion aktivieren, damit das Gerät nicht so hell ist. Denn Licht,insbesondere auch der relative hohe Anteil des blauen Lichtes, hält uns wach. Das gleiche gilt auch für Tablet und Handy.

Besser auf Medikamente verzichten

Jeder hat mal Phasen, in denen er schlecht einschlafen oder nicht durchschlafen kann. Das ist normal. Meist sind Stresssituationen, Probleme am Arbeitsplatz oder im Privatleben der Grund dafür. Dann sollte man dennoch nicht zu Schlaftabletten oder ähnlichem greifen, rät Fremder. Besser ist es, zu überlegen, wie man die problematische Situation verbessern und damit die Ursache der Schlafprobleme beseitigen kann. Wenn es aber gar nicht anders geht, dann sollte man zumindest zu pflanzlichen Produkten greifen, am besten zu Kombipräparaten mit Baldrian, Hopfen, Melisse und Lavendel. Oder sich Rat beim Hausarzt holen.


tagesschau.de
Deutschland schläft schlecht
Die Zahlen sind alarmierend: Seit 2010 haben Schlafstörungen bei 35- bis 65-Jährigen in Deutschland um 60 Prozent zugenommen. Vier von fünf Berufstätigen schlafen schlecht - so das Ergebnis einer Studie der DAK. Die Gründe: Termin- und Leistungsdruck im Beruf, ständige Erreichbarkeit. Experten sind beunruhigt, denn nur wenige Betroffene gehen zum Arzt.

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