Skifahrer auf der Piste (Foto: pixabay/miaalthoff)

Sicher auf die Skipiste

  07.02.2018 | 09:29 Uhr

Die Faschingsferien nutzen viele Wintersportfans gerne, um in den Bergen die Abfahrten hinunterzubrettern. Eine gute Vorbereitung auf den Skiurlaub ist dabei das A und O. Dazu gehört nicht nur Fitness, sondern auch die richtige Ausrüstung. Was bei einem Lawinenabgang lebensrettend sein kann, das erfahrt Ihr hier.

Die richtige Piste auswählen

Zur Sicherheit beim Skifahren trägt vor allem bei, das eigene Können richtig einzuschätzen, rechtzeitig reagieren zu können und andere somit nicht in Gefahr zu bringen. Dazu gehören neben dem Einschätzen der eigenen Fitness auch regelmäßige Pausen. Bei der Einschätzung kann die international gültige Beschilderung helfen:

Grüne Piste: Sehr leicht, flache Hangneigung unter 25 %, Übungspiste für Anfänger
Blaue Piste: Leichte Pisten, Hangneigung bis 25 %, für Fortgeschrittene
Rote Piste: Mittelschwere Pisten, Hangneigung bis 40 %, für Fortgeschrittene
Schwarze Piste: Schwere Pisten, Hangneigung über 40 %, für Könner

Saarland Skiopening 2017 in Serfaus-Fiss-Ladis (Foto: SR 1)

Außerdem sollte sich jeder Wintersportler auf der Piste an gewisse Verhaltensweisen (FIS-Regeln) halten, genau so wie auch im normalen Verkehr. Darunter fällt zum Beispiel, Rücksicht auf andere zu nehmen und die Kontrolle der Geschwindigkeit.

Kommt es dennoch zu Unfällen, ist der Rettungsdienst per SOS-Notruf-Nummer 112 (international) zu alarmieren. In Österreich wählt man 140, in der Schweiz 1414, in Italien/Südtirol 118 oder sucht die örtliche Seilbahnstation auf.

Weitere Informationen: www.snowtrex.de

Lawinen - die lauernde Gefahr

Wer beim Skifahren auf den offiziellen Pisten bleibt, ist sicher und kann bedenkenlos seinen Wintersport genießen. Denn diese Pisten sind nur geöffnet, wenn keine Lawinengefahr besteht.

Wer lieber abseits dieser Pisten unterwegs sein will, sollte sich für Ski-Routen entscheiden, die zwar nicht präpariert, aber doch gesichert sind.

Sicher auf der Skipiste
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Sicher auf der Skipiste

Wen es noch weiter hinaus in den Tiefschnee zieht, der sollte sich zuvor gut über die aktuelle Lage informieren. Vor allem beim Skifahren abseits der Pisten sollten die Lawinenwarnstufen unbedingt beachtet werden. Die reichen von geringer Gefahr (Stufe 1) über mäßige, erhebliche, große bis zu sehr großer Gefahr (Stufe 5) . Vielerorts wird über die aktuelle Lawinenwarnstufe informiert, so auf Info- und Panorama-Tafeln, bei den Gäste-Informationen, aber auch bei der Pistenrettung vor Ort oder bei den Skischulen, die ja viel Erfahrung haben, kann man kompetente Auskunft bekommen.

Doch trotz aller Informationen bleibt es für Skifahrer auch wichtig, wachsam zu sein, denn die Natur ist unberechenbar. So sollte man etwaige Gefahrenquellen wie Treibschneeansammlungen und Überhänge unbedingt im Auge behalten. Denn die Sicherheit sollte immer Vorrang haben!

Was tun?

Wenn man dennoch von einer Lawine mitgerissen wird, ist es, um schnell gefunden zu werden, wichtig, möglichst in deren oberem Bereich zu bleiben. Deshalb am besten im Schnee aktive Schwimmbewegungen machen. Und wenn die Lawine zum Stillstand kommt, sollte man versuchen, vor dem Gesicht einen Hohlraum zu schaffen, um in dieser Lufthöhle eine gewisse Zeit überleben zu können. Denn: Wird ein Lawinenopfer unterm Schnee begraben, drängt die Zeit. In den ersten 15 Minuten liegt die Überlebenswahrscheinlichkeit bei 90 Prozent.

Die richtige Ausrüstung kann Leben retten

Abseits der Pisten ist jeder selbst verantwortlich, auch für die richtige Ausrüstung. Grundsätzlich ist ein Schutzhelm natürlich eines der wichtigsten Utensilien. In den meisten Ländern gilt zwar keine Schutzhelmpflicht, doch durch das Tragen eines Helms können die meisten Kopfverletzungen vermieden werden.

Die Ausrüstung kann auch, wenn man in eine Lawine gerät, über Leben und Tod entscheiden. Gerade in Gebieten, in denen man mit erhöhter Lawinengefahr rechnen muss, sollte man daher alles Nötige dabei haben. So sollte sich jeder Skifahrer mit einem Sicherheitspaket ausrüsten. Darin sollten folgende Gegenstände sein:

  • Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS)
  • Lawinensonde (zur Lokalisierung)
  • Lawinenschaufel
  • Handy
  • Erste-Hilfe-Set
  • Jacken mit Recco-System (Suchsignale)

Außerdem gibt es mittlerweile moderne Sicherheitsutensilien wie zum Beispiel Lawinenairbags oder GPS-Uhren, die einem Verschütteten im Notfall das Leben retten können.

Lawinenverschüttetensuchgerät

Wird ein Skifahrer komplett von den Schneemassen bedeckt, so kann seine Lage mit Hilfe eines LVS-Gerätes, also eines „Lawinen-Verschütteten-Suchgerätes“ genau lokalisiert werden. Es sendet und empfängt Signale. Mit Hilfe des Signalaustauschs führt der Piepser anhand von Tonfolgen zu der Stelle, wo der Verschüttete unter dem Schnee begraben liegt.

Ganz wichtig: Immer die Batterien des Piepsers überprüfen, bevor es zum Skifahren geht. Und: Das Mitführen der Lawinensuchgeräte hilft allerdings nicht, wenn man die Geräte nicht selbst bedienen kann. Das lernt man in Praxiskursen, wie sie vom Deutschen Skiverband, dem Alpenverein, Bergführern, Skischulen oder Skivereinen angeboten werden.

Lawinensonde

Zur Feinortung des Opfers ist eine Lawinensonde wichtig. Das ist ein Teleskopstab, mit dem man am Punkt, den das LVS-Gerät ermittelt hat, nach einem genauen Muster den Schnee durchsucht.

Lawinenschaufel

Die Lawinenschaufel dient dazu, Lawinenopfer aus dem Schnee zu graben. Die Schaufel muss robust sein (z.B. aus Aluminium) und gut in der Hand liegen (Teleskopstiel mit rutschfestem T- oder D-Griff).

Der Lawinenrucksack

Der Lawinenrucksack erhöht die Chance, an der Oberfläche einer Lawine zu bleiben. Das Volumen des Skifahrers oder Snowboarders wird mit dem Airbag signifikant erhöht, damit sinkt zugleich die Gefahr, in der Lawine immer weiter nach unten zu geraten. Dies ist enorm wichtig, denn unter den Schneemassen muss man innerhalb kürzester Zeit gerettet werden, da sonst der Erstickungstod droht.

Airbag-Lawinenrucksäcke, die eine Ganzkörperverschüttung verhindern, sind derzeit in Europa von den Herstellern ABS, Mammut, Scott, Back Country Access (BCA) und (bald) von Black Diamond erhältlich.

Ausführliche Informationen: lawinenrucksack-vergleich.com

Kleidung mit Recco-System

In vielen Jacken und Hosen ist ein 'Recco' drin. Ein besonderer Reflektor, durch den dass Rettungsteam Verschüttete unter einer Lawine orten kann. Beim Rettungseinsatz sendet der Detektor ein direktionales Suchsignal aus, das von den RECCO®-Reflektoren am Skifahrer, Snowboarder oder Bergsportler reflektiert wird. 

Ausführliche Informationen: recco.com

Ski-GPS-Uhr zum Skifahren

Mit einer GPS Uhr hat man mehr Kontrolle über die täglichen Aktivitäten. So kann man zum Beispiel mit einer Ski GPS Uhr feststellen, wie viele Kilometer man hinter sich gebracht hat, wie viel Höhenmeter man geschafft hat und mit welcher Geschwindigkeit man unterwegs war. Mit GPS-Datenloggern und GPS-Handgeräten kann die Datenauswertung erst nachträglich erfolgen.

Die Höhenmessung per GPS-Signal ist leider nicht sehr genau, daher verfügen einige Ski GPS-Uhren über einen zusätzlichen barometrischen Höhenmesser, der eine metergenaue Höhenmessung ermöglicht. Gerade beim Ski- und Snowboardfahren in den Bergen ist eine genaue Höhenmessung jedoch wichtig.

GPS-Datenlogger und GPS-Tracker beim Skifahren

GPS-Datenlogger sind ehr klein und einfach zu bedienen. Diese Geräte können in der Art eines Schlüsselanhängers an der Skikleidung oder am Skirucksack befestigt werden. Nachdem man den GPS-Datenlogger aktiviert hat zeichnet er die Daten beim Skifahren oder Snowboarden kontinuierlich auf und trackt die Position. Die Auswertung der Daten kann dann am Computer erfolgen. Vorteilhaft ist der oft geringere Preis gegenüber Ski-GPS-Uhren sowie die einfachere Bedienung.

Ski-GPS-App auf dem Smartphone

Inzwischen verfügt nahezu jedes Smartphone über einen integrierten GPS-Empfänger, unzählige, teilweise genau auf Skigebiete zugeschnittene Apps bieten ausreichend Funktionen, um den Verlauf der gefahrenen Strecke, die Geschwindigkeiten und ein grobes Höhenprofil genau zu ermitteln. Die ermittelten Skidaten können unmittelbar auf dem Handy ausgewertet oder verschiedenste Onlineportale wie z.B. Google Earth übertragen und analysiert werden.

Ausführliche Informationen: gps-uhr-vergleichstest.de

Unterwegs mit Kindern

Mit Kindern sicher auf der Skipiste
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Mit Kindern sicher auf der Skipiste

Generell sollten Kinder wie auch erwachsene Skifahrer eine passgenaue und sichere Ausrüstung tragen. Dazu gehört in erster Linie ein Helm mit Kinnbügel und Rückenprotektoren. Nicht vergessen, Kinder lernen am besten durch Nachahmen: Eltern sollten daher ebenfalls einen Helm tragen. Die Kinderbekleidung sollte farblich gut im Schnee sichtbar sein. In der Skischule lernen Kinder das Fahren am besten, spielerisch und in speziellen Skikursen auf einem geeigneten Übungshang.

Saarland Skiopening 2017 in Serfaus-Fiss-Ladis (Foto: SR 1)


Auch Thema auf SR 1 am 07.02.2018 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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