Leere Neubauwohnung (Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa-Bildfunk)

Über 12.000 Wohnungen gehören Saar-Kommunen

Niklas Resch / Caroline Uhl   02.10.2020 | 06:30 Uhr

Im Saarland befinden sich über 12.000 Wohnungen im Besitz von Kommunen oder deren Wohnungsgesellschaften. Das ist das Ergebnis einer SR-Umfrage unter den Städten und Gemeinden im Rahmen der Bürgerrecherche „Wem gehört das Saarland?“. Doch das ist nur ein kleiner Anteil aller Mietwohnungen im Land.

Der größte Vermieter im Land ist die Saarbrücker gemeinnützige Siedlungsgesellschaft, wie aus der SR-Umfrage hervorgeht. 47 der 52 saarländischen Kommunen haben daran teilgenommen. Auf Platz zwei unter den kommunalen Wohnungsanbietern rangiert die Siedlungsgesellschaft aus Neunkirchen, gefolgt von der aus Saarlouis.

Neben den kommunalen Vermietern gibt es noch eine Reihe weiterer großer Wohnungsanbieter: etwa die landeseigene Woge, die Stiftung für Wohnungsbau der Bergarbeiter oder das Studentenwerk.

Die zehn größten Vermieter im Saarland

Günstige Miete, wenig Leerstand

Viele der großen Wohnungsgesellschaften sind Teil des Verbands der Wohnungswirtschaft (VdW). Der Verband betont, dass die Durchschnittsmieten seiner Mitglieder vergleichsweise niedrig ausfielen: Die durchschnittliche Nettokaltmiete liege bei 5,30 Euro/Quadratmeter. Besonders günstig sind die Mieten demnach bei der Siedlungsgesellschaft Neunkirchen, mit durchschnittlich 3,80 Euro/Quadratmeter. Das führt dazu, dass die VdW-Wohnungen gefragt sind: Der Verband berichtet von einer Leerstandsquote von maximal zwei Prozent, bedingt durch fortlaufende Sanierungen.

Gibt es bislang unbekannte große Akteure?

Bei insgesamt etwa 23.000 Mietwohnungen im Saarland ist der Eigentümer öffentlich bekannt - letztlich ist das allerdings nur ein Anteil von rund 15 Prozent aller Mietwohnungen im Land. Davon gibt es laut Statistischem Landesamt derzeit rund 150.000. Wem die verbleibenden 85 Prozent Mietwohnungen gehören, ist nicht zentral erfasst. Denn anders als etwa in Österreich oder Großbritannien gibt es in Deutschland kein zentrales Immobilienregister. Gut möglich, dass es also noch weitere „Big Player“ am Wohnungsmarkt gibt, von denen bisher aber noch niemand weiß.

Deswegen rufen wir die Saarländerinnen und Saarländer dazu auf, uns Informationen zu ihrer Wohnsituation mitzuteilen, zum Beispiel zu Ihrem Vermieter. Hier können Sie mitmachen: www.sr.de/wemgehört.

Bürgerrecherche bereits in anderen Städten erfolgreich

Bei dem Projekt kooperiert der Saarländische Rundfunk mit dem gemeinnützigen Recherchezentrum Correctiv, dass 2018 die Bürgerrecherche "Wem gehört die Stadt?" ins Leben gerufen hatte. Das Projekt wurde bisher in neun Städten, darunter Hamburg, Berlin, München, Minden und Lüneburg, mit lokalen Kooperationspartnern durchgeführt. Mehrere tausend Bürger haben sich bereits deutschlandweit beteiligt. So kam in Hamburg ans Licht, dass ausgerechnet die städtische Wohnungsbaugesellschaft einer der Preistreiber ist; in Berlin, dass eine in Deutschland nahezu unbekannte Londoner Familie mit rund 3000 Wohnungen zu den Großeigentümern in der Stadt gehört. Das hatte sie mit Hilfe eines Geflechts von Briefkastenfirmen verschleiert. In Bayern konnte unter anderem ein Anlagebetrug mit Immobilien aufgedeckt werden.


Mitmachen bei der Bürgerrecherche: Wem gehört das Saarland?

Haben Sie Probleme rund um das Thema Wohnen? Dann machen Sie mit bei der Bürgerrecherche von SR und dem gemeinnützigen Recherchezentrum Correctiv. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir für mehr Transparenz auf dem saarländischen Wohnungsmarkt sorgen. Mieter und Eigentümer können auf sr.de/wemgehört über ihre Erfahrungen berichten.


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