Eine Pflegehausbewohnerin und eine Pflegehelferin gehen den Flur entlang. (Foto: dpa)

Reform der Pflegeausbildung

Steffani Balle / Onlinefassung: Markus Person   22.06.2017 | 12:11 Uhr

Die Ausbildung in der Pflege wird reformiert. Das hat der Bundestag am Donnerstag gegen die Stimmen von Grünen und Linken mit großer Mehrheit beschlossen. Im Saarland ist die Reform unterschiedlich aufgenommen worden.

Zwei Jahre gemeinsame Ausbildung, dann die Möglichkeit, sich in Alten- oder Kinderpflege zu spezialisieren – das sieht die am Donnerstag in Berlin beschlossene Reform der Ausbildung in der Pflege vor. Die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) begrüßt die künftig geltende Wahlfreiheit der Auszubildenden in den Pflegeberufen. Der Kompromiss, zwei Jahre gemeinsam auszubilden und anschließend Spezialisierungsmöglichkeiten zu wählen, erhöht nach ihrer Ansicht die Attraktivität dieser Berufe.

Kritik vom Landespflegerat

Die  Vorsitzende des Landespflegerats, Ursula Hubertus, bemängelt dagegen, dass die Umsetzung des neuen Gesetzes zu lange auf sich warten ließe. So seien erst im Jahr 2023 die ersten Generalisten in der Pflege fertig ausgebildet. Der Mangel an Fachkräften sei aber schon jetzt eklatant.

Auch die Arbeitskammer sieht den Kompromiss kritisch. So werde der spezialisierte Abschluss im Bereich der Alten- und Kinderpflege nicht internationalen Standards angepasst. Dadurch sei es auch nach der Einführung der Generalausbildung für diese Pfleger unmöglich, im Ausland zu arbeiten.

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