Saarbahn (Foto: Saarbahn)

Stadtwerke-Geschäftsführer für Direktvergabe bei der Saarbahn

Karin Mayer   18.12.2017 | 17:18 Uhr

Die EU verlangt es: Die Leistungen im ÖPNV müssen ausgeschrieben werden. Bei der Saarbahn bereiten die Stadtwerke eine Direktvergabe vor. Trotzdem gibt es Streit.

Die Saarbahn soll ein kommunales Unternehmen bleiben. Deshalb hat die Direktvergabe von Bahn und Bus-Verkehr für den Stadtwerke-Konzern, die Stadt Saarbrücken und die Gewerkschaft Verdi Priorität. Stadtwerke-Geschäftsführer Severin will auch in Zukunft den Tarifvertrag einhalten.

Streit um Plan B

Der Stadtwerke Konzern soll trotzdem auch ein eigenwirtschaftliches Angebot vorbereiten. Es soll helfen, mögliche Konkurrenz-Angebote abzuwehren. So hat es der Aufsichtsrat beschlossen. Hintergrund: Bei einer Direktvergabe kann die Konkurrenz drei Monate lang einen eigenwirtschaftlichen Antrag stellen und ohne Zuschüsse fahren.

Studiogespräch: "Die Saarbahn muss sparen"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Dorothee Scharner/Karin Mayer, 18.12.2017, Länge: 02:45 Min.]
Studiogespräch: "Die Saarbahn muss sparen"

Verdi fürchtet schlechtere Arbeitsbedingungen

Die Gewerkschaft Verdi fühlt sich schlecht informiert über die Pläne des Konzerns. Gewerkschaftssekretär Christian Umlauf warnt deshalb für möglichen Einschnitten für die rund 500 Beschäftigten bei einem eigenwirtschaftlichen Angebot. Er befürchtet zudem, dass die Stadtwerke-Geschäftsführung entgegen ihrer Aussagen den eigenwirtschaftlichen Antrag tatsächlich umsetzen will.

Saarbahn soll effizienter werden

Unabhängig von der Lizenzvergabe steht die Saarbahn vor Veränderungen: Der Stadtwerke-Konzern verlangt Einsparungen, um das Defizit von 15 bis 17 Millionen Euro im Jahr zu reduzieren. Daran sollte laut Stadtwerke-Geschäftsführung der zuständige Saarbahn-Geschäftsführer Winter arbeiten.

Am kommenden Freitag 22. Dezember kommt der Saarbahn-Aufsichtsrat zu einer Sondersitzung zusammen. Nach SR-Informationen geht es um den Widerruf der Bestellung des Saarbahn-Netz-Geschäftsführers Winter. Grund ist laut Stadtwerke-Geschäftsführung, dass verlangte betriebswirtschaftliche Ergebnisse bei der Saarbahn fehlen.

Über dieses Thema wurde auch in der Region auf SR 3 Saarlandwelle vom 18.12.2017 berichtet.

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