Weiße und blaue Hemden mit dem saarländischen Polizeiwappen (Foto: dpa)

Polizeigewerkschaften fordern mehr Personal

Christoph Grabenheinrich   23.01.2017 | 20:41 Uhr

Die beiden Polizeigewerkschaften im Saarland fordern einen Kurswechsel in der Personalplanung. Die Politik müsse sich von fixen Einstellungsquoten verabschieden und stattdessen nach tatsächlichem Bedarf einstellen.

Die angekündigte Einstellung von 110 neuen Polizei-Anwärtern in diesem Jahr halten die Gewerkschaften für nicht ausreichend. Die Entwicklung der Einstellungs- und Ausbildungsquoten müsse flexibel und dynamisch sein, so der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Sascha Alles. Da niemand genau wisse, wann wie viele Beamte in den Ruhestand gingen, "Polizisten aber nun mal nicht auf Bäumen wachsen würden", müsse frühzeitig ausgebildet werden.

Video [aktueller bericht, 23.01.2017, Länge: 3:54 Min.]
Saarländische Polizei unter der Lupe

Gewerkschaften sprechen von Vollzugsdefizit

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert eine saubere Analyse. Ruhestandszahlen und Kriminalitätsbelastung müssten jedes Jahr sauber erfasst werden, um daraus die nötigen künftigen Einstellungszahlen ableiten zu können. Die bisherige Praxis, die Zahl der Neueinstellungen politisch und nach Kassenlage festzulegen, sei nicht sachdienlich, so GdP-Vize-Chef Wolfgang Schäfer. Die saarländische Polizei habe ein Vollzugsdefizit, arbeite bestimmte Sachverhalte nach Prioritäten ab, da sie personell sehr auf Kante genäht sei. Man sei am Limit, vor allem in der Fläche fehlten Beamte, so der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft im Saarland, Alles.

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