Emblem der RAG (Deutsche Steinkohle). (Foto: dpa)

Grüne rufen zu Einwand gegen Grubenwasserkonzept auf

  06.12.2017 | 17:39 Uhr

Im Streit um das Grubenwasserkonzept der RAG haben die Grünen erneut vor einer Trinkwasserverunreinigung und möglichen Schäden durch Hebungen, Senkungen und Vernässungen gewarnt. Sie rufen Bürger dazu auf, beim Oberbergamt Einwendungen einzureichen und haben hierzu mehrere Musterbriefe vorbereitet.

Mehr zum Thema
Neues Gutachten zu Folgen des Grubenwasseranstiegs [16.10.2017]
Der Grubenwasseranstieg wird im Saarland voraussichtlich zu kleineren Erschütterungen und auch Hebungen von mehreren Zentimetern führen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das am Montag begleitend zum RAG-Antrag zur Grubenwasserhaltung veröffentlicht wurde. Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung sieht das Gutachten nicht, empfiehlt aber eine genaue Überwachung im Scheidtertal.

Die stellvertretende Landesvorsitzende der Grünen, Barbara Meyer-Gluche, wies vor allem auf mögliche Gefahren für das Trinkwasser im Scheidter Tal in Saarbrücken hin. Hier hatte ein von der Landesregierung beauftragtes Gutachten auf bislang zu wenig untersuchte Auffälligkeiten im Gestein aufmerksam gemacht und eine genaue Beobachtung empfohlen.

Bis zum 15. Januar können Betroffene beim Oberbergamt schriftlich ihre Einwendungen gegen den geplanten Grubenwasseranstieg vorbringen. Die Grünen haben dafür Musterschreiben erarbeitet, die im Internet heruntergeladen und mit den persönlichen Daten angepasst werden können. Neben den Sorgen um eine Trinkwasserverunreinigung geht es dabei auch um Erderschütterungen, Hebungen und Senkungen, Vernässungen und Ausgasungen.

"Es ist das gute Recht der Betroffenen im Saarland, dass sie Einwendungen gegen den geplanten Grubenwasseranstieg geltend machen", sagte die stellvertretende Landesvorsitzende der Grünen, Barbara Meyer-Gluche. "Wir hoffen, dass möglichst viele Menschen Gebrauch von dieser Möglichkeit machen."

Bergbaubetroffene starten Online-Petition

Einen anderen Weg geht übrigens der Landesverband der Bergbaugetroffenen. Die IGAB hat eine Online-Petition gestartet und ruft Betroffene auf sich so an die Landesregierung zu wenden. Sie fordert unter anderem eine Aussetzung des Genehmigungsverfahren, die Aufhebung sämtlicher bisheriger Flutungsgenehmigungen und und eine rechtliche Sicherheit für Entschädigungsleistungen - unabhängig von möglicherweise früher unterzeichneten Verzichtserklärungen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten und in aktuell im SR Fernsehen vom 06.12.2017 berichtet.

Artikel mit anderen teilen