Walpurgisnacht-Feier (Foto: dpa)

Wo der Spaß an Hexennacht aufhört

  30.04.2017 | 08:30 Uhr

In der kommenden Nacht sind wieder die "Hexen" im Saarland unterwegs. Und nicht immer bleibt es bei harmlosen Streichen.

Jahr für Jahr ziehen sie bewaffnet mit Rasierschaum, der Senftube und zig Rollen Klopapier durch die Nachbarschaft und sorgen für allerlei Unfug. Kleine und größere „Hexen“, die in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai ihre Späße veranstalten. Aber wo hört der Spaß eigentlich auf?

Nach Ansicht der Polizei wird die Grenze zur Straftat dann überschritten, wenn fremdes Eigentum beschädigt oder Gefahrenstellen verursacht werden. Werden beispielsweise Hauswände beschmiert oder Autos zerkratzt, komme strafrechtlich der Tatbestand der Sachbeschädigung in Betracht. Aber auch das Verkleben von Fahrzeugschlössern kann unter Umständen eine Sachbeschädigung sein, weil die Funktionsfähigkeit eines Schlosses nur durch eine Reparatur wiederhergestellt werden kann, so die Polizei.

Eine "gefährliche Unsitte" ist nach Ansicht eines Polizeisprechers auch das Ausheben von Kanaldeckeln, was als Straftat geahndet werden kann. Ebenso sei es verboten, Gegenstände auf der Straße zu platzieren, wenn dadurch der Verkehr gefährdet oder erschwert werden könne. Riskant und verboten sind außerdem jegliche Manipulationen an Fahrzeugen, die zu schlimmen Unfällen führen können.

Trifft Eltern eine besondere Aufsichtspflicht?

Feste Uhrzeiten zum "Hexen" gibt es übrigens nicht. Sofern sich Kinder oder Jugendliche auf öffentlichen Veranstaltungen oder in Gaststätten aufhalten, greifen die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes und die dort formulierten Uhrzeiten. Für Kinder, die nachts in der Nachbarschaft ihre Streiche aushecken, gibt es keine gesetzliche "Sperrstunde".

Die Polizei weist aber darauf hin, dass Eltern grundsätzlich die Verantwortung für ihre Kinder tragen und immer wissen sollten, wo sie sich aufhalten. Außerdem sei zu bedenken, dass Eltern unter Umständen für Streiche ihrer Kinder belangt werden können.

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