Autofahrer im Sommer (Foto: pixabay / 4634656)

Was bei Sommerhitze im Auto zu beachten ist

 

Wenn sie sich im Freien aufhalten können, erfreuen sich viele über sommerliche Temperaturen. Im Auto sieht das dagegen anders aus: Aus 28 können innerhalb kürzester Zeit 50 Grad und mehr werden. Der ADAC gibt Tipps, wie man an heißen Tagen im Auto ein cooles Köpfchen behält.

Gefahr für Kinder und Hunde

Hitze im Auto: was hilft und was nicht?
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Hitze im Auto: was hilft und was nicht?

Auf keinen Fall sollte man Kinder oder Tiere bei Sommerhitze im Auto lassen - auch nicht kurz zum Einkaufen. "Selbst leicht geöffnete Fenster machen keinen Unterschied", steht für Johannes Boos vom ADAC nach einem Versuch des Automobilclubs fest. Dafür wurden baugleiche Fahrzeuge bei 28 Grad in die Sonne gestellt.

Das Ergebnis: Bei geschlossenen Fenstern stiegen die Temperaturen im Auto nach zehn Minuten auf 38 Grad und nach 20 Minuten sogar auf 45 Grad. Selbst wenn zwei Fenster auf beiden Seiten leicht geöffnet waren, es also theoretisch sogar ein bisschen Durchzug gab, waren die Werte nur knapp darunter, berichtet der Experte und ergänzt: "Nach einer Stunde in der prallen Sonne war es in allen Autos deutlich über 50 Grad - zu gefährlich für Kinder oder Tiere im Fahrzeug."

Gestaltung des Innenraums entscheidend

Auch eine Wärmeschutzverglasung oder getönte Scheiben, über die manche Autos verfügen, bringen laut ADAC nicht allzu viel. "Einen größeren Anteil haben die Fenster an sich, also die Größe der Fenster, die Farbe des Innenraums - und auch, wie dieser gestaltet ist", erklärt Johannes Boos. So würden sich zum Beispiel Bezüge aus Leder ganz besonders stark aufheizen. Hier ist es wichtig, das Leder abkühlen zu lassen oder ein Handtuch auf die Sitze zu legen, damit man sich beim Einsteigen nicht verbrennt, ergänzt der ADAC.

Zudem ist es übrigens völlig egal, ob ein Auto dunkel oder hell lackiert ist - der Innenraum heizt sich gleichstark auf.

Fehlender Schutz vor UV-Strahlung

Gerade jetzt in der Reisezeit fahren viele längere Strecken und geraten auch mal in einen Stau. Dabei sei es wichtig zu wissen, dass es im Auto dank der Klimaanlage zwar oft schön kühl ist, aber nicht alle Scheiben vor UV-Strahlung schützen. Im Gegensatz zu Front- würden so die Seitenscheiben die UV-A-Strahlen durchlassen. Und die können im schlimmsten Fall sogar Hautkrebs verursachen. Theoretisch müsste man sich also auch ein bisschen eincremen, wenn man im Auto sitzt, so der ADAC-Experte weiter.

Nicht zu stark runterkühlen

Viele Menschen drehen im Auto dann sofort die Klimaanlage bis zum Anschlag auf. „Das ist nicht wirklich empfehlenswert“, sagt Johannes Boos vom ADAC. „Denn der große Temperaturunterschied, den wir dann haben, wenn wir auf vermeintlich angenehme 14, 15 Grad runterkühlen, der schlägt einfach auf den Körper und tut uns nicht gut.“

Darunter leidet auch die Konzentration und damit die Verkehrssicherheit. Ideal sei ein Temperaturunterschied zwischen innen und außen von sechs Grad. Allerdings schränkt er auch ein, dass das bei Temperaturen von bis zu 40 Grad nicht wirklich machbar sei. Es sei aber wichtig, eine Temperaturdifferenz zu haben, die dem Körper noch gut tut.

Im Stau gelte es, so Boos, auf die Klimaanlage ganz zu verzichten. Stattdessen solle man lieber die Fenster aufmachen und so für einen Luftaustausch sorgen.

Angemessene Kleidung

Die Kleidung kann beim Autofahren zwar leicht und luftig sein, aber nicht allzu sehr. „Insbesondere das Schuhwerk sollte immer geschlossen sein, selbst auf kurzen Strecken“, rät Boos. Also: keine Flipflops tragen. Mit denen könne man nämlich auch schnell mal vom Gaspedal abrutschen. Im Falle eines Unfalls kann das Folgen haben, zum Beispiel Regressansprüche der Versicherung.


Auch Thema auf SR 1 am 22.07.2020 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.


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