Swimmingpool im Garten (Foto: IMAGO / Schöning)

Wohin mit dem alten Poolwasser?

  11.09.2022 | 11:01 Uhr

Der Sommer ist vorbei, der Pool hat viel Freude bereitet, jetzt wird er erstmal nicht mehr gebraucht. Vorher wollen viele aber noch das Wasser ablassen. Für die Entsorgung im eigenen Garten gibt es im Saarland strenge Regeln.

Swimming-Pools im eigenen Garten werden immer beliebter. Einen Boom haben sie vor allem der Corona-Pandemie zu verdanken. In der Kritik standen sie zuletzt wegen des Wassermangels infolge der anhaltenden Trockenheit durch die extreme Hitze. Mit dem Anbruch der kalten Jahreszeit hat sich das Baden im heimischen Schwimmbecken nun erledigt – das Poolwasser muss weg. Wäre es da nicht sinnvoll, einfach den Stopfen zu ziehen und den ausgetrockneten Rasen zu nässen?

Im Normalfall Entsorgung über Kanalisation

So einfach ist es nicht. Bei Poolwasser handelt es sich laut dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) in Saarbrücken nämlich um häusliches Schmutzwasser. Das gelte unabhängig davon, ob zur Reinhaltung des Pools Chemikalien eingesetzt wurden oder nicht. So wird Poolwasser für die Pflege und Desinfektion oft chemisch behandelt, etwa mit Chlor und/oder Bioziden.

In der Regel gehört das Wasser nach Angaben des LUA also in die öffentliche Kanalisation, damit es der Natur und den Tieren nicht schaden kann. Denn Biozide töten Pilze, Algen und Bakterien nicht nur im Poolwasser, sondern auch im Boden, wie der Landesverband des Naturschutzubundes (Nabu) in Berlin erklärt. "Die „niederen“ Bodenorganismen sind wiederum Nahrungsgrundlage für „höhere Bodenorganismen“ wie Asseln, Regenwürmer, die wesentlich zur Fruchtbarkeit des Bodens beitragen."

Ausnahmen sind möglich

Im Ausnahmefall ist es aber doch möglich, dass Poolbesitzerinnen und -besitzer im Saarland das Wasser versickern oder in ein oberirdisches Gewässer einleiten können. Allerdings nur dann, wenn die "Beseitigung des Poolwassers für die Kommune technisch oder wegen eines unverhältnismäßig hohen Aufwands nicht möglich ist". Und selbst in dem Fall wird noch eine wasserrechtliche Erlaubnis, die beim LUA zu beantragen ist, fällig. Diese kostet 102 Euro. Erteilt werde sie erst nach einer Prüfung, bei der strenge Regeln gelten.

Grundvoraussetzungen für das Versickern sind demnach folgende:

  • die Versickerung erfolgt flächenhaft über die natürliche oder eine mindestens 30 cm mächtige belebte Bodenzone,
  • das Poolwasser wurde nur mit Chlor bzw. Hypochlorit behandelt (keine Biozide),
  • der Chlorgehalt im Poolwasser liegt unter 0,05 mg/l,
  • die Versickerung erfolgt außerhalb des Bereichs einer Altlast oder altlastverdächtigen Fläche,
  • die Versickerung erfolgt nicht innerhalb einer Schutzzone eines Wasserschutzgebietes.

Und für das Einleiten in ein oberirdisches Gewässer:

  • das Poolwasser wurde nur mit Chlor bzw. Hypochlorit behandelt (keine Biozide),
  • der Chlorgehalt im Poolwasser liegt unter 0,05 mg/l,
  • die Einleitung verursacht keine signifikante Erhöhung der Temperatur,
  • die Menge der Einleitung je Zeiteinheit hat keine negativen Auswirkungen auf das oberirdische Gewässer.

Ob sich Poolbesitzerinnen und -besitzer im Saarland tatsächlich an diese Regeln halten oder das Wasser nicht doch klammheimlich zur Bewässerung ihres Gartens oder ihrer Pflanzen nutzen, das lässt sich nur schwer eruieren. Eine Kontrolle erfolgt laut LUA nur im Einzelfall – "sofern Anhaltspunkte, die auf ein widerrechtliches Verhalten hinweisen, vorliegen".

Der Umwelt zuliebe sollte es sicherheitshalber aber immer in die Kanalisation geleitet werden, selbst wenn es scheinbar unbelastet ist. Bei Pools am Haus dürfte das in der Regel kein Problem sein.

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja