HörspielZeit: "Um die Wurst"

Jean-Marie Piemme: "Um die Wurst"

 

Jeden Sonntag ab 17.04 Uhr bietet die "HörspielZeit" ein literarisches Erzählhörspiel. Besonderes Gewicht im Programm der Hörspielzeit haben Autoren aus dem französischen Sprachraum, insbesondere aus Frankreich und Québec. Diese Woche "Um die Wurst" von Jean-Marie Piemme.

Sendung: Sonntag 25.06.2017 17.04 Uhr

Über das Hörspiel

„Kaum machen wir die Augen auf, sehen wir uns immerfort unsere Mitmenschen an, wir überprüfen eingehend ihre Existenz, sind wir ihnen nahe, sind wir weit von ihnen entfernt, wir messen die Entfernung und die Nähe mit einer Sorgfalt, als hinge davon unsere Atmung ab. Aber ansehen reicht nicht.“

Interview mit Jean-Marie Piemme
Audio [SR 2, (c) SR, 25.06.2017, Länge: 16:45 Min.]
Interview mit Jean-Marie Piemme
Der belgische Dramatriker Jean-Marie Piemme berichtet im Gespräch mit Anette Kührmeyer über sein Stück "Um die Wurst". Die Einstiegsfrage lautet: "Qui êtes-vous?"

Chéribibi ist Transvestit und steht damit außerhalb der Gesellschaftsschicht, die er so eingehend beobachtet: Zwei Fleischer haben ihre Geschäfte in derselben Straße, der eine alteingesessen, der andere ist Muslim, ein Fremder, der nicht in die Straße gehört, so sieht es jedenfalls der andere Fleischer. Klar ist: Nur eine der Metzgereien kann fortbestehen, und so kämpfen die beiden Fleischer mit allen Mitteln um ihre Kunden, um ihre Existenz. Es geht im wahrsten Sinne des Wortes „um die Wurst“.

Über den Autor

Jean-Marie Piemme, 1944 in Belgien geboren, frankophoner Dramatiker, lebt in Brüssel, Dozent an der staatl. Schauspielschule (INSAS). Seit 1986 über 40 Theaterstücke, Hör- und Fernsehspiele, in Belgien u. Frankreich mit Preisen ausgezeichnet, auf Deutsch u.a. „Gespräch eines Hundes mit seinem Herrn über die Notwendigkeit, seine Freunde zu beißen“ (07).

Produktion

Besetzung: Georgette Dee, Carmen-Maja Antoni, Bernhard Schütz u. a.
Regie: Beatrix Ackers
Ton: Stefanie Eissele, Kristiana Schneggenburger u. Peter Kainz
Produktion: SR 2005
Länge: 76:54 Min.

Vorschau

Am Sonntag, 02. Juli hören Sie das Hörspiel "Gretel und Hänsel" von Suzanne Lebeau.

In dieser Reihenfolge ist es richtig: Gretel ist die Erstgeborene, und Hänsel ist eben nur der kleine Bruder und muss deshalb an zweiter Stelle stehen. Aber Gretel muss immer zurückstecken, das macht sie wütend. So kommt es ihr gar nicht ungelegen, dass sie und ihr Bruder - von den Eltern in der größten Verzweiflung über die eigene Mittellosigkeit im Wald ausgesetzt - auf die Hexe treffen… Suzanne Lebeau erzählt das Grimm'sche Märchen als psychologischen Thriller und stellt die Frage, bis zu welchen Abgründen elterliche wie geschwisterliche Liebe gehen?

Kontakt: hoerspiel@sr.de

Redaktion: Anette Kührmeyer

Programmhefte (PDF) und Listen bereits gesendeter und kommender Hörspiele:

HörspielZeit Januar - Juni 2017

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