Wir im Saarland - Kultur (28.06.2017)

Wir im Saarland - Kultur

 

In Wir im Saarland - Kultur sehen Sie ein Filmporträt der Band Al Rabieh, außerdem begleiteten wir den Chor Canta Nova nach Paris und waren mit Ingo Schulze im Bankenviertel von Luxemburg unterwegs.

Sendung: Mittwoch 28.06.2017 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung  


Die Band Al Rabieh (Foto: SR)

Orientalischer Swing

die Band „Al Rabieh“ vereint arabische Musik und Jazz

Sie waren das Herumsitzen und Nichtstun leid. Also begannen einige syrische Flüchtlinge, gemeinsam zu musizieren. Damit begeisterten sie den saarländischen Gitarristen Heiner Franz, der nun nach langer Bühnenabstinenz in ihrer Band mitspielt. Und so trifft arabische Musik auf Jazz.

Rhythmisch und melodisch ist die arabische Musik. Im Proberaum in der Mainzer Straße in Saarbrücken besingen sie ihr Land. Die Band nennt sich in Erinnerung an den arabischen Frühling „Al Rabieh“, das bedeutet Frühling. Hossam, Monir und Samer sind Hobbymusiker aus Damaskus, der Geiger Ghzwan ist Orchestermusiker. Seit einem Jahr leben Monir und Samer in einer kleinen Flüchtlingsunterkunft in Brebach, Hossam mit Frau und Baby in Burbach. Kriegsflüchtlinge aus Syrien, die am Vormittag einen Deutschkurs besuchen, danach saßen sie herum. Dank der Flüchtlingsinitiative „Ankommen Saarland“ haben sie sich gefunden, fühlen sich durch die Musik der Heimat verbunden. Auch wenn sie immer noch keine Aussicht auf eine bezahlte Arbeit haben, die Auftritte auf Stadtfesten und Veranstaltungen helfen ihnen.


Musiknoten (Foto: SR)

Hundert Stimmen für den Frieden

die Friedensmesse der Universität des Saarlandes

Es soll ein Zeichen gegen Hass und Terror werden: Der Chor der Universität des Saarlandes führt zusammen mit Schülern das Anti-Kriegs-Oratorium "The Armed man" auf. Komponist Karl Jenkins sprach von einer „Friedensmesse“.

Die Messe „The Armed Man“ von dem walisischen Komponisten Karl Jenkins (Jahrgang 1944) ist den Opfern des Kosovokriegs gewidmet. Das Werk mit dem Untertitel „A Mass for Peace“ zeigt die Schrecken, die der Krieg bringt, und endet mit der Hoffnung auf Frieden. Es basiert auf Texten der katholischen Messliturgie, die Jenkins mit anderen Quellen, vor allem dem französischen Lied „L’homme armé“ aus dem 15. Jahrhundert, verband. Dieses Lied fand schon in der Renaissance Eingang in Messe-Kompositionen. Nicht nur in der Benutzung populären Liedmaterials reiht sich Jenkins in eine lange Tradition ein. Auch das Thema Musik als gesellschaftlich-kulturelles Statement spiegelt sich in seinem Werk wieder. Isabel Heine stellt ein engagiertes Projekt vor, bei dem rund 100 Sänger*innen auf der Bühne stehen werden. Isabel Heine hat die Proben besucht; es wird zwei Aufführungen geben, am 5. und am 12. Juli um 19 Uhr im Audimax der Universität des Saarlandes in Saarbrücken.


Canta Nova in Paris (Foto: SR)

Außergewöhnliche Konzertreise

Der Chor Canta Nova in Paris

Canta Nova ist einer der agilen und innovativen Chöre des Saarlandes. Seine Konzerte gehören zu den interessantesten Vokal-Ereignissen der Region. Nun reiste Canta Nova nach Paris und musizierte zusammen mit dem Weltklasseorganisten Daniel Roth.

St. Sulpice in Paris. Heinrich Heine wurde hier getauft und heiratete in dieser Kirche. Ihre romantische Orgel war seinerzeit eine der größten in ganz Europa, der bedeutende Kirchenmusikkomponist Charles-Marie Widor ist hier begraben. Der steht auch auf dem Programm, wenn der saarländische Chor Canta Nova hier auftritt - zusammen mit Daniel Roth, einem der international bedeutendsten Organisten der Gegenwart. Eine spannende Reise, die der Chor da unternahm - und Bettina Rau durfte ihn mit der Kamera begleiten.


Ingo Schulze (Foto: SR)

Vernichtet das Geld!

Mit Ingo Schulze unterwegs im Luxemburger Bankenviertel

Seit seinen "Short Stories" gehört Ingo Schulze zu den großen Autoren des wieder vereinten Deutschlands. In seinen Büchern treten Menschen auf, die in all ihren Eigenheiten die Essenz einer Epoche verkörpern. Nun schreibt er über Geld.

Es ist ein wenig ein Blick in die Werkstatt des Schriftstellers. Noch ist das Buch nicht erschienen, dennoch spricht Ingo Schulze seinen Roman bei SR 2 Kulturradio ein. Korrekturen sind noch möglich. Der Hörfunk läutet mit der Ausstrahlung dieser Lesung das ARD-Radiofestival 2017 ein - mit einem Stück Literatur, das eines der dringendsten Grundprobleme unserer Gesellschaft aufs Korn nimmt: Die Welt der Banken - in der es nur um Geld und das Streben nach mehr Geld geht. Seit der Finanzkrise 2007 hinterfragt Buchautor Ingo Schulze dieses Spiel mit dem Geld. Im Roman "Peter Holtz - sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst" erzählt Schulze von einem Mann, der die Mechanismen der Geldwirtschaft durchlebt, genossen und erlitten hat. Sein Fazit: Geld kann nichts Gutes bewirken und muss vernichtet werden. Isabel Heine war mit Ingo Schulze unterwegs an einem Ort, an dem Geld die Welt regiert: Im Luxemburger Bankenviertel.


Logo Kultur-Tipps (Foto: SR)

Kultur-Tipps:

  • 29.06.2017 - Kinotipp: Sommerfest, Camera Zwo Saarbrücken

  • ab 30.06.2017 - Ausstellung: Americans, Zeitungsmuseum Wadgasssen

  • 30.06.2017 - Konzert: The King's singers , St. Ingbert, Kath. Kirche St. Hildegard, Beginn: 19.30 Uhr

  • ab 24.06.2017 - Ausstellung: Aus dem Feuer geboren, Kunstzentrum Bosener Mühle

  • 20.07. 2017 - Konzert: Honey Creek; Cloef Atrium Orscholz, Beginn: 20.00 Uhr

  • ab dem 21.07.2017 - Ausstellung: Künstleraustausch Artmix 2017, Stadtgalerie Saarbrücken

  • 29.07. 2017 - Konzert: Auto, Auto, Zeltpalast Merzig, Beginn: 15.00 Uhr

  • 30.07.2017 - Konzert: Cimena Passionata; Zeltpalast Merzig, Beginn: 15.00 Uhr


Moderation: Jochen Erdmenger

 (Foto: SR)

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