Wir im Saarland - Kultur extra (16.08.2017)

Wir im Saarland - Kultur extra

 

In Wir im Saarland - Kultur extra sehen Sie diese Woche, die Inszenierung Othello am Saarländischen Staatstheater, die Blues-Band Stompin Heat und den Aufbau der Skulptur Duo.

Sendung: Mittwoch 16.08.2017 18.50 Uhr


Die Themen der Sendung


Julia Neumann (Foto: Pressefoto)

Geige und Germanenwelt – die Musikerin Julia Neumann und ihr Buch „Odins Auge“

Ein Sommer, eine Freundschaft und die Suche nach einer sagenumwobenen germanischen Waffe – darum geht es im ersten Roman von Julia Neumann. Eigentlich ist die Homburgerin Konzertgeigerin und dirigiert das Sinfonieorchester der saarländischen Uni.

Offen für ganz unterschiedliche Dinge war Julia Neumann schon immer. Als Geigenvirtuosin streicht sie sich nicht nur durch das klassische Repertoire, sondern tritt auch als Soloviolinistin bei den Metal-Oper-Produktionen beim Theater der härteren Klangart auf. An der Musikhochschule des Saarlandes hat sie Geige und Dirigieren studiert, gerade hat sie ein Mathematikstudium aufgenommen. Und ihr erstes Buch veröffentlicht. Isabel Heine hat die junge Künstlerin beim Lesen, Dirigieren und Musizieren beobachtet.


Hauptprobe zur Schlingmann-Inszenierung "Othello"  (Foto: SR)

Klassische Tragödie – Dagmar Schlingmann verabschiedet sich als Regisseurin

Sie hat mehr als ein Jahrzehnt das Saarländische Staatstheater geprägt. Nun steht die letzte große Inszenierung von Dagmar Schlingmann als Generalintendantin des Saarländischen Staatstheaters an: William Shakespeares "Othello".

Es ist ein Stück über Eifersucht, Intrige und Macht – so gesehen ist Shakespeares "Othello" kein symbolisches Stück für das Ende der Amtszeit von Dagmar Schlingmann in Saarbrücken; denn große Skandale gab es im letzten Jahrzehnt am Saarländischen Staatstheater weniger. Schlingmann setzt auch für ihre "Othello"-Inszenierung auf ihr sogar schon 20 Jahre bewährtes Regieteam. Für ihr großes Finale wählte Schlingmann eine der gewichtigsten und bedeutendsten klassischen Tragödien, die man auf einer Theaterbühne zeigen kann. Ein Stück, das schon vor 400 Jahren Fremdenfeindlichkeit thematisiert. Karsten Neuschwender beobachtete nicht nur den Entstehungsprozess dieser Inszenierung, er sprach mit Weggefährten über die Intendantin.


Grafische Notation (Foto: SR)

Musik nach Bildern – Wie aus Grafischen Notationen Klanglandschaften entstehen

Rhythmus und Farbenspiel sind zwei Begriffe, die sich beim Betrachten mancher Kunstwerke geradezu aufdrängen. Zwei Musiker greifen die Nähe der Bildenden Kunst zur Klangkunst nun auf und machen Musik nach Bildern.

Wer ein Musikinstrument spielen lernt, verabschiedet sich früher oder später von der Vorstellung, dass alle wichtigen Informationen in den Noten stehen; sie sind nur ein Hinweis auf die Musik, wie sie später erklingt. Thomas Schmidt und Stefan Scheib gehen noch einen Schritt weiter; sie spielen Grafiken, die sie zu Klängen und musikalischen Prozessen inspirieren. Musik nach Bildern des Informel-Malers Karl Otto Götz zum Beispiel, oder Musik nach Bildern einer französischen Landschaft. Diese Musik nach grafischen Notationen hat in der Neuen Musik eine lange Tradition und klingt – so findet Karsten Neuschwender – nicht nur interessant, sondern nimmt den Hörer mit auf eine fesselnd sinnliche Entdeckungsreise.


Die Skulptur "Duo" von Sigrún Ólafsdóttir (Foto: SR)

Schwertransport Kunst – Wie eine monumentale Skulptur aufgestellt wird

Es ist das Ende einer langen Geschichte: Schon 2014 sollte das Kunstwerk "Duo", eine Skulptur aus zwei rund 20 Meter langen Aluminiumbändern, von Sigrún Ólafsdóttir in Saarbrücken aufgestellt werden. Nun wurde es genehmigt.

Ein Schwertransport von 2,6 Tonnen, Polizei und ein nicht ganz ungefährlicher Aufbau: "Duo" von Sigrún Ólafsdóttir ist ein monumentales Projekt. Die geschwungenen Linien sollen eine Art von Unendlichkeit symbolisieren und stehen nun mitten in der Stadt Saarbrücken auf einem Platz in der Schifferstraße. Julia Leiendecker hat die Arbeit der Kranwagen mit ihrer Kamera verfolgt und erzählt, warum es so lange gedauert hat, bis der Prüfstatiker sein ok gegeben hat.


Rau, ursprünglich, mitreißend Stompin Heat und ihre Art, den Blues zu spielen

"Stompin Heat" heißt die Band des Mundharmonikaspielers und Sängers "Blind Dog" und des Gitarristen "Magman". Beide sind in der hiesigen Bluesszene schon lange aktiv – nun zusammen. Auch, weil beide den ursprünglichen Sound lieben.

Man könnte diesen Kneipenauftritt von "Stompin Heat" als eine Zeremonie von Alltagsphilosophie beschreiben. Da sitzen drei Leute auf der Bühne und singen mit einem rauen Sound von Arbeit, Feierabend und – natürlich – Frauen. Das ganze so authentisch, dass man glaubt, man befinde sich auf einer amerikanischen Veranda, wo der Blues zum Leben gehört wie der Whiskey zum Feierabend. Länger als drei Stunden kann ein Konzert von Florian "Blind Dog" Meyer und Martin "Magman" Müller dauern – und keine Sekunde davon ist überflüssig.

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