Parteilogo - bunt.saar (Foto: Partei: bunt.saar)

"Ökologie- und Sozialthemen haben bei der Wahl keine Rolle gespielt"

Interview: Werner Ried, Spitzenkandidat von bunt.saar

Interview: Dorothee Scharner   29.03.2022 | 14:18 Uhr

Letztes Jahr im Sommer hat sich die Wählervereinigung bunt.saar gegründet, um für Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit einzutreten. Hintergrund der Gründung war vor allem auch der parteiinterne Streit der Grünen und der Linken im Saarland. bunt.saar wollte eine – wie es heißt – wählbare Alternative darstellen. Keine der Parteien hat es bei der Landtagswahl nun jedoch über die Fünf-Prozent-Hürde geschafft. Dazu im SR-Interview: Werner Ried, der Spitzenkandidat von bunt.saar.

Den Grünen fehlen 23 Stimmen zur Fünf-Prozent-Hürde, die Linke hat 2,6 Prozent erreicht, bunt.saar 1,4 Prozent der Stimmen. Damit ist im Landtag keine Partei vertreten, für die Klimaschutz und Soziales an erster Stelle stehen. Wurde damit den ökologischen und sozialen Ideen ein Bärendienst erwiesen?

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bunt.saar: Ökologie- und Sozialthemen haben bei der Wahl keine Rolle gespielt"
Audio [SR 3, Interview: Dorothee Scharner, 29.03.2022, Länge: 03:55 Min.]
bunt.saar: Ökologie- und Sozialthemen haben bei der Wahl keine Rolle gespielt"

Werner Ried war der Spitzenkandidat von bunt.saar. Man sei zwar enttäuscht über das Wahlergebnis und dass es im Landtag nun nicht so bunt sei, wie man gehofft hatte, sagt er. Aber dass es bunt.saar in so kurzer Zeit geschafft habe, ein gutes Programm für die Menschen auf die Beine zustellen und es als Start-up Wählervereinigung auf 1,4 Prozent zu schaffen - das sei schon ein riesen Erfolg.

Fokussierung auf Hans und Rehlinger

Dass es eine Zersplitterung der Parteienlandschaft beim Thema Klimaschutz gibt, das sieht auch Ried so. Dass es aber keine der Parteien mit diesem Themenschwerpunkt in den Landtag geschafft hat, sieht er vor allem darin begründet, "dass das breite Spektrum an Ökologie- und Sozialthemen bei der Wahl überhaupt keine Rolle gespielt hat". Es habe eine Fokussierung auf die Ministerpräsidentin bzw. den Ministerpräsidenten gegeben und gar keine Chance gegeben, mit den anderen Themen groß zu punkten - auch nicht in den Medien.

Den Vorwurf, dass die ökologisch-orientierten Parteien sich gegenseitig die Stimmen wegnehmen, weist Ried zurück. "Im Gegenteil, wir sind inhaltlich sehr nah." Der Wählerstrom zeige ja auch, dass die meisten Grünen-Wähler zur SPD abgewandert seien.

bunt.saar will weiter machen

bunt.saar werde auf jeden Fall weiter machen, sagt Ried. "Wir brauchen etwas Vereinendes für diese Ökologiethemen, für verschiedene Verbände, für verschiedene Pateien." bunt.saar wolle deshalb als außerparlamentarische Opposition am Ball bleiben.


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