Foto: SR

tabularasa - weg mit Tabus!

 

Schlechter Sex, Depression nach der Geburt, Alkoholabhängigkeit bei jungen Menschen – diese und andere Tabus sind Thema in dem neuen SR 2-Podcast „tabularasa“. Fünf junge Frauen sprechen darüber mit Betroffenen und Expert:innen. Grundsätzlich geht es aber auch um die Frage: Wie kann man diese Themen gesellschaftsfähig machen? Hier kriegt sämtliche Infos und alle Folgen.

Sendung: Dienstag 29.11.2022 19 Uhr

8. Folge: Narzisstischer Missbrauch - Was sind die Anzeichen? Was sind Folgen? Wie kann ich heilen?

Narzisstischer Missbrauch ist psychische Gewalt. Er bleibt oft unentdeckt und ist meist ein Tabuthema, auch weil er für die Betroffenen selbst gar nicht so einfach zu erkennen ist. Isabel Schäfer und Tine Biadacz schauen genauer hin.

Wie fühlt es sich an, wenn ich in einer Beziehung zu einer narzisstischen Person stecke? Davon erzählt ihnen Taku. Nach seiner zweijährigen Beziehung zu seiner Ex-Partnerin war er emotional komplett ausgelaugt und depressiv.

Narzisstischer Missbrauch: Was sind die Anzeichen? Was sind Folgen? Wie kann ich heilen?
Podcast [SR 2, Isabel Schaefer, 29.11.2022, Länge: 52:12 Min.]
Narzisstischer Missbrauch: Was sind die Anzeichen? Was sind Folgen? Wie kann ich heilen?

Zitat von Taku:

Es ist wie ein: „Du kriegst keine Liebe von mir, weil du bist nicht richtig so, wie du bist. Du machst dieses und jenes verkehrt und deswegen ziehe ich mich jetzt zurück. Es kamen auch oft Abwertungen: „so wie du jetzt bist, musst du dich ja nicht wundern. So wie du jetzt bist, bist du ja nicht mehr anziehend.“

Wie erkenne ich narzisstischen Missbrauch?

Mit Psychotherapeutin und Buchautorin Dr. Bärbel Wardetzki sprechen Isabel und Tine darüber, wie man den Missbrauch erkennen kann und wie Opfer mit dem Erlebten umgehen können.

Zitat von Dr. Bärbel Wardetzki:

Es gibt keine Augenhöhe im Sinne von wir achten uns gegenseitig, die fehlt, denn es muss immer sozusagen einer über dem anderen sein, um die Kontrolle über die Beziehung und über den anderen zu haben. Und auch eben, um sein eigenes Selbstwertgefühl einigermaßen stabil zu halten.

Ihre Webseite findet Ihr hier.
Ihr Instragram-Profil über: @drbaerbelwardetzki

Außerdem wollen sie wissen: Warum verhalten sich Narzisst:innen so missbräuchlich? Sind das wirklich böse Täter:innen? Das Buch von Psychotherapeut und Pädagoge Heinz-Peter Röhr „Narzissmus: Dem inneren Gefängnis entfliehen“ klärt darüber auf, was Narzissmus wirklich ist und wie er entsteht.

Zitat von Heinz-Peter Röhr:

Das zentrale Problem von Menschen mit einer narzisstischen Störung ist, dass sie als kleine Kinder zur Befriedigung der Bedürfnisse der Mutter – oder anderer enger Bezugspersonen – herhalten mussten und nicht in ihrer Eigenständigkeit geliebt wurden. (…) Sie sind gezwungen, die früh vermisste Liebe in hoffnungslos übersteigerter Weise immer wieder suchen“.

Seine Bücher findet Ihr hier.

Wie kommt man da raus? Was für Heilungsschritte gibt es? Taku ist mittlerweile auf einem guten Weg: Er hat sich und sein Selbstwertgefühl  neu aufgebaut.

Alle Folgen zum Nachhören auch in der ARD Audiothek!


Weitere Folgen

Beutel am Bauch: Leben mit einem künstlichen Darmausgang
Podcast [SR 2, Sally-Charell Delin, Isabel Schaefer, 14.11.2022, Länge: 55:00 Min.]
Beutel am Bauch: Leben mit einem künstlichen Darmausgang

Warum schämen wir uns für unsere soziale Herkunft?
Podcast [SR 2, Christine Biadacz-Holzer, 31.10.2022, Länge: 38:01 Min.]
Warum schämen wir uns für unsere soziale Herkunft?

Neid in Freundschaften: Wo kommt er her? Wie werde ich ihn los?
Podcast [SR 2, Lisa Krauser, Isabel Schäfer, 30.09.2022, Länge: 56:13 Min.]
Neid in Freundschaften: Wo kommt er her? Wie werde ich ihn los?

Leben mit der Sucht: jung und alkoholabhängig
Podcast [SR 2, Sally-Charell Delin, Lisa Krauser, 08.08.2022, Länge: 43:55 Min.]
Leben mit der Sucht: jung und alkoholabhängig

Tod und Trauer: Zwischen Angst und Verdrängung
Podcast [SR 2, Lisa Betzholz-Weber, Christine Biadacz-Holzer, 25.07.2022, Länge: 45:46 Min.]
Tod und Trauer: Zwischen Angst und Verdrängung

Wochenbettdepressionen: Traurigkeit statt Mutterglück
Podcast [SR 2, Lisa Krauser, Sally-Charell Delin, 07.07.2022, Länge: 49:17 Min.]
Wochenbettdepressionen: Traurigkeit statt Mutterglück

Bad Sex - schlechter Sex
Podcast [SR 2, Isabel Schaefer, Lisa Betzholz, 13.06.2022, Länge: 58:40 Min.]
Bad Sex - schlechter Sex


Alle Infos rund um den Podcast!

Kontakt - Insta, Email und Co.

 (Foto: SR)
Tabularasa


Team und Konzept

Wir sind fünf Journalistinnen in ihren 30ern, die für sensible Themen brennen -

Lisa Betzholz
Isabel Schaefer
Lisa Krauser
Sally-Charell Delin
und Christine Biadacz-Holzer.

Wir hatten die Idee zu dem Podcast und haben ihn gemeinsam entwickelt. In "tabularasa" sprechen wir über Tabus und tauchen tief ein in die Psychologie und Regelwerke unserer Gesellschaft.

Dazu reden wir mit Menschen, die betroffen sind. Sie erzählen uns von Scham, gesellschaftlichen Erwartungen und Stigmata.

Wir befragen in unserem Pocast aber auch Experten und Expertinnen - reflektieren gemeinsam, suchen nach Heilungswegen und nach einem besseren gesellschaftlichen Umgang mit Tabus.

In einem sicheren Raum - mit viel Gefühl, Offenheit und Toleranz.

Tabularasa – weg mit Tabus
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 01.07.2022, Länge: 03:04 Min.]
Tabularasa – weg mit Tabus


Kontakt und Instagram-Seite des Podcasts

  • Ihr wollt mit dem Team in Kontakt treten? Schickt eine Email an: tabularasa@sr.de

 (Foto: SR)
Isabel Schaefer

ISABEL SCHAEFER

Ich bin Isabel, Mit-30erin und Journalistin beim Saarländischen Rundfunk. Ich brenne für sensible Themen, möchte gute Geschichten erzählen und in psychologische Tiefen abtauchen.

Manchmal braucht es ein ganzes Leben, um mit Wunden fertig zu werden und zu verstehen, wie das mit dem Leben geht. Anderen auf ihrem Weg zu helfen, sich mit den schwierigen Aspekten des Lebens zu beschäftigen und mit Tabus aufzuräumen, das ist mein Ziel bei tabularasa.

Wir wollen das, was im Verborgenen liegt, sichtbar machen und wir machen das auf unsere eigene, weibliche und auch in die Tiefe gehende Art und Weise.

Warum rede ich gerne über Tabu-Themen?

Oft finden die persönlichen Dramen von Menschen im Stillen, für andere unsichtbar statt. Ich möchte diese Geschichten sichtbar machen und Wege aus der Krise zeigen. Vielleicht ist das ja gar nicht so unnormal, was da passiert? Gibt es da nicht noch andere, die das gleiche Problem haben? Müssen wir uns als Gesellschaft verändern, damit es das Problem nicht mehr gibt?

Was mache ich, wenn ich nicht gerade über Tabu-Themen spreche?

Dann bin ich als Videojournalistin viel unterwegs, besuche Land und Leute und mache Magazin-Beiträge sowie Reportagen. Außerdem gehe ich für mein Leben gerne Wandern und liebe Natur und Tiere.

 (Foto: SR)
Sally-Charell Delin

SALLY-CHARELL DELIN

Die eigene Stimme ist schon ein beeindruckendes Werkzeug. Meine Begeisterung für die Stimme habe ich beim Kulturjournalismus-Studium an der Universität der Künste Berlin entdeckt. Mittlerweile begleite ich als Moderatorin Hörer:innen durch ihren Tag und spreche als Teil der Literaturredaktion mit Autor:innen über ihre Romane.

Stimme heißt für mich aber auch: Die Stimme im Kopf kennenlernen. Seine eigene Stimme finden. Und: Unerzählten Geschichten und Protagonist:innen eine Stimme geben. Ich bin froh, das von nun an mit tabularasa tun zu können.

„Wir haben doch alle irgendein Thema, über das wir eigentlich nicht gerne sprechen. Dabei kann genau das helfen: Darüber reden.“

Warum rede ich gerne über Tabu-Themen?

Weil wir alle von irgendeinem Thema betroffen sind, über das wir eigentlich nicht gerne sprechen. Aber genau das kann so hilfreich sein: Über unbequeme Themen zu reden und zu erfahren, dass man damit nicht alleine ist. Ich glaube, dass wir an diesem Austausch wachsen können – als Individuum und als Gesellschaft.

Was mache ich, wenn ich nicht gerade über Tabu-Themen spreche?

Dann stehe ich als Moderatorin im Studio oder auf Bühnen und spreche mit spannenden Autor:innen über ihre Texte und ihr Leben. Privat findet man mich in den Saarbrücker Cafés, an der Töpferscheibe oder auf der Yogamatte.

 (Foto: SR)
Lisa Krauser

LISA KRAUSER

Reden war schon immer mein Ding. Zum Leid meiner Familienmitglieder, die beim Abendessen auch gerne mal was von ihrem Tag erzählt hätten. Und so hatte ich mit circa drei Jahren den Spitznamen „Schnawwel-Lisel“.

Es gibt aber auch eine stillere Lisa: die, die viel in ihrem Kopf abhängt und alles hundert Mal analysieren muss, um das Chaos darin zu sortieren. Ich bin Expertin fürs Selbstgespräch im Kopf. Was mir dann hilft: Menschen, die mir zuhören, in einem geschützten Raum. So ein geschützter Raum soll Tabularasa für uns, unsere Protagonist:innen und unsere Zuhörer:innen sein.

Warum rede ich gerne über Tabu-Themen?

Weil ich davon überzeugt bin, dass es uns befreit und stärker macht. Wenn wir uns trauen, offen über unsere Schwächen, unsere Ängste und unsere Wunden zu sprechen, können wir unseren Scham überwinden, selbst stärker werden, und uns in unserer Verletzlichkeit mit anderen verbinden.   

"Ich rede gerne über Tabu-Themen, weil ich davon überzeugt bin, dass es uns befreit und stärker macht. Wenn wir uns trauen, offen über unsere Schwächen, unsere Ängste und unsere Wunden zu sprechen, können wir unseren Scham überwinden, selbst stärker werden, und uns in unserer Verletzlichkeit miteinander verbinden."  

Was mache ich, wenn ich nicht gerade über Tabu-Themen spreche?

Dann bin ich mit hoher Wahrscheinlichkeit gerade unterwegs zum nächsten Interview-Termin. Ich bin Reporterin beim Saarländischen Rundfunk und berichte über alles, was die Saarländer:innen bewegt. Außerdem brenne ich für gutes Storytelling und lange Formate, in denen ich Menschen viel Raum für ihre Geschichte geben kann. Wenn ich nicht arbeite, versuche ich, woanders in Bewegung zu sein: zum Beispiel im Garten, im schönen Bliesgau, auf der Yogamatte oder beim Swing-Tanzen.

Lisa Betzholz (Foto: SR)
Lisa Betzholz

LISA BETZHOLZ

Ich bin aus vollem Herzen Reporterin. Ich liebe es Menschen zuhören zu dürfen, die mir ihre Geschichte erzählen- aber leider muss die meist in nur 2:30 Minuten passen. Da kann ich natürlich nicht immer so in die Tiefe gehen, wie ich mir das wünschen oder es den Menschen gerecht werden würde. Das hoffe ich mit tabularasa ändern zu können.

Warum rede ich gerne über Tabu-Themen?

Weil es so heilsam sein kann. Wir kennen doch alle das erleichternde Gefühl, wenn wir uns endlich überwinden und über ein quälendes Thema sprechen, das uns schon ewig beschäftigt und unser Gegenüber dann sagt: Ja ich weiß genau was du meinst, mir geht das genauso. Und schon fühlt es sich ein kleines bisschen leichter an.  

Dieses Gefühl wollen wir bei tabularasa auch unseren Protagonist:Innen vermitteln. Wir hören euch zu, ihr könnt mit uns reden, in einem sicheren Raum, ohne für eure Ängste und Schwächen verurteilt zu werden. Vielleicht geht es uns und vielen anderen ja genauso.  Am Ende lernen wir alle was dazu und tragen bei, mit Tabus zu brechen.

Was mache ich, wenn ich nicht gerade über Tabu-Themen spreche?

Dann bin ich entweder mit Fernsehteam für den Aktuellen Bericht im Saarland als Reporterin unterwegs oder man trifft mich mit Mann und Hund in der Natur oder in geselliger Runde mit Freunden und Familie.

 (Foto: SR)
Christine Biadacz-Holzer

CHRISTINE BIADACZ-HOLZER

Empathie spielt in meinem Leben eine große Rolle. Menschen, die empathisch sind und die Fähigkeit besitzen die Sprache des Anderen zu sprechen, begeistern mich. Diese Art der Kommunikation findet auf einer emotionalen Ebene statt. Sie erlaubt es mir mein Gegenüber besser zu verstehen, Hintergründe zu erfahren und eine tiefergehende Bindung herzustellen.

Aber auch mir fällt es selbst in meinen Dreißigern immer noch schwer über bestimmte Dinge zu reden. Auch in meinem Umfeld gibt es noch Tabus. Mit tabularasa will ich mehr über kritische Themen, meine Kolleginnen und mich selbst erfahren. 

Warum rede ich gerne über Tabu-Themen?

Ich bin davon überzeugt, dass viele Themen heutzutage noch unnötigerweise tabuisiert werden. Unsere Gesellschaft hat sich spätestens seit dem Zeitalter von social Media stark verändert. Über Vieles wird geredet, anderes zerdacht und das meiste diskutiert.

Auf der Strecke bleiben aber oft persönliche Themen. Mit denen versucht man auch noch im 21. Jahrhundert selbst klar zu kommen. Dabei könnten wir uns gegenseitig mit offenen Gesprächen auf dem Weg der persönlichen Entfaltung helfen. 

Was mache ich, wenn ich nicht gerade über Tabu-Themen spreche?

Dann durchforste ich wahrscheinlich gerade Online-Kommentare. Ich bin social-Media-Redakteurin beim Saarländischen Rundfunk und beobachte die Art der Kommunikation im Netz. In meiner Freizeit erlebt man mich oft im Gespräch, tanzend zur jeglicher Form von Musik und mit Hilfe von Yoga stets auf der Suche nach meiner inneren Mitte.

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja