Illustration des Coronavirus (Foto: Imago Images/ZumaPress)

Das Saarland-Update vom 03.04.2020

  03.04.2020 | 07:45 Uhr

Die Flut an Informationen über die Corona-Pandemie reißt nicht ab. Unser tägliches Update auf SR 1 informiert über die wichtigsten Entwicklungen in der Welt und auch im Saarland : montags bis freitags immer um 7.45 Uhr

  • Aktuell 1.252 positiv getestete Menschen im Saarland
  • Städte- und Gemeindetag fürchtet massive finanzielle Probleme für die Kommunen 
  • Saar-Politiker sprechen sich für “repräsentative Stichprobentestungen aus”
  • Hans hält Frage nach einer “Exit-Strategie” für zu früh

Die aktuellen Zahlen 

Aktuell wurden im Saarland 1.252 Menschen positiv auf COVID-19 getestet. Stand: Donnerstagabend, 18.00 Uhr. Quelle sind die offiziellen Zahlen, die das Gesundheitsministerium einmal pro Tag veröffentlicht. Das sind 179 bestätigte Infektionen mehr als noch am Mittwoch. Das Ministerium hat außerdem einen weiteren Todesfall bestätigt - insgesamt sind damit bisher sechzehn Menschen im Saarland an den Folgen der Infektion gestorben. 163 Menschen müssen derzeit im Krankenhaus behandelt werden, 51 von ihnen auf der Intensivstation. Aber, und das als gute Nachricht: 120 Menschen hatten das Virus - und gelten als geheilt. Deutschlandweit wurden aktuell (Stand Freitagmorgen, 06.00 Uhr) 84.794 Menschen positiv getestet, meldet die Johns-Hopkins-Universität.

Was hat sich im Saarland gestern getan?

Corona-Krise: Das Saarland-Update vom 03.04.2020
Audio [SR 1, (c) SR/Carolin Dylla, 03.04.2020, Länge: 04:14 Min.]
Corona-Krise: Das Saarland-Update vom 03.04.2020

Dass die Kosten im Zusammenhang mit den Maßnahmen gegen das Corona-Virus ordentlich im Landeshaushalt einschlagen hatte Finanzminister Peter Strobel (CDU) ja schon am Mittwoch angekündigt. Gestern hat sich dann auch der Städte- und Gemeindetag (SSGT) gemeldet: und der sieht es ganz dicke kommen. Denn den Kommunen drohen massive Verluste - rund 160 Millionen Euro weniger bei den Gewerbesteuer-Einnahmen und gut 80 Millionen Euro weniger bei der Einkommenssteuer. Das sei zwar das Worst-Case-Szenario sagt SSGT-Präsident Hermann-Josef Schmidt - aber offenbar eines, auf das sich die Kommunen einstellen. Schmidt fürchtet auch, dass die Kommunen am Ende nicht ohne neue Kassenkredite auskommen (sozusagen der Dispo der Kommunen) - ein Problem, das man ja eigentlich mit dem Saarlandpakt gerade erst ausgeräumt haben wollte. 

Es waren gewissermaßen diese Zahlen die den Tag gestern geprägt haben - und noch mehr Zahlen werden gebraucht, sagt Magnus Jung von der SPD. Allerdings in einem anderen Zusammenhang. Denn eines fällt auf: was den Anstieg der bestätigten Neuinfektionen pro Tag angeht, kann man im Saarland keinen deutlichen Trend erkennen. Heißt: es lässt sich nicht sicher sagen, wie schnell sich das Virus tatsächlich ausbreitet. Oder ob ein starker Anstieg zwischen zwei Tagen auf Nachholeffekte zurückzuführen ist, weil  da Ergebnisse von Tests einfließen, die schon vor ein paar Tagen gemacht wurden - deren Auswertung aber gedauert hat. Um solide und vergleichbare Daten zu haben, müsse es deshalb regelmäßige “repräsentative Stichprobentestungen” geben, sagt Jung, der auch Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Landtag ist. So könnte dann zum Beispiel statistisch hochgerechnet werden, wie viele Menschen das Virus in sich tragen, wie viele von ihnen Symptome entwickeln - und wie viele andere sie anstecken. Ähnliche Forderungen hatten viele Forscher in den vergangenen Tagen geäußert, unter anderem vom Kieler Institut für Weltwirtschaft. Und die Landesregierung will offenbar prüfen wie sich das im Saarland machen ließe - das zumindest haben Vertreter des Gesundheitsministeriums gestern im Gesundheitsausschuss mitgeteilt, sagte Jung.

Was ist mit dem “Danach”? - Kann man schon daran denken, wie wir zur Normalität zurückkommen?

Nach dem was Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) gestern in der SR-Sondersendung gesagt hat: wohl nicht. Das Argument: wer jetzt über mögliche Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen oder “Exit-Strategien” redet, der sorgt dafür, dass die Menschen sich weniger diszipliniert an die Regeln halten - und das könne man sich in der momentanen Lage einfach nicht leisten. Und auch Professor Robert Bals von der Homburger Uniklinik war da ziemlich deutlich: auf Low-Level-Maßnahmen setzen und hoffen, dass es gut geht - für den Arzt keine Lösung. 

Auch Thema auf SR 1 am 03.04.2020 bei 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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