Foto: SR

tabularasa - weg mit Tabus!

 

Schlechter Sex, Depression nach der Geburt, Alkoholismus – diese und andere Tabus sind Thema in dem neuen SR 2-Podcast „tabularasa“. Fünf junge Frauen sprechen darüber mit Betroffenen und Experten. Grundsätzlich geht es aber auch um die Frage: Wie kann man diese Themen gesellschaftsfähig machen? Hier gibt es alle Infos rund um die Macherinnen, die Idee hinter dem Podcast und die erste Folge „Bad Sex“.

Sendung: Dienstag 28.06.2022 19 Uhr


Team und Konzept

Wir sind fünf Journalistinnen in ihren 30ern, die für sensible Themen brennen - wir sind die Macherinnen von "tabularasa - unsere Namen sind:

Lisa Betzholz
Isabel Schaefer
Lisa Krauser
Sally-Charell Delin
und Christine Biadacz-Holzer.

Wir hatten die Idee zu dem Podcast und haben ihn gemeinsam entwickelt. In "tabularasa" sprechen wir über Tabus und tauchen tief ein in die Psychologie und Regelwerke unserer Gesellschaft.

 (Foto: SR)
Das Team von "tabularasa" - Isabel, Lisa K., Christiane, Lisa B. und Sally. (v.l.n.r.)

Dazu reden wir mit Menschen, die betroffen sind. Sie erzählen uns von Scham, gesellschaftlichen Erwartungen und Stigmata.

Wir befragen in unserem Pocast aber auch Experten und Expertinnen - reflektieren gemeinsam, suchen nach Heilungswegen und nach einem besseren gesellschaftlichen Umgang mit Tabus.

In einem sicheren Raum - mit viel Gefühl, Offenheit und Toleranz.


"Bad Sex" - 1. Folge

„Bad Sex“, schlechter Sex, ist ein absolutes Tabu. Klar, wer spricht da auch schon gerne drüber, wenn es schlecht läuft im Bett läuft? Isabel und Lisa B. lassen sich von der Paartherapeutin Dr. Heike Melzer erklären, wie stark unsere Vorstellungen von gelungener Sexualität mittlerweile vom Internet beeinflusst sind.

Wieder ins "Spüren" kommen

Die Therapeutin zeigt ihnen Methoden, wie man wieder ins „Spüren“ reinkommt und Sex abseits von gesellschaftlichen Normen und Idealen haben kann. Außerdem sprechen sie mit Menschen, die Pioniere in Sachen guter Sex und Sex-Positivität sind.

Triggerwarnung

Wir sprechen in dieser Folge explizit von Sex und sexuellen Erfahrungen. Klar, es geht ja auch darum, ein Tabu aufzubrechen. Wenn das für dich irgendwie belastend, verletzend oder einfach nicht stimmig sein sollte, bitte nicht auf Play drücken.

"Bad Sex - schlechter Sex" mit Lisa Betzholz und Isabel Schaefer
Podcast [SR 2, 13.06.2022, Länge: 58:40 Min.]
"Bad Sex - schlechter Sex" mit Lisa Betzholz und Isabel Schaefer

Wer ist in der ersten Folge dabei?

Jana Studnicka von "The Intimate Revolution Festival"

Für mich ist schlechter Sex, wenn man nicht miteinander redet, vor allem, wenn man Grenzen nicht kommuniziert oder nicht respektiert. Meiner Erfahrung nach ist das, was man möchte, sehr individuell und kann auch einfach schwanken von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde. Es ist wichtig, immer wieder miteinander in Kontakt zu gehen und wirklich in dieses Spüren reinzukommen.

Paartherapeutin Dr. Heike Melzer hat ein Buch geschrieben - „Scharfstellung - Die neue sexuelle Revolution - Eine Sexualtherapeutin spricht Klartext“ könnt Ihr Euch hier anschauen.

 (Foto: Privat)
Paartherapeutin Dr. Heike Melzer

Anna und Andreas (Namen geändert) geben auch Workshops zum Beispiel zu den Themen Consent, Power Dynamics, Shibari-Seilspiele oder Authentic Relating:
www.daringcaring.com

Es gibt unzählige therapeutische Angebote im Bereich Paartherapie und sexuelle Beratung, bestimmt auch in Deiner Nähe.

Weitere Infos findet ihr hier.


Kontakt und Instagram-Seite des Podcasts

  • Ihr wollt mit dem Team in Kontakt treten? Schickt eine Email an: tabularasa@sr.de

 (Foto: SR)
V. l. Isabel Schaefer, Sally-Charell Delin, Lisa Krauser, Lisa Betzholz, Christine Biadacz-Holzer

Schattenriss eines Paares, das sich die Hand hält. (Foto: dpa)
Foto: dpa

Informationen und Hilfsangebote

Es gibt unzählige therapeutische Angebote im Bereich Paartherapie und sexuelle Beratung, bestimmt auch in Deiner Nähe.

Institutionen wie Pro familia bieten auch Sexualberatungen an, oftmals sogar kostenlos:

Hier kann man die nächstgelegene Beratungsstelle heraussuchen oder die Online-Beratung von Pro familia in Anspruch nehmen.

Es gibt auch in jeder Region Selbsthilfe-Gruppen, je nach dem welches sexuelle Problem Ihr habt.

Wenn Ihr ein gutes Verhältnis zu Eurer Ärzt:in habt, könnt Ihr auch da mal nachfragen. Besonders Hausärzt:innen, Urolog:innen und Gynäkolog:innen sollten ihre Patient:innen über die Behandlungsmöglichkeiten für sexuelle Probleme aufklären und informieren können. 

Wenn es dringender sein sollte: Je nach Region gibt es auch in Krankenhäusern und Kliniken spezielle Sprechstunden oder Spezialambulanzen bei Sexualstörungen wie Erektionsproblemen oder Libidoverlust.

 (Foto: SR)

ISABEL SCHAEFER

Ich bin Isabel, Mit-30erin und Journalistin beim Saarländischen Rundfunk. Ich brenne für sensible Themen, möchte gute Geschichten erzählen und in psychologische Tiefen abtauchen.

Manchmal braucht es ein ganzes Leben, um mit Wunden fertig zu werden und zu verstehen, wie das mit dem Leben geht. Anderen auf ihrem Weg zu helfen, sich mit den schwierigen Aspekten des Lebens zu beschäftigen und mit Tabus aufzuräumen, das ist mein Ziel bei tabularasa.

Wir wollen das, was im Verborgenen liegt, sichtbar machen und wir machen das auf unsere eigene, weibliche und auch in die Tiefe gehende Art und Weise.

Warum rede ich gerne über Tabu-Themen?

Oft finden die persönlichen Dramen von Menschen im Stillen, für andere unsichtbar statt. Ich möchte diese Geschichten sichtbar machen und Wege aus der Krise zeigen. Vielleicht ist das ja gar nicht so unnormal, was da passiert? Gibt es da nicht noch andere, die das gleiche Problem haben? Müssen wir uns als Gesellschaft verändern, damit es das Problem nicht mehr gibt?

Was mache ich, wenn ich nicht gerade über Tabu-Themen spreche?

Dann bin ich als Videojournalistin viel unterwegs, besuche Land und Leute und mache Magazin-Beiträge sowie Reportagen. Außerdem gehe ich für mein Leben gerne Wandern und liebe Natur und Tiere.

 (Foto: SR)

SALLY-CHARELL DELIN

Die eigene Stimme ist schon ein beeindruckendes Werkzeug. Meine Begeisterung für die Stimme habe ich beim Kulturjournalismus-Studium an der Universität der Künste Berlin entdeckt. Mittlerweile begleite ich als Moderatorin Hörer:innen durch ihren Tag und spreche als Teil der Literaturredaktion mit Autor:innen über ihre Romane.

Stimme heißt für mich aber auch: Die Stimme im Kopf kennenlernen. Seine eigene Stimme finden. Und: Unerzählten Geschichten und Protagonist:innen eine Stimme geben. Ich bin froh, das von nun an mit tabularasa tun zu können.

„Wir haben doch alle irgendein Thema, über das wir eigentlich nicht gerne sprechen. Dabei kann genau das helfen: Darüber reden.“

Warum rede ich gerne über Tabu-Themen?

Weil wir alle von irgendeinem Thema betroffen sind, über das wir eigentlich nicht gerne sprechen. Aber genau das kann so hilfreich sein: Über unbequeme Themen zu reden und zu erfahren, dass man damit nicht alleine ist. Ich glaube, dass wir an diesem Austausch wachsen können – als Individuum und als Gesellschaft.

Was mache ich, wenn ich nicht gerade über Tabu-Themen spreche?

Dann stehe ich als Moderatorin im Studio oder auf Bühnen und spreche mit spannenden Autor:innen über ihre Texte und ihr Leben. Privat findet man mich in den Saarbrücker Cafés, an der Töpferscheibe oder auf der Yogamatte.

 (Foto: SR)

LISA KRAUSER

Reden war schon immer mein Ding. Zum Leid meiner Familienmitglieder, die beim Abendessen auch gerne mal was von ihrem Tag erzählt hätten. Und so hatte ich mit circa drei Jahren den Spitznamen „Schnawwel-Lisel“.

Es gibt aber auch eine stillere Lisa: die, die viel in ihrem Kopf abhängt und alles hundert Mal analysieren muss, um das Chaos darin zu sortieren. Ich bin Expertin fürs Selbstgespräch im Kopf. Was mir dann hilft: Menschen, die mir zuhören, in einem geschützten Raum. So ein geschützter Raum soll Tabularasa für uns, unsere Protagonist:innen und unsere Zuhörer:innen sein.

Warum rede ich gerne über Tabu-Themen?

Weil ich davon überzeugt bin, dass es uns befreit und stärker macht. Wenn wir uns trauen, offen über unsere Schwächen, unsere Ängste und unsere Wunden zu sprechen, können wir unseren Scham überwinden, selbst stärker werden, und uns in unserer Verletzlichkeit mit anderen verbinden.   

"Ich rede gerne über Tabu-Themen, weil ich davon überzeugt bin, dass es uns befreit und stärker macht. Wenn wir uns trauen, offen über unsere Schwächen, unsere Ängste und unsere Wunden zu sprechen, können wir unseren Scham überwinden, selbst stärker werden, und uns in unserer Verletzlichkeit miteinander verbinden."  

Was mache ich, wenn ich nicht gerade über Tabu-Themen spreche?

Dann bin ich mit hoher Wahrscheinlichkeit gerade unterwegs zum nächsten Interview-Termin. Ich bin Reporterin beim Saarländischen Rundfunk und berichte über alles, was die Saarländer:innen bewegt. Außerdem brenne ich für gutes Storytelling und lange Formate, in denen ich Menschen viel Raum für ihre Geschichte geben kann.

 (Foto: SR)

LISA BETZHOLZ

Ich bin aus vollem Herzen Reporterin. Ich liebe es Menschen zuhören zu dürfen, die mir ihre Geschichte erzählen- aber leider muss die meist in nur 2:30 Minuten passen. Da kann ich natürlich nicht immer so in die Tiefe gehen, wie ich mir das wünschen oder es den Menschen gerecht werden würde. Das hoffe ich mit tabularasa ändern zu können.

Warum rede ich gerne über Tabu-Themen?

Weil es so heilsam sein kann. Wir kennen doch alle das erleichternde Gefühl, wenn wir uns endlich überwinden und über ein quälendes Thema sprechen, das uns schon ewig beschäftigt und unser Gegenüber dann sagt: Ja ich weiß genau was du meinst, mir geht das genauso. Und schon fühlt es sich ein kleines bisschen leichter an.  

Dieses Gefühl wollen wir bei tabularasa auch unseren Protagonist:Innen vermitteln. Wir hören euch zu, ihr könnt mit uns reden, in einem sicheren Raum, ohne für eure Ängste und Schwächen verurteilt zu werden. Vielleicht geht es uns und vielen anderen ja genauso.  Am Ende lernen wir alle was dazu und tragen bei, mit Tabus zu brechen.

Was mache ich, wenn ich nicht gerade über Tabu-Themen spreche?

Dann bin ich entweder mit Fernsehteam für den Aktuellen Bericht im Saarland als Reporterin unterwegs oder man trifft mich mit Mann und Hund in der Natur oder in geselliger Runde mit Freunden und Familie.

 (Foto: SR)

CHRISTINE BIADACZ-HOLZER

Empathie spielt in meinem Leben eine große Rolle. Menschen, die empathisch sind und die Fähigkeit besitzen die Sprache des Anderen zu sprechen, begeistern mich. Diese Art der Kommunikation findet auf einer emotionalen Ebene statt. Sie erlaubt es mir mein Gegenüber besser zu verstehen, Hintergründe zu erfahren und eine tiefergehende Bindung herzustellen.

Aber auch mir fällt es selbst in meinen Dreißigern immer noch schwer über bestimmte Dinge zu reden. Auch in meinem Umfeld gibt es noch Tabus. Mit tabularasa will ich mehr über kritische Themen, meine Kolleginnen und mich selbst erfahren. 

Warum rede ich gerne über Tabu-Themen?

Ich bin davon überzeugt, dass viele Themen heutzutage noch unnötigerweise tabuisiert werden. Unsere Gesellschaft hat sich spätestens seit dem Zeitalter von social Media stark verändert. Über Vieles wird geredet, anderes zerdacht und das meiste diskutiert.

Auf der Strecke bleiben aber oft persönliche Themen. Mit denen versucht man auch noch im 21. Jahrhundert selbst klar zu kommen. Dabei könnten wir uns gegenseitig mit offenen Gesprächen auf dem Weg der persönlichen Entfaltung helfen. 

Was mache ich, wenn ich nicht gerade über Tabu-Themen spreche?

Dann durchforste ich wahrscheinlich gerade Online-Kommentare. Ich bin social-Media-Redakteurin beim Saarländischen Rundfunk und beobachte die Art der Kommunikation im Netz. In meiner Freizeit erlebt man mich oft im Gespräch, tanzend zur jeglicher Form von Musik und mit Hilfe von Yoga stets auf der Suche nach meiner inneren Mitte.

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja