Ein Schild weist die Richtung auf dem Gelände des LSVS (Foto: SR Fernsehen)

Parteien reagieren auf LSVS-Affäre

Carolin Dylla / Onlinefassung: Axel Burmeister   25.04.2018 | 18:08 Uhr

In der Großen Koalition herrscht offenbar Uneinigkeit darüber, in welchem Tempo der von allen Seiten geforderte „Neustart“ nach der Finanzaffäre beim Landessportverband ablaufen soll. Während die SPD den sofortigen Rücktritt des gesamten Präsidiums fordert, hält sich die CDU um Ministerpräsident Tobias Hans noch zurück.

Neuanfang, Transparenz, Aufklärung: Aus Sicht der Saar-SPD geht das nur mit einem komplett neuen Präsidium im Landessportverband. SPD-Generalsekretär Christian Petry forderte den sofortigen Rücktritt von LSVS-Präsident Klaus Meiser. Nach Petrys Worten offenbaren Misswirtschaft und politische Fehleinschätzungen immer tiefere Gräben. Petry wirft Meiser vor, seit Bekanntwerden der Defizite Ende letzten Jahres Aufklärung und Transparenz versprochen jedoch nichts unternommen zu haben. Heute zeige sich ein betriebswirtschaftliches und politisches Chaos, das kaum mehr zu überblicken sei. Rückendeckung kommt von der SPD-Landeschefin und stellvertretenden Ministerpräsidentin Anke Rehlinger.

Der Koalitionspartner CDU wählt sehr viel vorsichtigere Worte: Ministerpräsident Tobias Hans forderte in einer Stellungnahme einen so wörtlich „raschen Neuanfang“ - auch beim LSVS-Präsidium.

Grüne sehen politische Beeinflussung

Für die Saar-Grünen ist klar, wenn der so oft geforderte Neustart gelingen soll, muss sich die Politik raushalten - und zwar komplett. Grünen-Landeschef Markus Tressel hatte zuletzt scharf kritisiert, dass SPD und CDU versuchten, durch Untersuchungsgremien wie den so genannten Lenkungsausschuss die Aufarbeitung des LSVS-Skandals politisch zu beeinflussen. Er wirft beiden Parteien vor, das System der Sportförderung beibehalten zu wollen. „Weder Partei-, Fraktions- oder Regierungsmitglieder anderer Ministerien haben hier etwas zu suchen, geschweige denn auf Entscheidungen der Rechtsaufsicht Einfluss zu nehmen“, sagte Tressel.

Linke reagiert mit Unverständnis

Die Linke im Landtag will das Thema im Innen- und Sportausschuss auf die Tagesordnung setzen. Der Innenpolitiker Dennis Lander sagte, die Saarländer - vor allem diejenigen, die in einem Sportverein aktiv sind - fragten sich zu Recht, wie die Verantwortlichen im LSVS und der Rechtsaufsicht dieses Finanzloch so lange Zeit übersehen konnten. Es sei auch unverständlich, wie ein Fehlbetrag gegenüber der Sportplanungskommission in Höhe von 8,5 Millionen Euro aufgelaufen sein kann, ohne dass Vorstand und Präsidium des Landessportverbands, die Mitglieder der Sportplanungskommission und die Rechtsaufsicht im Innenministerium irgendetwas davon bemerkt haben wollen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 25.04.2018 berichtet.