Saarlandkarte mit Ortsnamen (Foto: SR 1 / Esther Wagner)
Corona: Folgen im Saarland

In den letzten 24 Stunden gab es im Saarland fünf neue Infektionen mit dem Coronavirus. Insgesamt sind im Saarland aktuell 50 Menschen erkrankt. Immer wieder werden wegen des Virus neue Maßnahmen oder jetzt auch Lockerungen bekanntgegeben, zum Beispiel in Bezug auf die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen. Details zu den Entwicklungen lest ihr hier.

Stand: 4. August 2020, 15:15 Uhr

  • Aktuelle Zahlen zu bestätigten Fällen im Saarland und in welchen Landkreisen sie festgestellt wurden: Findet ihr hier.


Maskenpflicht im Freien in mehreren französischen Städten

In der Region Grand Est verpflichten jetzt drei Städte ihre Bürger zum Tragen von Schutzmasken auch außerhalb geschlossener Räume. In ganz Frankreich haben das rund 250 Städte beschlossen.

Im historischen Zentrum von Straßburg rund um die Kathedrale sind Touristen und Einheimische derzeit zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verpflichtet. In Lothringen haben die Städte Epinal und Gérardmer in den Vogesen die Vorschrift eingeführt. In Gérardmer, das an einem See liegt, ist der Mund-Nasen-Schutz auf Märkten und am Ufer Vorschrift. In Epinal gilt die Regelung an allen öffentlichen Orten, wo Menschen zusammen kommen. Metz und Nancy haben noch nicht darüber entschieden.

Viele Küstenstädte schreiben Masken vor

Seit voriger Woche können Städte in Frankreich Mund-Nasen-Schutz in der Öffentlichkeit verpflichtend vorschreiben. Das haben bislang rund 250 Städte beschlossen. Vor allem Städte und Gemeinden an der bretonischen Küste, aber auch etwa Montpellier und Nizza an der Mittelmeerküste, schreiben Schutzmasken auf Märkten oder sogar in allen Straßen vor. Ziel ist es, eine zweite Corona-Welle zu verhindern.


ICE Saarbrücken - Berlin fährt wieder

Die Deutsche Bahn hat die ICE-Direktverbindung von Saarbrücken und Homburg nach Berlin wieder aufgenommen. Wegen der Coronakrise war der durchgehende Zug mehrere Monate lang ausgefallen.

Der ICE verlässt Saarbrücken montags bis samstags um 6.28 Uhr und Homburg um 6.50 Uhr. Gegen 13.00 Uhr erreicht er die Bundeshauptstadt. Die Rückfahrt beginnt jeweils gegen 17.00 Uhr in Berlin. Sie findet montags bis freitags und sonntags statt. Der Zug kommt gegen 23.00 Uhr in Homburg und gegen 23.30 Uhr in Saarbrücken an.

Nach Paris fahren schon seit Mai wieder ICE und TGV.


Rixecker: Härtere Strafen für Maskenverweigerer sind bereits möglich

Nach massiven Missachtungen der Corona-Regeln bei einer Demonstration in Berlin werden Forderungen nach härteren Strafen laut. Die sind bereits möglich, sagt Roland Rixecker, Präsident des Verfassungsgerichtshofes des Saarlandes. Dabei gelte aber immer der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.

20.000 Menschen hatten am Wochenende in der Hauptstadt gegen die Corona-Beschränkungen protestiert, viele verzichteten dabei absichtlich auf den vorgeschriebenen Mindestabstand und einen Mund-Nasen-Schutz. Unter anderem der Deutsche Städtetag forderte daraufhin ein hartes Vorgehen gegen Demonstranten, die die Regeln zur Eindämmung der Coronapandemie nicht einhalten.

Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren

Im Saarland drohen Personen bis zu 200 Euro Bußgeld, wenn sie an einer Versammlung unter freiem Himmel teilnehmen und den Mindestabstand dabei nicht einhalten oder keinen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Doch schon jetzt sind auch deutlich höhere Strafen möglich, sagt Verfassungsgerichtshof-Präsident Rixecker. "Wenn jemand beharrlich gegen solche Auflagen verstößt, also wenn er auf eine zunächst erfolgte Auflage auch von Polizeibeamten eine Mund-Nasen-Bedeckung nicht anlegt, dann beginnt der Bereich der Strafbarkeit. Und dann geht es eben nicht mehr um 200 Euro." Das Infektionsschutzgesetz sehe gegenwärtig bei bestimmten beharrlichen Verstößen eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vor.

Dabei müsse immer der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gewahrt sein, so Rixecker. "Man muss nicht jedem, der eine Mund-Nasen-Bedeckung nicht trägt - aus Nachlässigkeit, oder weil er vielleicht im ersten Moment das für nicht so wichtig hält - schon die ganze Schärfe des Schwertes des Staates zeigen." Man sollte zunächst einmal informieren. Wer allerdings nicht bereit sei, den Regeln, die für alle gelten, zu folgen, der müsse sanktioniert werden.


Großer Andrang am Corona-Testzentrum in Saarbrücken

Das Corona-Testzentrum in Saarbrücken hat am Montag einen großen Ansturm verzeichnet. In der Drive-In-Teststation können sich Reiserückkehrer, Einreisende, Pflegekräfte und saarländische Lehrer kostenlos auf das Coronavirus testen lassen, sofern sie nicht symptomatisch sind.

Am ersten Öffnungstag des Corona-Testzentrums haben sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums bereits 600 Freiwillige auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen lassen. Gerechnet habe man mit rund 200 Personen.

Um dem großen Andrang gerecht zu werden, wurden die Öffnungszeiten für Dienstag 7.00 bis 20.00 Uhr erweitert. Ursprünglich sollte die Teststation werktags von 9.00 bis 17.00 Uhr und samstags von 9.00 bis 13.00 Uhr öffnen. Das Gesundheitsministerium bat darum, Termine über das Internet zu buchen.

Am Montag waren insgesamt 680 Personen auf das Coronavirus im Testzentrum getestet worden. Bis Dienstagmittag lagen nach Angaben des Gesundheitsministeriums 399 Testergebnisse vor. Bislang fiel einer der Tests positiv aus. Bei einem Reiserückkehrer, der aus dem Kosovo kam, konnte eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen werden.

Mehr Infos und der Link zur Anmeldung:

Andrang am Saarbrücker Testzentrum (Foto: Steffani Balle/SR)
600 Tests am ersten Tag
Großer Andrang am Corona-Testzentrum in Saarbrücken
Das Corona-Testzentrum in Saarbrücken hat am Montag einen großen Ansturm verzeichnet. In der Drive-In-Teststation können sich Reiserückkehrer, Einreisende und saarländische Lehrer kostenlos auf das Coronavirus testen lassen, sofern sie nicht symptomatisch sind.


Neue Lockerungen ab 27. Juli

Ab heute gelten im Saarland weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen. So können Kontaktsportler und Tanzschulen wieder in Gruppen bis zu 35 Personen trainieren, und auch größere Veranstaltungen werden wieder möglich.

Ab dem 27. Juli kann der Kurs-, Trainings- und Sportbetrieb wieder in Gruppen von bis zu 35 Personen aufgenommen werden. Bislang waren 25 Teilnehmer erlaubt. Gleiches gilt auch für Tanzschulen. Gängige Hygienemaßnahmen bleiben aber weiterhin Vorschrift.

Auch Veranstaltungen mit bis zu 700 Personen unter freiem Himmel und 350 Personen in geschlossenen Räumen sollen wieder möglich sein. Die Begrenzung gilt pro Veranstaltungstag und -ort. Weiterhin gilt, dass Veranstaltungen mit mehr als 20 anwesenden Personen vom Veranstalter bei der Ortspolizeibehörde angemeldet werden müssen.

Die neue Rechtsverordnung gilt bis 9. August.

Zuhörer sitzen mit Mindestabstand zueinander und applaudieren. (Foto: dpa/KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)
Hohe Hürden für Veranstalter
Großveranstaltungen erlaubt, aber kaum umsetzbar
Seit Montag erlaubt das Saarland wieder Veranstaltungen mit bis zu 350 Personen in geschlossenen Räumen. Unter freiem Himmel dürfen sogar 700 Personen zusammenkommen. Für die Veranstaltungsbranche im Saarland ist es wegen der geltenden Coronaauflagen trotzdem kaum möglich, Veranstaltungen in dieser Größenordnung anzubieten.


Die aktuellen Quarantäne-Regeln im Saarland

Das sind aktuell die Quarantäneregeln im Saarland:

Nach einem Besuch in einem Risikogebiet müssen Menschen in Quarantäne. Das gilt aber nicht, wenn:


  • der Besuch kürzer war als 3 Tage.
  • die Menschen ihren Freund oder ihre Freundin besucht haben.
  • sich die Menschen um ein Familien·mitglied gekümmert haben.
  • die Menschen im Risikogebiet eine Ausbildung machen oder dort studieren.

Ein Risikogebiet ist momentan zum Beispiel Luxemburg. Deswegen will die Regierung auch Schüler, Erzieherinnen in Kitas und Kita-Kinder testen.