Wohnungseinbrüche, (Foto: dpa | Silas Stein)

Das Saarland hat bundesweit die dritthöchste Einbruchsquote

Tabea Prünte   30.11.2021 | 15:31 Uhr

Das Saarland belegt im Bundesvergleich einen der Spitzenplätze bei der Wohnungseinbruchsrate. Und das, obwohl die Anzahl der erfassten Delikte im vergangenen Jahr rückläufig war. Tipps, um Wohnungseinbrüche zu verhindern, gibt die Polizei.

Im Saarland gab es im vergangenen Jahr auf die Einwohnerzahl umgerechnet mehr Wohnungseinbrüche als in den meisten anderen Bundesländern. Laut Zahlen aus der Bundeskriminalstatistik für 2020 belegt das Saarland den dritten Platz. Nur in Berlin und in Hamburg lag die Einbruchsrate höher.

In früheren Jahren lag das Saarland eher im bundesweiten Mittelfeld. Gründe für die aktuelle Entwicklung kann das Landespolizeipräsidium derzeit keine nennen.

Anzahl der Einbrüche trotzdem rückläufig

Tendenziell ist die Zahl der Einbrüche seit einigen Jahren rückläufig. Für das vergangene Jahr hat die Polizei 1370 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstählen im Saarland erfasst. Das sind gut 100 Fälle und damit etwa acht Prozent weniger als im Jahr 2019. Im Vergleich zum Jahr 2018 ging die Zahl sogar um rund ein Viertel zurück. Damals wurden mehr als 1700 Wohnungseinbrüche polizeilich erfasst.

Gründe für rückläufige Zahlen

Einen möglichen Grund für den Rückgang sieht Stephan Laßotta, Sprecher des Landespolizeipräsidiums, in der Coronapandemie. Verschiedene Regelungen und Maßnahmen haben bereits im vergangenen Jahr dafür gesorgt, dass die Menschen auch tagsüber mehr zu Hause sind, zum Beispiel, da sie im Homeoffice gearbeitet haben. "Es haben also die Tatgelegenheiten gefehlt", erklärt Laßotta. "Einbrecher scheuen das Risiko und suchen sich Häuser aus, die leer sind."

Auch Sonderkontrollen und eine engere Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen aus Frankreich und Luxemburg könnten für die niedrigere Anzahl der Delikte verantwortlich sein. "Das kann man aber alles nur vermuten", schränkt er ein.

Zudem seien die Saarländerinnen und Saarländer besser aufgeklärt. Dafür bietet die Polizei auch eine kostenlose Einbruchschutzberatung an und gibt individuelle Tipps. Weitere Hinweise gibt es online auf der Seite der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle.

Tipps der Polizei

Die wichtigsten Schutzmaßnahmen seien ganz einfach, so Laßotta. Gekippte Fenster im Erdgeschoss oder offene Türen seien häufig die Schwachstelle, die Einbrecher nutzten. "Dafür brauchen sie sogar nur wenig Hilfsmittel, häufig nur einen großen Schraubenzieher", sagt Laßotta. Man solle dementsprechend darauf achten, dass die Fenster und Türen mindestens geschlossen sind und einen gewissen Sicherheitsstandard mit sich bringen.

Außerdem solle das Haus oder die Wohnung nicht den Anschein erwecken, leer zu sein. Darauf deuten heruntergelassene Rollladen oder überquellende Briefkästen häufig hin.

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