Begrüntes Haus (Foto: pixabay / fietzfotos)

Fassadenbegrünung

Katja Preißner / Onlinefassung: Raphael Klein   29.03.2019 | 09:45 Uhr

Fassade streichen oder doch lieber Kletterpflanzen setzen? Das ist für viele Hausbesitzer eine interessante Frage. Begrünte Fassaden sind nicht nur schön, sondern auch gut für den Naturschutz und können auch dämmend wirken – aber nur, wenn man´s richtig macht.

Zehn Millionen Wände in Deutschland könnten begrünt werden, meint Karl Rudi Reiter vom Naturschutzbund NABU Saar. Allein im Saarland ließen sich 400.000 Häuser begrünen - quasi als Rettungsring gegen das Insektensterben. Möglichkeiten zur Begrünung gibt es viele: Efeu, Weinranken, aber auch Gräser, Purpurglöckchen, Bergenien und Kräuter eignen sich. Allerdings gilt es dabei einiges zu beachten.

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Fassadenbegrünung richtig gemacht
Audio [SR 3, Katja Preißner, 29.03.2019, Länge: 04:25 Min.]
Fassadenbegrünung richtig gemacht

Vertikaler Garten
Einen vertikalen Garten mit vielen verschieden Pflanzen anzulegen, kann sehr aufwändig werden. Es braucht Rankgitter, eine Humusschicht und wasserdichte Folie vor der Hauswand. Das sei schon etwas für Fortgeschrittene, sagt SR 3-Gärtner Harry Lavall. Das Problem bei solchen Systemen ist vor allem die Wasserführung. Wasser folgt der Schwerkraft. Wenn man also von oben gießt, dann werden die oberen Teile relativ schnell trocken, und unten wird’s sehr nass. Da muss das System stimmen und  am besten von einem Fachmann eingerichtet werden.

Klassische Fassadenbegrünung
Eine urige Fassadenbegrünung funktioniert viel einfacher: Hier unterscheidet man zwischen selbstkletternden Pflanzen und solchen Gewächsen, die eine Rankhilfe benötigen. Die Auswahl ist riesig: Efeu, wilder Wein, Kletterrosen, Clematis, Blauregen, Trompetenwinde sind nur einige Beispiele.

Begrünung für gutes Hausklima
Eine solche Begrünung der Hauswand kann viele Vorteile mit sich bringen: Hinter der Wand bleibt es bei Hitze länger kühl und im Winter kommt auch weniger Kälte durch die Wand herein. Pflanzen am Haus entwässern außerdem den Boden, sodass auch der Keller trockener bleibt.

Aber Vorsicht!
Man sollte die Ranken nicht einfach wachsen lassen. Begrünte Fassaden müssen gepflegt werden. Denn die Ranken haben Kraft! Sie schlängeln sich in Ritzen, Dachrinnen und Mauerspalten und können dort auch Schäden anrichten. Besonders der Efeu geht durchaus in Putzspalten rein und entwickelt im Laufe der Zeit ein enormes Gewicht. Und dann kann es passieren, dass sich begrünte Fassaden mit dem Putz auflösen. Hier braucht es also eine stabile Fassade und intensive Pflege.

Pflege und Rankhilfen
Efeu braucht keine Rankhilfe und sollte einmal im Jahr zurückgeschnitten werden. Besondere Vorsicht braucht es beim Blauregen: Der benötigt eine Rankhilfe und sollte an dicker werdenden Zweigen unbedingt gestutzt werden. Die kräftigen Triebe klammern sich nämlich um die Rankhilfe und können sogar Maueranker aus der Wand reißen. Hier kann eine Feder als Puffer zwischen Wand und Rankgitter Abhilfe schaffen. Auch bei Rosen ist es besser, sie mit einem Rankgerüst und genügend Abstand vors Haus zu setzen. Denn ohne Belüftung ist der Mehltau schnell da.

Rankhilfen wiederum gibt’s aus Holz und Metall. Das Holz bedarf besonderer Pflege. Wenn Blätter und Triebe um das Holz wachsen, bleibt es relativ lange feucht, sodass es sich zersetzen kann. Metall ist hingegen langlebiger.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 29.03.2019 auf SR 3 Saarlandwelle.

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