deutsche und französische Flagge (Foto: dpa/SR)

Erste Bilanz der Frankreichstrategie

Lisa Huth/red   25.06.2014 | 08:04 Uhr

Vor knapp einem halben Jahr hat die saarländische Landesregierung ihre Frankreichstrategie vorgestellt. Sie fand eine weltweite Resonanz. SR3 Saarlandwelle hat nachgefragt, was daraus geworden ist.

Mehr als 100 Stellungnahmen seien eingegangen, teilte Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) dem SR mit, darunter viele aus der Wirtschaft. Saarlandweit hätten viele Unternehmen angekündigt, die Sprachkompetenz ihrer Mitarbeiter auszubauen. Das solle auch in der Landesverwaltung geschehen: Für alle Mitarbeiter dort werde es künftig einen Rechtsanspruch auf Französisch-Fortbildung geben.

Französisch als Pflichtfach in der Lehrerausbildung

Politik & Wirtschaft
Kramp-Karrenbauer warb in Paris für Frankreichstrategie
Die saarländische Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer hat am deutsch-französischen Regierungsgipfel in Paris teilgenommen. Dabei führte sie auch Gespräche mit einzelnen Ministern. Ein Thema in allen Gesprächen: die neue Frankreichstrategie des Saarlandes.

Auch in der Grundschullehrerausbildung des Saarlandes werde Französisch künftig ein Pflichtfach. Kramp-Karrenbauer sagte, dass jeder, der im Saarland seine Ausbildung zum Grundschullehrer absolviere, auch Französisch belegen müsse. Ziel sei es, dass sie die Kinder bereits zweisprachig erziehen könnten. Schüler der Klassenstufe Fünf könnten dann mit Englisch als erster Fremdsprache beginnen, Französisch aber in Form von Sprachkursen fortführen. Damit entfiele der Zwang, sich für die eine oder andere Sprache zu entscheiden.

Strategie wird zum Selbstläufer

Unabhängig vom Papier selbst ist die Frankreichstrategie ein Selbstläufer geworden: Airbus habe das Saarland auf der Landkarte entdeckt, Nachfragen habe es aus Kanada und Japan gegeben. Aus Dijon habe sich eine Wirtschaftsdelegation gemeldet, um mit den Saarländern zusammenzuarbeiten. Auch die Europäische Kommission habe großes Interesse an der Umsetzung gezeigt, weil sich zum ersten Mal eine Region zu einer Strategie der Mehrsprachigkeit entschlossen habe.

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