Tropfsteinhöhle in Niedaltdorf 2011 (Foto: imago/Becker&Bredel)

Niedaltdorf peilt Öffnung der Tropfsteinhöhle für 2022 an

Markus Person   13.02.2020 | 15:45 Uhr

Die Pläne für die Wiedereröffnung der Tropfsteinhöhle in Niedaltdorf werden konkreter. Hinter der Finanzierung stehen allerdings noch viele Fragezeichen. Seit gut sechs Jahren ist die Höhle nicht mehr für Besucher geöffnet.

Nach einem Treffen aller Beteiligten – der Gemeinde Rehlingen-Siersburg, der Naturlandstiftung Saar, des Umweltministeriums und des Landkreises Saarlouis – soll es nun endlich vorangehen. Dafür soll die Gemeinde zunächst mit der Naturlandstiftung Saar, die die Besitzerin der Höhle ist, einen Pachtvertrag schließen. Allerdings bedarf es zudem erheblicher Fördermittel, um die Höhle für Besucher wieder zugänglich zu machen.

Natur- und Kulturerbe

Ein erster Schritt zur Wiedereröffnung der Niedaltdorfer Tropfsteinhöhle
Audio [SR 3, Markus Person, 13.02.2020, Länge: 02:53 Min.]
Ein erster Schritt zur Wiedereröffnung der Niedaltdorfer Tropfsteinhöhle

Die Tropfsteinhöhle in Niedaltdorf ist ein saarländisches Natur- und Kulturerbe. Seit gut sechs Jahren kann sie aber nicht mehr besichtigt werden. Der erste Beigeordnete der Gemeinde Rehlingen-Siersburg, Joshua Pawlak, ist jedoch optimistisch, dass sich dies in absehbarer Zeit ändert. „Wir werden in den nächsten Wochen in internen Gruppen in der Gemeinde einen möglichen Pachtvertrag diskutieren“, so Pawlak. Anschließend soll im Haushalt Geld für die Planung eingestellt werden.

Den Pachtvertrag soll die Gemeinde mit der Naturlandstiftung Saar schließen, die die Höhle 2018 für rund 120.000 Euro aus Privatbesitz übernommen hatte. Das Geld dafür kam damals vom Umweltministerium.

Langfristiger Pachtvertrag

Der Pachtvertrag mit der Gemeinde solle langfristig sein, so der Kurator der Naturlandstiftung, Udo Weyrath. „Unser Vorschlag ist dahingehend, dass wir einen langfristigen Pachtvertrag und zur Absicherung eine Pachtdienstbarkeit abschließen. So kann die Gemeinde sicher sein, dass sie diese 30 Jahre, die wir in einem ersten Schritt vorgesehen haben, auch als Pächterin der Höhle agieren kann.“

Damit wäre ein erster Schritt in Richtung Wiedereröffnung getan. Selbst leisten kann sich die Gemeinde die Höhle als Haushaltsnotlage-Kommune nämlich nicht. Doch allein mit der Pacht ist noch nicht viel gewonnen. Denn auch die Sanierung und Modernisierung des Höhlenvorraums und der Höhle selbst werden teuer. „Nach Grobschätzungen brauchen wir schon eine einmalige Investition von 350.000 Euro“, so der erste Beigeordnete Pawlak. „Für uns als Gemeinde ist ganz klar: Das können wir selbst nicht meistern.“

Kosten noch unklar

Und auch wenn die Höhle modernisiert werden sollte, kämen schon die nächsten Kosten. Pawlak führt die jährlichen Kosten für den Pachtvertrag und die Bewirtschaftung an. Um Klassen, andere Gruppen oder Einzelpersonen zu empfangen, benötige man vor Ort Personal. „Das muss in einem gesunden Maß stattfinden“, betont er.

Um die nötigen Mittel zu bekommen, sollen Fördertöpfer von der Kreis- bis zur EU-Ebene angezapft werden. Hier will auch die Naturlandstiftung als Besitzerin der Höhle beratend zur Seite stehen. Kurator Weyrath denkt dabei an Förderprogramme zur Entwicklung des ländlichen Raums oder aus dem Bereich Touristik. Dort könne man dann Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium oder der Tourismuszentrale Saar führen.

Um das weitere Vorgehen zu besprechen, will Pawlak zeitnah eine Arbeitsgruppe von Gemeinde und Landkreistouristik einrichten. Sollte es dann auch mit der Förderung klappen, könnte die Tropfsteinhöhle Niedaltdorf wohl 2022 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein – genau 90 Jahre nach der Ersteröffnung.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Region am Nachmittag vom 13.02.2020 berichtet.

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