Asiatische Hornisse (Foto: SR)

Kampf gegen die asiatische Hornisse im Saarland

Reporter: Laszlo Mura & Steffani Balle / Onlinefassung: Dagmar Scherer & Raphael Klein   24.07.2023 | 16:50 Uhr

Seit etwa drei Jahren treibt sie im Saarland ihr Unwesen und breitet sich auch immer mehr aus: die asiatische Hornisse. Sie frisst am liebsten Honigbienen. Hat sie einmal einen Bienenkasten entdeckt, hat der Imker ein echtes Problem. Immer wieder rafft es ganze Bienenvölker dahin. Es ist eine invasive Art, die dem Umweltministerium und Kammerjägern viel Arbeit macht.

Im Saarland ist die asiatische Hornisse inzwischen zu einem richtigen Problem geworden. Das Umweltministerium bestätigt den Eindruck: Dieses Jahr sei der vom Land beauftragte Spezialist zum Beseitigen von Nestern der Asiatischen Hornisse schon sehr viel öfter ausgerückt als im vergangenen Jahr.

Auch im Vergleich zu anderen Bundesländern ist das Saarland dieses Jahr offensichtlich besonders betroffen: Von 74 erkannten Nestern habe man 52 entfernen können oder deren Königin eingefangen und vernichtet. In Rheinland-Pfalz waren es bis Ende Juni 10, in Baden-Württemberg 14.

Bekämpfung der Asiatischen Hornisse

Ein Problem bei der Bekämpfung der Asiatischen Hornisse ist, überhaupt erstmal das Nest zu finden. Die Hornissen bauen nämlich nicht nur gut versteckt hoch oben in Bäumen ihre Nester, das Auffinden der Brutstätten ist obendrein Privatsache - auch wenn die Entfernung Aufgabe der Behörden ist.

In Hüttersdorf hat man der invasiven Hornissenart nun den Kampf angesagt und setzt eine spezielle Lockfalle aus Bier, Wein und Zucker ein, um den Flug zum Nest zurückzuverfolgen.

Audio

Auf Hornissenjagd in Hüttersdorf
Audio [SR 3, Steffani Balle, 24.07.2023, Länge: 04:27 Min.]
Auf Hornissenjagd in Hüttersdorf

Eine wichtige Maßnahme, denn 70 Prozent der schwer auffindbaren Nester blieben in der Regel unentdeckt, sagt der Hüttersdorfer Imker Johannes Kinnen. Nur mit einer gezielten Nestsuche könne man daher die Population der Asiatischen Hornisse eindämmen, sagt er.

Imker fordern Hilfe vom Ministerium

Imker im Saarland fordern wegen des enormen Wachstums des Bestands mehr Engagement des Ministeriums. Es reiche nicht aus, gefundene Nester zu beseitigen, die Politik solle beim Auffinden der Nester mithelfen.

Etwa durch die Anschaffung von Ortungs-Sendern und mehr Personal speziell für die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse. Ansonsten seien nicht nur die Bienen gefährdet, sondern der gesamte Bestand heimischer Insekten und damit am Ende die gesamte Landwirtschaft

Hornissen-Meldungen

Andreas Werno vom Zentrum für Biodokumentation koordiniert die Bekämpfung im Saarland.

Sichtungen und Funde melden
Biodokumentationszentrum
asiatische-hornisse@umwelt.saarland.de
www.biodokumentation.saarland.de

Er prüft vorab auch bei einer Hornissen-Meldung, ob es sich wirklich um die asiatische Hornisse handelt. "Sie ist ein gutes Stück kleiner und dunkler als unsere Hornisse und hat nur am Hinterleib einen kleinen, gelben Ring."

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Im Einsatz gegen die asiatische Hornisse
Audio [SR 3, Laszlo Mura, 29.06.2023, Länge: 03:00 Min.]
Im Einsatz gegen die asiatische Hornisse
Die asiatische Hornisse frisst am liebsten Honigbienen. Immer wieder rafft es ganze Bienenvölker dahin. Es ist eine invasive Art, die EU-weit bekämpft wird. Auch im Saarland. Unterwegs mit einem Kammerjäger.

Wenn ein asiatisches Hornissennest entdeckt wurde, informiert Werno sofort den Kammerjäger. Und das ist nicht selten der Fall. Kammerjäger Viktor Martin hat allein in diesem Jahr schon 38 Nester beseitigt.

Tiere können Gift verspritzen

Das gefährliche an diesen Hornissen sei nicht nur ihr langer Stachel, sagt Martin. "Sie sind in der Lage, während des Flugs das Hinterteil nach vorne zu drücken und Gift zu spritzen." Wenn man dieses Gift in die Augen bekomme sei das vergleichbar mit Tränengas.

Um das Nest einer asiatischen Hornisse zu beseitigen, wird Gift in das Nest gesprüht. Die Tiere sterben daran. Ab Juli muss der Kammerjäger für diese Arbeit noch mehr Vorsicht walten lassen, denn dann gibt es nicht nur die Königin und die Alttiere im Nest, sondern dann sind auch noch alle Larven am Schlüpfen. In dieser Zeit ist für den Kammerjäger der Schutzanzug Pflicht.

Wo kommt die Hornisse her?

Vermutlich war sie mit einem Frachtschiff aus Asien nach Europa gekommen. Eine einzige Königin der asiatischen Hornisse könnte den Anfang gemacht haben. Das erste Mal entdeckt worden ist sie in Frankreich und von dort aus hat sie sich rasend schnell verbreitet. Das immer wärmer werdende Wetter kommt ihr dabei zugute. Inzwischen bevölkert sie ganz Europa und muss laut einer EU-Verordnung bekämpft werden.


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Ein Thema in der "Region am Mittag" am 29.06.2023 und in der "Region am Nachmittag" am 24.07.2023 auf SR 3 Saarlandwelle

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