Der Rosenmontagsumzug 2020 in Neunkirchen (Foto: SR/Pasquale D'Angiolillo)

Fastnachtsumzüge im Saarland unter Kostendruck

Simin Sadeghi im Gespräch mit Oliver Buchholz / Onlinefassung: Raphael Klein   05.01.2023 | 16:40 Uhr

Wegen hoher Sicherheitsauflagen und den damit verbundenen Kosten werden in Rheinland-Pfalz Fastnachtsumzüge abgesagt. Auch im Saarland stehen die Karnevalsvereine unter Kostendruck - den Nachtexpress in Nunkirchen wird es daher nicht geben.

Fastnachtsumzüge ohne Coronabeschränkungen - also alles wie vor der Pandemie? Nicht ganz. Die saarländischen Karnevalsvereine kämpfen zurzeit mit den gestiegenen Kosten. Ein Umzug muss laut dem Verband der Saarländischen Karnevalsvereine (VSK) deshalb dieses Jahr ausfallen - und zwar der Nachtexpress in Nunkirchen. Auch in Gresaubach soll es 2023 keinen Nachtumzug geben.

Auch in anderen Orten gibt es Kostendiskussionen - und zwar mit den Kommunen. Dort sollen die geplanten Umzüge zwar stattfinden, sie könnten allerdings kleiner ausfallen als vor der Pandemie.

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"Nachtexpress in Nunkirchen wird nicht stattfinden"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Simin Sadeghi / Oliver Buchholz, 05.01.2023, Länge: 03:43 Min.]
"Nachtexpress in Nunkirchen wird nicht stattfinden"

Hohe Auflagen machen Vereinen zu schaffen

In der Kostenfrage geht es unter anderem darum, wer am Ende eines Umzuges die Straßenreinigung übernimmt und das dazu nötige Personal stellt. Einzelne Karnevalsvereine haben sich deshalb zusammengeschlossen und versuchen zusammen mit den Kommunen die Umzüge trotzdem möglich zu machen.

Wie in Rheinland-Pfalz müssen auch im Saarland Sicherheitsauflagen erfüllt werden - und die seien in den letzten Jahren immer höher geworden, so der VSK. Sie reichen von Sanitätsdiensten, Absperrungen, der Brandwache bis hin zu den Wagenbegleitern, die dafür sorgen sollen, dass niemand unter die Reifen der Festwagen kommt.

Wagen müssen Sicherheitsprüfung durchlaufen

Relativ neu ist eine Sicherheitsprüfung der Wagen durch den TÜV. Und die sorgt für weitere Kosten. Ein besonderer Sorgenpunkt sind hierbei die alten Umzugswagen, die durch die Coronapause lange in der Garage standen. Es ist fraglich, wie viele von ihnen überhaupt noch für die Straße tauglich sind.

Ein weiteres Problem

Hinzu kommt, dass die Karnevalsvereine verzweifelt nach Musikvereinen suchen, die bei den Umzügen mitlaufen können. Viele von ihnen konnten während der Pandemie nicht wie gehabt proben und sind nicht spielfähig. So könnten die Umzüge im Saarland dieses Jahr kleiner ausfallen als vor der Pandemie.

Ein Thema in der Sendung "Region am Nachmittag" am 05.01.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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