Islandpferde (Foto: Imago/blickwinkel/S. Ziese)

Zu Besuch auf dem Isländerhof in Leitersweiler

Reporterin: Clara Brill / Onlinefassung: Raphael Klein   24.01.2023 | 09:45 Uhr

Reiten lernen - für viele Kinder ein großer Traum. Besonders gut geeignet dafür sind Islandpferde. Und die gibt es auch im Saarland - zum Beispiel im Hinkelsberghof in Leitersweiler.

Viele Eltern kennen diesen Satz sicherlich: "Ich würde gerne reiten." Aber sind diese riesigen Tiere mit ihren harten Hufen für Kinder nicht viel zu gefährlich? Nicht unbedingt - und einige Pferderassen sind sogar besonders gut geeignet für Kinder. Islandpferde zum Beispiel.

In Leitersweiler auf dem Hinkelsberghof gibt es eine ganze Herde Islandpferde. Annemarie von Marées ist die Besitzerin des Hinkelsberghofs. Sie hat den Hof inklusive der Pferdeherde vor fünf Jahren von ihren Eltern übernommen.

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Zu Besuch auf dem Isländerhof in Leitersweiler
Audio [SR 3, Clara Brill, 24.01.2023, Länge: 04:13 Min.]
Zu Besuch auf dem Isländerhof in Leitersweiler

Isländer geeignet für Groß und Klein

"Die Isländer haben ungefähr ein Stockmaß von 1,4 Meter" und "fallen damit gerade noch in die Kategorie Pferd", sagt Annemarie. Die Islandpferde, die manchmal wie Ponys aussehen, sind dank ihres kräftigen Körperbaus aber auch wunderbar für erwachsene Reiterinnen und Reiter geeignet.

Perfekter Charakter für Kinder

Für eine Reitschule wie auf dem Hinkelsberghof ist vor allem ihre umgängliche Art ideal. "Der Isländer ist einfach ein Verlasspferd. Isländer haben einen tollen Charakter", so Annemarie. Und Isländer seien besonders im Handling mit den Kindern sehr unproblematisch.

Von gemütlich bis "Mordsspeed"

Eine weitere besondere Eigenschaft, die Islandpferde mitbringen: Sie sind sogenannte Gangpferde. Das heißt, dass sie neben Schritt, Trab und Galopp noch ein bisschen mehr drauf haben. Nämlich "Tölt" und "Pass". Beim "Tölt" sitze man wie in einem Sessel, in einem ähnlichen Tempo wie beim Trab - nur viel gemütlicher, erklärt Annemarie. Beim sogenannten "Pass" bzw. "Rennpass" wir es dann richtig schnell.

Isländer mögen es kalt

Wie der Name Islandpferd, oder Isländer schon sagt, kommt die Pferderasse aus Island. Deshalb mögen sie am liebsten kalte Temperaturen und den Schnee. Wenn es im Sommer zu warm wird, kann das durchaus auch mal zu Freistunden führen. Denn das Wohl der Tiere stehe immer im Vordergrund, sagt Annemarie.

Außerhalb ihrer Arbeitszeiten haben die Pferde hier dann auch jede Menge Zeit und Platz, um einfach nur Pferd sein zu können. Übrigens: Alle ihre Namen kommen aus Island - so zum Beispiel Lysingur, Stigur oder Snut.

"Pferdemädchen"

Annemarie freut sich, wenn Kinder und Jugendliche zu ihr kommen und Zeit mit den Pferden verbringen. "Was gibt es Besseres für Kinder und Jugendliche als auf einem Hof und mit Tieren zusammen zu sein?"

Dem Klischee, dass Pferde nur was für Mädchen sind, erteilt sich eine klare Absage. Doch das Klischee der Pferdemädchen sei hartnäckig und führe dazu, dass Jungs oft das Gefühl hätten, nicht dazu gehören zu können. Das sei sehr schade, so Annemarie. Denn Jungs seien tolle Reiter und hätte auch ein gutes Gespür für den Umgang mit den Pferden.

Hofhelfer

Annemarie freut sich über alle pferdebegeisterten Menschen, ganz unabhängig vom Geschlecht. Und wer besonders motiviert ist, muss auf dem Hinkelsberghof nicht in die Rolle eines Pferdemädchens- oder Jungen schlüpfen, sondern kann Hofhelferin oder -Helfer werden. Für eine Woche kann man dann auf dem Hof leben und mit anpacken.

Weitere Infos gibt es unter:
www.hinkelsberghof.de

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 24.02.2023 auf SR 3 Saarlandwelle.

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