Mufflons (Foto: Klaus Borger)

Muffelwild in Wadrill gesichtet

Lisa König   06.09.2022 | 16:30 Uhr

Im Saarland ist das Muffel los! Die Forstbetriebsgemeinschaft Saar-Hochwald schlägt Alarm, weil vor ein paar Tagen sogenanntes Muffelwild in Wadrill gesichtet wurde.

Muffel - auch Mufflons genannt - sind Wildschafe. Sie stammen ursprünglich aus Korsika und Sardinien. Ab dem 19. Jahrhundert wurden sie in vielen Gegenden Europas aktiv angesiedelt. Zum einen, weil ihr Bestand gefährdet war, aber auch für die Jagd.

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Im Saarland sind die Muffel los
Audio [SR 3, Moderation: Dorothee Scharner, 06.09.2022, Länge: 02:52 Min.]
Im Saarland sind die Muffel los
SR-Reporterin Lisa König nach nachgefragt, was es mit den Mufflons auf sich hat und wieso die Tiere problematisch sein können.

Muffel sind etwas größer als Rehe, haben rotbraunes Fell und sind ziemlich kräftig gebaut. Die Männchen haben große Hörner, die wie ein Schneckenhaus eingedreht sind. Die Hörner wachsen ihr Leben lang weiter und sind beliebte Jagd-Trophäen.

Illegale Auswilderung?

Im Nordsaarland gibt es schon länger ein paar Herden. Am Peterberg bei Nonnweiler leben zum Beispiel etwa 150 Tiere. Aber jetzt sind mindestens acht dieser Wildschafe auch bei Wadrill aufgetaucht. Klaus Borger von der Forstbetriebsgemeinschaft hält es für unwahrscheinlich, dass die Tiere einfach dorthin gewandert sind. Sie könnten illegal ausgewildert worden sein, vielleicht von eben solchen Trophäenjägern, so sein Verdacht.

Einwanderung aus Rheinland-Pfalz?

Landesjägermeister Josef Schneider hingegen glaubt nicht an eine illegale Auswilderung. Mufflons gebe es hier schon lange. Das erste Tier sei im Saarland schon 1993 geschossen worden. Dabei sei das Saarland damals - neben Hamburg und Bremen - das letzte Bundesland gewesen, in dem Mufflons aufgetreten seien. Schneider vermutet, dass sich aktuell der Muffelbestand über die rheinland-pfälzische Landesgrenze ins Saarland ausgeweitet haben könnte.

Was macht die Mufflons problematisch?

Schon seit 1976 ist es gesetzlich verboten, gebietsfremde Arten in Deutschland anzusiedeln - und das hat gute Gründe, wie man auch bei den Muffeln sehen kann.

Zum einen schaden sie dem Wald, denn die Muffel fressen fleißig junge Triebe und nagen die Rinde von Bäumen. Ein Problem, das man auch vom Damwild her kennt - das ebenfalls keine heimische Art ist.

Hinzu kommt, dass die Tiere hier gesundheitliche Probleme haben. Ihr natürlicher Lebensraum ist felsiger Untergrund. Die weichen Waldböden sind für sie problematisch und können zu schmerzhaften Erkrankungen führen.

Die Forstbetriebsgemeinschaft Saar-Hochwald hat nun vom Umweltministerium gefordert, dass der Bestand in Wadrill kontrolliert werden muss - zum Beispiel durch gezielten Abschuss. In anderen Teilen Deutschlands geht der Naturschutzbund sogar noch weiter und fordert schon seit längerem den Abschuss aller hier lebenden Tiere. Zum Schutz des Waldes, aber auch weil für Mufflons hier kein artgerechtes Leben möglich sei.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 06.09.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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