Krokusse (Foto: Pixabay)

Alles sprießt - und das im Januar!

Lisa Krauser/Onlinefassung: D.Scherer   10.01.2023 | 12:33 Uhr

Erste Januarhälfte - und draußen beginnt die Natur schon zu erwachen. Schneeglöckchen und Krokusse und selbst Haselnusssträucher blühen. Narzissen und Tulpen kommen aus der Erde und sogar die Obstbäume beginnen sich zu regen. Doch der Winter ist noch lange nicht vorbei. Es kann immer noch Frost und Schnee geben. Für Frühblüher kein Problem, sagt Gartenexperte Harry Lavall.

Wir sind mitten im Winter, aber seit der Weihnachtswoche sind die Temperaturen ungewöhnlich mild. Das macht sich auch im Garten bemerkbar. Die Frühblüher treiben aus, Haselnusssträucher blühen, an den Obstbäumen bilden sich erste Knospen, Bienen sind unterwegs und die Vögeln zwitschern schon wie im Frühling.

Es sei wirklich ungewöhnlich mild, sagt Wetterexperte Tim Stäger. "Das ist Rekord seit Beginn der Wetteraufzeichnung."

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Frühling im Winter?
Audio [SR 3, Lisa Krauser (c) SR, 09.01.2023, Länge: 03:07 Min.]
Frühling im Winter?

Und die Frühblüher sind in diesem Jahr besonders früh dran. Die Schneeglöckchen und Krokusse blühen teilweise schon, Narzissen und Tulpen kommen ebenfalls schon aus der Erde.

Frühblüher sind gut gewappnet

Dabei ist der Winter noch lange nicht vorbei. Frost und Schnee können jederzeit noch kommen. Für die Frühblüher sei das kein wirkliches Problem, sagt Gärtnermeister Harry Lavall. Krokusse zum Beispiel seien sehr robust. Bei den Tulpen komme es auf die Sorte an. "Alles, was an Zwiebeln und Stauden aus dem Boden kommt und einigermaßen in unsere Region passt, übersteht das", sagt der Gartenexperte. Und selbst, wenn ein Austrieb erfriere, habe die Pflanze genug Reserven, um nochmal auszutreiben.

Frühe Blüte - bei Obstbäumen ein Risiko

Anders sieht es bei den Obstbäumen aus. Zwar schwellen die Knospen hier erst leicht an, aber sollte es noch längere Zeit so mild bleiben, könnte es problematisch werden. Denn wenn sich schon Blüten gebildet haben und es dann nochmal Frost gibt, dann könnte es mit der diesjährigen Ernte schlecht aussehen. Im Moment macht sich Harry Lavall aber noch keine großen Sorgen.

Es hat sich einiges nach vorne verschoben

Wie sich das diesjährige Winterwetter weiter entwickelt, das lässt sich aktuell nicht sagen. Man könne aber sagen, dass sich im Lauf der Jahre einiges verschoben habe, so der Gartenexperte. "Ich mache seit 35 Jahren Obstbaumschnittkurse. Vor 35 Jahren hab ich in den ersten beiden Aprilwochen noch welche gemacht, weil die Bäume noch ziemlich ruhig waren. Mittlerweile ist es so, dass in den ersten Aprilwochen die ersten Bäume blühen."

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 09.01.2023 auf SR 3 Saarlandwelle

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