Teilnehmer beim Schiedsrichter-Crashkurs (Foto: SR / René Henkgen)

Schiedsrichter-Crashkurs in Saarbrücken

René Henkgen   17.09.2022 | 13:29 Uhr

Egal ob Kreis- oder Bundesliga, die Schiedsrichter gehören zu den wichtigsten Akteuren auf dem Fußballplatz. Im Saarland sind mehr als 1000 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter im Einsatz. Eine Reihe davon hört demnächst auf. Darum muss Nachwuchs her, um sie zu ersetzen. Der Saarländische Fußballverband bietet daher einen Schiedsrichter Crashkurs an.

Anhand einer klassischen Taktiktafel erklärt Schiedsrichter-Lehrwart Sascha Braun die grundsätzlichen Auswechselregeln im Fußball. Insgesamt nehmen an diesem Wochenende 46 Schiedsrichter-Anwärter am Crashkurs teil. Einer von ihnen ist Tarik, der sagt: „Ich mache die Ausbildung, weil ich bis jetzt nur Zuschauer war und weil ich jetzt auch zeigen will, dass ich es auch besser kann, wie ich es immer gesagt habe.“

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Schiedsrichter-Crashkurs in Saarbrücken
Audio [SR 3, René Henkgen, 17.09.2022, Länge: 122 Min.]
Schiedsrichter-Crashkurs in Saarbrücken

Jedes Jahr hören rund 100 auf

Genau solche Menschen wie Tarik braucht der saarländische Fußballverband, weil jedes Jahr rund 100 Schiedsrichter im Land ihre Schuhe an den Nagel hängen. "Wir brauchen junge dynamische Schiedsrichter, die auch hier für uns an der Pfeife sind“, sagt der Verbandsschiedsrichter-Lehrwart vom Saarländischen Fußballverband, Thomas Knoll.

Jedes Wochenende mit der Pfeife auf dem Platz zu stehen ist auch das Ziel von Hannah Breit: „Fußball spielen konnte ich nie und dann dachte ich, warum nicht Schiedsrichter werden. Ich denke sehr schnell und kann schnell Entscheidungen treffen, darum glaube ich, dass ich gut sein kann."

Freie Entfaltung möglich

Ein Problem, das es auch immer wieder im Amateur-Fußball gibt, ist Gewalt gegen Schiedsrichter. Laut Knoll hat sich das im Saarland in den vergangenen Jahren aber gebessert. Grund seien bessere Trainerausbildungen. Dort gebe es viel Verständnis. Einzelfälle werde es aber immer geben.

Für Knoll überwiegen auf jeden Fall die positiven Seiten. „Auf jeden Fall ist das Schiedsrichterwesen eins der wenigen Hobbys wo man sich frei entfalten kann. Das ist später für die Schule oder im Beruf immer von Vorteil.“ Schiri-Anwärter Tarik bestätigt: „Ich denke, es hilft mir auch persönlich, mich weiterzuentwickeln, auch im Beruflichen.“

Komplettes Fußballregelwerk

Insgesamt dauert der Crashkurs drei Tage. In dieser Zeit nehmen die Schiri-Anwärter das komplette Fußball-Regelwerk einmal von oben nach unten durch. Am letzten Tag folgt dann die theoretische Prüfung. Wird diese Bestanden, gibt’s noch einen Ausdauertest und danach kann es für die Teilnehmer direkt mit der Pfeife auf den Platz gehen.

Der Saarländische Fußballverband bietet die Schiedsrichter-Crashkurse zweimal im Jahr an der Herrmann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken an. Der nächste findet Ende Februar statt. Anmelden kann sich jeder, der mindestens 14 Jahre alt und Mitglied eines Sportvereins im Saarland ist.

Weitere Informationen:
www.saar-fv.de/spielbetrieb/schiedsrichter/willst-du-schiedsrichterin-werden

Ein Thema in der Region am Mittag am 17.09.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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