Torwart im Tor (Foto: SR)

Große Skepsis gegenüber Reformplänen des Handballbundes

Marc Drumm   07.02.2019 | 12:55 Uhr

Nach der erfreulich erfolgreichen WM ist Handball nun wieder ein Thema. Auf der Präsidiumssitzung des Deutschen Handballbundes wurde vor wenigen Tagen über die Strukturreform 2020+ diskutiert. Dazu gehört auch eine Reduktion der Landesverbände - und zwar um eventuell sogar mehr als die Hälfte. Damit solle eine Professionlisierung vorangebracht werden, so die Position des Handballbundes. Der saarländische Verband sieht die Reformpläne jedoch äußerst skeptisch.

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Handballverband Saar sieht Reformpläne des Handballbundes skeptisch
Audio [SR 3, Marc Drumm, 07.02.2019, Länge: 02:52 Min.]
Handballverband Saar sieht Reformpläne des Handballbundes skeptisch

Der Deutsche Handballbund (DHB) will eine Strukturreform: weniger Landesverbände, dafür mehr Schlagkraft - so das Konzept. Der Vorsitzende Mark Schober möchte die Zahl der Landesverbände drastisch reduzieren - und zwar von 22 auf maximal 12, lieber sogar auf nur noch acht. Weniger Verwaltung, dafür mehr Entwicklungsarbeit – so die Vorstellung des Handballbundes.

Welche Verbände gestrichen werden und wann dies passieren soll - das sei beides noch unklar, sagt DHB-Chef Schober. Dies würde nicht der DHB als Dachverband entscheiden, sondern die Mitglieder. Die Diskussion würde jetzt erst beginnen.

Saarländischer Verband fürchtet um Talent-Entdeckung

Der saarländische Verband sieht diese Reformpläne äußerst skeptisch. Der Handballbund wolle die Spitzenförderung stärken "und will das im Umfeld einiger weniger Leistungszentren konzentrieren", sagt Eugen Roth, der Präsident des Handballverbandes Saar. Seine Kritik daran: So würden in der Fläche viele Talente gar nicht entdeckt.

Roth: In jedem Bundesland ein Verband

Roth ist gegen die vom DHB angedachte drastische Reduzierung der Anzahl der Verbände, eine Reduktion auf 16 könnte er sich jedoch durchaus vorstellen: in jedem Bundesland einen. Die Reformpläne des DHB sehen was anderes vor: Knapp die Hälfte aller Bundesländer sollen demnach keinen eigenen Verband mehr haben. Das sei der absolut falsche Weg, sagt dazu Eugen Roth.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Mittag" am 07.02.2019 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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