Zwei Bälle liegen auf einem Volleyball-Feld in einer Sporthalle. (Foto: Pixabay/JeppeSmedNielsen)

Proficlubs im Saarland trotzen Corona

Thomas Braml / Onlinefassung: Axel Wagner   23.12.2020 | 16:41 Uhr

Die Lage könnte unterschiedlicher nicht sein: die Zuschauer überall ausgesperrt. Doch während die Basketball-Bundesliga der Frauen läuft, sind die Handballspiele der HG Saarlouis in der 3. Liga ausgesetzt bis vorläufig 31. Januar, und die Ringer-Bundesligasaison 2020/2021 ist komplett abgebrochen.

„Wir haben mit den Sportlern Kontakt“, sagt Hilmar Rehlinger, Vorsitzender des KSV Köllerbach. „Die Ausländer sind natürlich alle zuhause. Die Deutschen, die hier vor Ort sind, haben die Möglichkeit, auf dem Landesstützpunkt ihr Training zu absolvieren.“

Große Sorge um den Nachwuchs

Proficlubs im Saarland trotzen Corona
Audio [SR 3, Thomas Braml, 23.12.2020, Länge: 02:50 Min.]
Proficlubs im Saarland trotzen Corona

Was Rehlinger aber besonders bedauert: „Die Jugend kann nicht trainieren. Die Hallen sind geschlossen. Es wird für uns, wenn diese ganze Sache zu Ende ist, sehr schwierig, wieder die Jugendlichen alle in die Halle zu bekommen.“

Auch HGS-Trainer Philipp Kessler macht sich mehr um den Nachwuchs als um sein Drittliga-Team Sorgen. „Das hat natürlich Folgen für die Kids, auch im psychologischen Bereich, weil sie nicht rauskommen und ihren Sport nicht betreiben können.“ Da, so der Trainer, müsse man dranbleiben. „Ich hoffe, dass wir die Jugendlichen nicht verlieren, auf dem Wege, viel Sport zu treiben, nicht nur Handball, sondern allgemein.“

HGS-Profis schon im Urlaub

Ob draußen oder drinnen, das spielt für Kessler dabei keine Rolle. Wichtig sei, den Nachwuchs mit Übungen zu versorgen. „Es gibt ja unglaublich viele Kanäle, unglaublich viele Angebote. Nur: Die müssen auch genutzt werden. Die müssen jetzt mit den Familien genutzt werden, mit den Eltern, dass die dahinter bleiben.“

Das Profiteam der HGS trainiert seit einigen Tagen auch nicht mehr – eine vorausschauende Maßnahme. „Es war sowohl mir als Trainer als auch der sportlichen Leitung ganz wichtig, dass die Jungs 14 Tage bevor es dann in die Weihnachtszeit geht, zur Familie, auch innerhalb der Mannschaft keinen Kontakt, also theoretisch keine Infektionsquelle haben. Und daher haben wir die Jungs in Urlaub geschickt.“

Weniger Sorgen bei den Royals

Noch mitten im Spielbetrieb stehen die Saarlouis Royals. Manager Ralf Anstätt gewinnt der prekären Situation sogar etwas Positives ab. „Medizinisch wird es für uns sicherlich nicht mehr eng, da wir ja alle infiziert waren. Ich denke wir sind momentan das sicherste Team in der ganzen Liga.“

Er gehe davon aus, so Anstätt, dass Spielerinnen und Trainer genügend Antikörper haben. Deshalb sehe er da momentan keine Gefahr. „Natürlich werden mit Sicherheit weiter Spielabsagen erfolgen, Das ist etwas, das momentan wöchentlich passieren kann.“

Überleben scheint gesichert

Finanziell mussten alle drei Clubs Einschränkungen hinnehmen. Doch das sportlich-wirtschaftliche Überleben scheint gesichert. „Es ist natürlich klar, dass einige zurückgezogen haben oder auch gesagt haben: Das ist keine Liga, also gibt es kein Geld“, meint KSV-Chef Hilmar Rehlinger. Er sei aber froh, dass der größte Teil der Sponsoren sich bereit erklärt habe weiterzumachen, besonders der Hauptsponsor.

„Wir haben natürlich laufende Kosten, und ich hoffe, dass wir nächstes Jahr wieder weitermachen können. Das heißt, finanziell können wir das noch stemmen. Aber es wird schon sehr schwierig“, so Rehlinger. Keine leichten Zeiten für die saarländischen Proficlubs – rein Corona-bedingt.

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Über dieses Thema hat auch die SR3 Region am Nachmittag vom 23.12.2020 berichtet.

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