Handball (Foto: SR)

Vereinsspieler sollen jährlich zehn Euro zahlen

  18.09.2019 | 13:33 Uhr

„Perspektive 2020+“ – so heißt die Strukturreform, mit der der Deutsche Handball Bund (DHB) mehr Niveau erreichen möchte. Das Ziel: die Nummer eins werden. Zehn Millionen Euro kostet das. Wie das Geld hereinkommen soll, dafür herrscht im Saarland aber großes Unverständnis.

Ärger um DHB-Förderpläne für Spitzen-Handball
Audio [SR 3, Marc Drumm, 18.09.2019, Länge: 03:24 Min.]
Ärger um DHB-Förderpläne für Spitzen-Handball

Christoph Schacht, ehemaliger Manager des Bundesligisten TVA Saarbrücken und immer noch ehrenamtlich aktiv für den TV Altenkessel, ist sauer. Denn der DHB will vor allem den Spitzensport fördern, mitfinanziert durch die Breite. Soll heißen: Jeder gemeldete Vereinsspieler soll jährlich zehn Euro zahlen. „Das ist so versteckt bekannt gemacht worden“, sagt Schacht. Das sei „ein ganz falsches Signal an diejenigen, die auch noch Jugendtrainer sind, die ihre Fahrtkosten selbst bezahlen und sich auch ehrenamtlich für den Verein einsetzen. Ein unmögliches Zeichen.“

Roth und Schacht für Alternativen

Altenkessel müsste so rund 2000 Euro jährlich zahlen. Die Landesverbände, die letztlich darüber abstimmen, sind sich noch uneins. Saar-Präsident Eugen Roth will dagegen stimmen. Seiner Ansicht nach sollen die für die Reform nötigen zehn Millionen Euro von Bund und Ländern kommen. „Wir haben ein Konzept. Wir können das der Politik anbieten. Es wird nicht horrend teuer. Da gibt es im politischen Raum ganz andere Summen.“

Video [aktueller bericht, 18.09.2019, Länge: 3:44 Min.]
Struktur-Reform Perspektive 2020+

Christoph Schacht hält einen anderen Vorschlag für gangbar: „Wenn man bei einem Bundesligaspiel pro Zuschauer einen Euro für die Spitzenförderung nehmen würde, dann würde das Geld bezahlt und man hätte eine wesentlich höhere Einnahme, wenn man das in der ersten, zweiten und dritten Liga macht, wo ja nachher auch die Leistungsspitze ankommt.“

Saarbrücken könnte Förderzentrum werden

Vom Reformtisch ist dagegen das Streichen von Landesverbänden. Stattdessen sollen zehn Förderzentren entstehen. Saarbrücken ist einer der Kandidaten. Darüber und über die für die Vereine wichtige Finanzierungsfrage wird Anfang kommenden Jahres abgestimmt.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Region am Mittag vom 18.09.2019 berichtet.

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