Sportschuhe stehen nebeneinander auf einem Platz. (Foto: picture alliance/dpa/Peter Steffen)

Saar-Amateursportler fürchten um ihre Zukunft

Marc Drumm / Onlinefassung: Axel Wagner   23.12.2020 | 12:58 Uhr

Auch im zweiten Lockdown während der Corona-Pandemie sind Amateursportler, Kinder und Jugendliche mehr oder weniger zum Nichtstun verdammt. Der Saar-Sport warnt vor „dramatischen Auswirkungen“, prophezeit im Nachwuchsbereich einen „verlorenen Jahrgang“.

Corona und der Amateursport
Audio [SR 3, Marc Drumm, 23.12.2020, Länge: 02:53 Min.]
Corona und der Amateursport

Abgeschlossen – Türe, Schränke, Plätze und Hallen. Der Amateur- und Jugendsport ist ausgesperrt, schon zum zweiten Mal in diesem Jahr – ausgebremst durch Corona und die Politik. Bis auf wenige individuelle Sportarten geht nichts mehr, seit Wochen schon.

„Insgesamt ist es sicherlich mit Sorge behaftet“, sagt Gottfried Hares, Vizepräsident des Landessportverbandes für das Saarland (LSVS). „Es wäre sehr hilfreich, wenn das eine oder andere an Sport doch möglich wäre.“

Vereinspleiten befürchtet

Der Corona-getrübte Ausblick: Knapp die Hälfte aller Sportvereine befürchtet einen dramatischen Mitgliederschwund von 30 Prozent und mehr – und Vereinspleiten, weil Einnahmen von Spieltagen und Festen fehlen. „Wir haben keine validen Daten, um dazu eine Aussage treffen zu können“, sagt Hares. Es sei mehr ein Gefühl, die Vereine hätten große Sorgen.

„Wer es überstehen wird, weiß man nicht“, fügt er hinzu. Man könne nur an alle Ehrenamtlichen appellieren, weiter bei der Stange zu bleiben. Sie seien das Gerüst eines jeden Vereins.

Je länger die Corona-Pause, desto größer sind die Sorgen, gerade für den Nachwuchsbereich bei fast allen Vereinen und Verbänden. „Ich habe einfach die große Befürchtung, dass die Gefahr besteht, dass wir die Kinder für unseren Sport oder generell für den Sport verlieren“, sagt Christian Schwarzer, Jugendkoordinator Handball im Saarland.

Freiluftsportarten profitieren

Einige wenige haben Mitglieder in diesem Coronajahr gewonnen – Radfahrer gehören dazu, die aus Riegelsberg etwa. „Der Worst Case ist absolut nicht eingetreten“, so der Vorsitzende Stephan Scherer. „Die Mitgliederzahl hat sich gar nicht verändert. Im Gegenteil, wir mussten in den Lockdown-freien Zeiten sogar Kinder abweisen, weil wir einfach nicht mehr die Kapazität an Trainern hatten.“

Nur alleine, zu zweit oder innerhalb der Familie ist Sporttreiben möglich. Der große Rest ist verboten – temporär und aus Virologensicht nachvollziehbar. „Zu den Kontakten während des Sports kommt ja auch der Weg zum Sport“, so Virologe Dr. Jürgen Rissland von der Uniklinik Homburg. Hinzu komme der Kontakt in der Umkleide und nach dem Sport.

Hoffen auf Lockerungen

„Insofern ist es nicht das Sportereignis als solches, sondern der Gesamtbereich“, so Rissland. Da Schulen und Kitas offen gehalten werden sollen, müssten im Privatbereich, und dazu gehöre der Amateursport, Zugeständnisse gemacht werden.

Fördergelder fließen noch von Vereinshilfe Saarland. Der zweite Corona-Topf ist bereits ausgeschöpft: die unbürokratischen Soforthilfen. Der LSVS mit Vizepräsident Gottfried Hares hat nun an das Land appelliert, zumindest den Nachwuchssport wieder zu öffnen. Eine Antwort gibt es bislang nicht. „Aber wir rechnen schon damit, dass sich auch da was bewegt.“

Über dieses Thema hat auch die SR3 Region am Mittag vom 23.12.2020 berichtet.

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