Teilnehmerin in einem Erste-Hilfe-Kursus übt an einer Puppe  (Foto: SR)

Was tun bei einem plötzlichen Herzstillstand?

Interview: Christian Job/ Prof. Dr. Andreas Sielenkämper   18.09.2019 | 19:19 Uhr

Vom 16. bis 22. September findet wieder die "Woche der Wiederbelebung" statt. Jährlich erleiden allein im Saarland rund 1000 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand. Eine Herz-Druckmassage als erste Hilfe vor Ort kann Leben retten. Im SR-Interview erläutert Prof. Dr. Andreas Sielenkämper von der Rastpfuhl-Klinik in Saarbrücken, worauf es dabei ankommt.

Web-Tipp
www.einlebenretten.de
Infos zur Aktion, zur Reanimation und den Angeboten zum Aktionstag im Saarland

Bundesweit seien es pro Jahr etwa 70.000 Menschen, die einen plötzlichen Herzstillstand erlitten, sagt Professor Dr. Andreas Sielenkämper, Chefarzt der Saarbrücker Rastpfuhl-Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Notfallmedizin. Auf das Saarland heruntergerechnet seien es ca. 1000 Fälle pro Jahr.

Doch was tun, wenn man plötzlich in der Situation ist, einen Menschen wiederbeleben zu müssen? Der "Erste Hilfe Kurs" ist oft schon viele Jahre her und aus Angst, etwas falsch zu machen, machen viele dann einfach gar nichts.

Audio

"Eine Herz-Druckmassage durchzuführen ist nicht so schwierig"
Audio [SR 3, Interview: Christian Job, 16.09.2019, Länge: 05:35 Min.]
"Eine Herz-Druckmassage durchzuführen ist nicht so schwierig"
Interview mit Professor Dr. Andreas Sielenkämper

Den Blutfluss zum Gehirn aufrecht erhalten

Das bedrohlichste an einem Herz-Kreislauf-Versagen sei die Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff, sagt Sielenkämper. Deshalb sei es von entscheidender Bedeutung, in der Zeit, bis der Notarzt kommt, eine Herz-Druckmassage durchzuführen, um so den Blutfluss zum Gehirn aufrecht zu erhalten.

Prüfung, Notruf, Herz-Druckmassage

Notruf-App: Hilferuf per SMS (Foto: dpa/SR)

Im Prinzip seien es immer drei Schritte, die man befolgen sollte, sagt Sielenkämper. Erster Schritt sei zu prüfen, ob der Betroffene atmet. Wenn er nur röchelnd oder gar nicht mehr atmet, sollte man im zweiten Schritt dafür sorgen, dass über die Notrufnummer 112 der Notarzt informiert wird und als dritten Schritt sollte man dann eine Herz-Druckmassage durchführen, bis der Notarzt eintrifft.

Eine Herz-Druckmassage durchzuführen sei im Prinzip nicht sehr schwierig. Wichtig sei, an der richtigen Stelle zu drücken, ausreichend tief und in der richtigen Frequenz, sagt der Notfallmediziner. Es sollte 100 bis 120 Mal pro Minuten gedrückt werden. Als Hilfsmittel empfiehlt Sielenkämpfer, den Druck nach dem Rhytmus von Musiktiteln wie "Staying allive" von den Bee Gees oder Helene Fischers "Atemlos" auszurichten.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 16.09.2019 auf SR 3 Saarlandwelle

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja