Lilian Franz am Bärlauchfeld (Foto: SR / Steffani Balle)

Wildkräuter - die Apotheke am Wegesrand

mit Informationen von Steffani Balle   16.05.2022 | 11:40 Uhr

Frühjahrsmüdigkeit kriegt man am besten mit langen Spaziergängen im Grünen in den Griff, raten die Hausärzte. Wer dann noch die Gelegenheit nutzt, sich gesunde Wildkräuter fürs Abendbrot einzusammeln, profitiert gleich doppelt.

Frühjahrsmüdigkeit ist kein Hirngespinnst! Tatsächlich fühlen sich viele Menschen im Frühling besonders müde. Das liegt vor allem an den Hormonen. Das Gute-Stimmung-Hormon Serotonin wird im Winter zum Beispiel kaum produziert. Nun, mit der zunehmenden Frühlingssonne kommt die Produktion aber in Gange.

Auch Vitamin D muss mit Hilfe der Sonne wieder aufgefüllt werden. Ein ausgiebiger Spaziergang oder regelmäßige Bewegung an der frischen Luft helfen dabei. Durch das Sonnenlicht bekommt unser Körper alles, was er für die Hormon-Produktion braucht.

Wem der regelmäßige Gang nach Draußen nicht möglich ist, kann aber auch auf diverse kleine Helferlein aus der Natur zählen.

Unsere wilden Schätze der Natur

Wildkräuter - die Apotheke am Wegesrand
Audio [SR 3, Steffani Balle, 27.04.2021, Länge: 04:59 Min.]
Wildkräuter - die Apotheke am Wegesrand

Wildkräuter sind "Nahrungs- und Heilmittel in einem", sagt Lilian Franz. Sie bietet Wildkräuterwanderungen an - auch gerne mal in Parks mitten in der Stadt. Denn die gesunden Kräutlein wachsen fast überall am Wegesrand. Man müsse nur genau hinschauen und wissen, wie man sie erkennt.

Den Körper entgiften

Löwenzahn (Foto: dpa)
Löwenzahn (dpa)

Besonders gesund: Pflanzen mit vielen Bitterstoffen, die unseren Stoffwechsel anregen und beim Entgiften helfen. Das sei wie ein Frühjahrsputz für unseren Körper, sagt Lilian Franz. Hier bietet sich besonders der Löwenzahn an. Er hat achtmal so viel Vitamin C, fünfmal so viel Eiweiß und ein Vielfaches an Magnesium, Kalium und Phosphor wie der Salat aus dem Supermarkt.

Aus dem Wald auf den Teller
Bärlauch - eine kulinarische Frühlingsfreude
Bärlauchbutter, Bärlauch-Pesto, Bärlauch-Spaghetti und Co.

Für eine gute Darm-Entgiftung sorgt hingegen der Bärlauch. Seine Inhaltstoffe können "Schwermetalle über den Darm ausleiten", so Lilia Franz.

Auch wenn die Saison schon vorbei ist, in vielen Supermärkten gibt es noch frischen Bärlauch zu kaufen. Aber auch getrocknet als Tee, Gewürz oder im Kräutersalz ist der Bärlauch eine gesunde Nahrungsergänzung.

Giersch als Fitmacher

Giersch (Foto: pixabay)
Giersch

Ganz typisch– und meist schon im eigenen Garten wuchert der Giersch. Schon in der Volksheilkunde habe man ihn bei Rheuma-Erkrankungen angewandt, so Lilian Franz. Er helfe besonders, um uns nach langen Wintermonaten wieder beweglich zu machen.

Hellgrün, mit leicht gezackten Blättern ähnlich den Buchenblättern, wächst er nah am Boden. Er blüht mit dichten weißen Dolden aus unzähligen winzigen Blüten. Noch aber blüht er nicht und hat damit seine ganze Kraft in den Blättern.

Der Geschmack erinnert leicht an Möhren und Sellerie. Besonders gut schmeckt der Giersch mit anderen Wildkräutern im Kartoffelpüree.

Kleine Kraftpakete

Dass Wildkräuter allgemein über so viele gesunde Inhaltsstoffe verfügen habe einen natürlichen Grund, erklärt die Fachfrau. Denn all das, was für uns gesund sei, schütze auch die Pflanzen, in der freien Natur zu überleben.

Ein Thema auf SR 3 Saarlandwelle am 16.05.2022 in der Sendung "Bunte Funkminuten".

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