Wenn die Wespen kommen...

Wenn die Wespen kommen

Steffani Balle   10.09.2018 | 11:30 Uhr

Es scheint, als seien die Wespen in diesem Jahr besonders aggressiv und ihre Stiche besonders schmerzhaft. Dicke Schwellungen und rote bis blaue Beulen rund um die Einstichstellen haben SR 3- Kollegin Steffani Balle dazu gebracht, mal bei einem Arzt nachzufragen: Sind die Wespenstiche in diesem Jahr vielleicht besonders gefährlich?

Mit dem Spätsommer kommen auch die Wespen, und dann tauchen in den Hausarztpraxen vermehrt Patienten auf, die gestochen wurden. Einen deutlichen Anstieg gebe es aber nicht, sagt Michael Kulas, Hausarzt im Wallerfangen. "Es scheint aber so zu sein, dass es lokal sehr unterschiedlich ist", so Kulas.

Was tun, wenn die Wespen kommen?

Wenn nur vereinzelt Wespen auftauchen, sollte man sie einfach im Auge behalten, aber ansonsten in Ruhe lassen. Wenn die Wespen schwarmweise über die Kaffeetafel auf der Terrasse herfallen, bleibt im Grunde nicht anderes als reinzugehen und Türen zu schließen. Wildes Wedeln sollte man unterlassen. Zum einen hilft es nichts, zum anderen erhöht es die Gefahr, gestochen zu werden. Wespen stechen nämlich dann, wenn sie sich bedroht fühlen.

Wenn man gestochen wurde

Wenn man von einer Wespe gestochen wurde, sollte man die Stelle sofort kühlen. Das hilft gegen die erste Schwellung und Rötung. Beruhigt sich der Stich nicht, sollte eine abschwellende Salbe auftragen. Auch Zitrone, Quarkwickel oder Krautwickel können helfen.

Bleibt der Stich trotzdem dick und heiß oder wechselt die Farbe von rot nach blau-violett ist möglicherweise ein Antibiotikum notwendig. Eine solche starke Entzündung entstehe immer dann, "wenn die Wespe Bakterien mitbringen", sagt Hausarzt Michael Kulas.

Wer auf Bienen- oder Wespenstiche allergisch reagiert, der sollte sofort zum Arzt: "Dann brauchen Sie Cortison, Kreislaufstützung, gegebenenfalls auch Adrenalin, damit sich das Insektengift nicht weiter im Blut ausbreitet", so Dr. Kulas. Symptome für eine solche Allergie können ein vermehrtes Kribbeln auf der Haut, ein Prickeln im Mund oder eine Schwellung im Hals sein.

Notfallsets für Zuhause

Engpässe bei Notfallsets für Allergiker
Audio [SR 3, Steffani Balle, 10.09.2018, Länge: 01:57 Min.]
Engpässe bei Notfallsets für Allergiker

Wer so stark allergisch auf Bienen- und Wespenstiche reagiert, dass bei ihm ein anaphylaktischer Schock droht, benötigt sehr schnell entsprechende Notfall-Medikamente. Dabei handelt es sich um spezielle Spritzen-Sets für Zuhause, Adenalin-Spritzen für eigentlich jeder Art von Allergie. Da kommt die Nachricht ganz schlecht, dass angeblich die Notfall-Medikamente in den Apotheken knapp sein sollen. SR 3- Reporterin Steffani Balle hat bei einem Hausarzt nachgefragt, wer diese Medikamente wann benötigt und ob die Lage tatsächlich ernst ist.

Über dieses Thema wurde auch in den "Bunten Funkminuten" am 10.09.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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