Verschiedene Euro-Münzen liegen auf einem Sparbuch. (Foto: dpa/Angelika Warmuth)

Wie sparen bei niedrigen Zinsen?

Interview mit Finanzexperte Beutler zum Weltspartag

Interview: Michael Friemel   29.10.2021 | 08:00 Uhr

Warum sparen? Lohnt es sich überhaupt noch, in Zeiten von null Zinsen zu sparen? Und wo und wie kann man sein Geld anlegen? "Sparen wird nie ganz aus der Mode kommen", sagt der Finanzexperte Thomas Beutler. Und er hat ein paar grundlegende Tipps dazu.

Früher hat man Spielgeld oder ein Sparschwein von der Bank geschenkt bekommen. Die Zeiten sind längst vorbei. Die Zinsen sind im Keller. Lohnt sich das Sparen überhaupt noch? Wie kann ich mein Geld anlegen? Wie spare ich am besten?

"Zum Sparen am besten Vermögen streuen"
Audio [SR 3, Interview: Michael Friemel, 29.10.2021, Länge: 04:23 Min.]
"Zum Sparen am besten Vermögen streuen"
Interview mit Finanzexperten Thomas Beutler

Notgroschen beiseite legen!

Für den Notfall sollte man wenigstens zwei bis drei Monatsgehälter gespart haben, sagt Finanzexperte Beutler. Schon am Monatsbeginn, wenn das Gehalt auf dem Konto ist, sollte man deshalb einen Teil zurücklegen. So kann sich über die Zeit ein hübsches Sümmchen ansammeln.

Doch wie soll man das Geld dann anlegen? Einfach aufs Sparbuch packen lohnt sich bei den Minizinsen nicht mehr.

Aktien statt Sparkonto

Der Aufbau eines Vermögens sei eine Sache, die sich über einen längeren Zeitraum hinziehe, sagt Finanzexperte Thomas Beutler. Er empfiehlt die Streuung, das heißt: Statt dem klassischen Sparen auf dem Konto sein Geld auch in Sachwerte wie Aktien zu investieren. "Das kann ein ganz solider Vermögensaufbau sein - wenn man breit streut."

Wer sich nicht nur auf das Wissen seines Bankfachmanns verlassen möchte, findet in Finanzzeitschriften wertvolle Informationen. Oder auch bei der Verbraucherzentrale. Auf jeden Fall sollte man sich selbst ein gewisses Grundwissen aneignen, so der Rat des Finanzexperten.

Die Realzinsfalle

"Das größte Problem beim Sparen ist die sogenannte Realzinsfalle"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Simin Sadeghi / Jan Henrich, 29.10.2021, Länge: 03:59 Min.]
"Das größte Problem beim Sparen ist die sogenannte Realzinsfalle"

Das größte Problem beim Sparen derzeit ist die sogenannte Realzinsfalle. Die Inflationsrate ist aktuell relativ hoch. Im September lag die Preissteigerung gegenüber dem Vorjahr bei 3,4 Prozent - und gleichzeitig sind die Zinsen sehr niedrig. Das führt letztlich dazu, dass Geld, das auf dem Girokonto oder dem Sparbuch liegt, faktisch an Wert verliert. Die Kreditinstitute sehen da vor allem die Europäische Zentralbank in der Pflicht.

Trotzdem halten die saarländischen Sparkassen das Sparen weiter für sinnvoll. Daher werben auch sie dafür, auf alternative Anlagemöglichkeiten zurückzugreifen - beispielsweise auf Investmentfonds oder Bausparverträge. Also auch hier lautet die Devise: Das klassische Sparbuch und das Sparkonto haben derzeit ausgedient.

Altervorsorge bei Frauen

Ein weiteres wichtiges Thema im Saarland ist die Altersvorsorge bei Frauen. In keinem anderen Bundesland ist die Rentenlücke zwischen den Geschlechtern so groß. Frauen haben im Saarland fast ein Drittel weniger Rente als Männer. Und da wollen die Kreditinstitute nochmal nachhelfen.

Nachhaltige Geldanlagen

Immer begehrter werden auch sogenannte "nachhaltige Geldanlagen". Also Investitionen, die ethische, soziale und ökologische Aspekte beachten. Doch hier sei Vorsicht geboten, erklärt Sparkassenpräsidentin Cornelia Hoffmann-Bethscheider: "Wichtig ist, dass diese Produkte auch wirklich nachhaltig sind. Da merkt manchmal zurzeit auf dem Markt, dass da manchmal "Green-Washing" betrieben wird."

Spartipps für Kinder

Das Sparschwein sind inzwischen eher out. Heute eher im Trend: Fonds, Sparverträge und andere Anlagemöglichkeiten. Finanzexperte Thomas Beutler gibt im Gespräch mit SR-Moderator Michael Friemel Tipps, wo man Geld für Kinder sinnvoll anlegen kann.

So sparen die Saarländer

Anlässlich des Welt-Spar-Tages hatte auch die Sparkassen Finanzgruppe im Saarland zum Thema Sparen informiert und das aktuelle saarländische Vermögensbarometer vorgestellt. Nach dem Vermögensbarometer wird im Saarland noch sehr klassisch gespart. Ähnlich wie bundesweit liegen das Sparbuch und das Girokonto noch weit vorne.

Es gibt aber auch ein paar saarländische Besonderheiten. Lebensversicherungen sind hier überdurchschnittlich beliebt und auch bei der Eigenheim-Quote liegt das Saarland mit 65 Prozent an der Bundesspitze.

Anders sieht es beim Thema Aktien aus. Da trauen sich die Saarländer vergleichsweise weniger an die Börse.

Auch interessant: Die Sparquote ist in der Corona-Zeit gestiegen und gleichzeitig ist die Konsumlaune gesunken. Laut der Befragung wollen die Saarländer auch weiterhin vorsichtig sein, ihr Geld eher weniger ausgeben. Rund 50 Prozent der Saarländerinnen und Saarländer machen sich nämlich Sorgen, ob sie ihren Wohlstand in Zukunft halten können.

Ein Thema in "Guten Morgen" und in der "Region am Nachmittag" am 29.10.2021 auf SR 3 Saarlandwelle.

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