Stunde der Gartenvögel- Daten geben Aufschluss über die Bestandsentwicklung (Foto: dpa)

So lockt man die Vögel in den Garten

Lena Schmidtke   14.04.2020 | 10:00 Uhr

Vögel im Garten - sie sorgen mit ihrem Gezwitscher nicht nur für gute Laune, sondern sind auch durchaus nützlich. Was kann man tun, damit die gefiederten Freunde sich im Garten heimisch fühlen? SR-Reporterin Lena Schmidtke hat sich von Ornithologe Rolf Klein Tipps geholt.

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Warum Vögel und auch Fledermäuse gut für unsere heimischen Gärten sind
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 14.04.2020, Länge: 04:35 Min.]
Warum Vögel und auch Fledermäuse gut für unsere heimischen Gärten sind

Über 300 nachgewiesene Vogelarten gibt es im Saarland, und es lohnt sich, einige davon in unseren Garten zu locken. Vögel fressen nämlich unter anderem Unkrautsamen und Schädlinge. So gebe es beispielsweise Städte, die wegen ihrer Probleme mit dem Eichenprozessionsspinner verstärkt Nistkästen an Eichen aufhängen, um dort Vögel hinzulocken, sagt Ornithologe Rolf Klein. Vögel seien nämlich in der Lage, die Raupen zu fressen, da sie immun gegen die Haare seinen. Und ob Halb-Höhlen-Nistkasten, Haussperlingsnistkasten, Meisennistkasten – jedes „Wohnungsangebot“ lockt mehr Vögel in den Garten.

Fallobst einfach mal liegen lassen

Genauso wichtig wie Nistplätze ist natürlich auch das Futterangebot. Neben dem klassischen Vogelhäuschen mit Vogelfutter kann man in seinem Garten auch noch ein weitaus größeres Nahrungsangebot schaffen. Wer beispielsweise Obstbäume im Garten hat, sollte bei der Ernte ein bisschen was für die Vögel hängen lassen. Und auch das Fallobst sollte man durchaus mal liegen lassen. Amseln, Drosseln und auch andere Vögel freuen sich nämlich über Apfel und Co.

Eine "wilde" Ecke für Insekten und Samen

Generell rät der Ornitologe, der Natur im Garten ein bisschen Raum zu lassen. Zum Beispiel, indem man eine kleine Ecke nicht mäht. Das lockt Insekten an, die wichtig für die insektenfressenden Vögel sind. Und die Samen von verblühten Wildkräutern wie beispielsweise Johanniskraut sind Leckerbissen unter anderem für Finkenvögel.

Tränke und Badeangebot

Vögel freuen sich auch über einen Teich im Garten: zum Trinken und zum Baden. Wer keinen Teich hat, kann einfach eine Vogeltränke aufstellen. Dabei sollte man aber zwei Dinge unbedingt beachten, sagt Rolf Klein: die Hygiene und die Form. Das Wasser müsse regelmäßig gewechselt werden und die Tränke sollte auf keinen Fall zu tief sein, damit die Vögel auch wieder problemlos rauskommen. Eimer sind also tabu.

Nachtaktiver Schädlingsbekämpfer (Foto: SR)

Feldermäuse: nachtaktive Schädlingsbekämpfer

Neben den Vögeln gibt es in den Gärten auch noch fliegende Bewohner, die dem einen oder anderen vielleicht nicht so ganz geheuer sind: Fledermäuse. Aber keine Angst, Fledermäuse sind nicht an unserem Blut interessiert. Sie sind Insektenfresser. „Vor allem fressen sie die Schädlinge, die nachts unterwegs sind - hauptsächlich Stechmücken und Motten", sagt Rolf Klein. Eine Fledermaus könne in einer Nacht bis zu einem Drittel ihres Körpergewichts an Insekten vertilgen. Für Rolf Klein sind Fledermäuse die besten Schädlingsbekämpfer, die es gibt.

Doch Fledermäuse haben immer öfter das Problem, keinen geeigneten Nistplatz zu finden. Durch die Dämmung der Häuser sind viele Mauernischen verschwunden. Abhilfe können hier Nistkästen bieten, die es speziell auch für Fledermäuse gibt.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 14.04.2020 auf SR 3 Saarlandwelle.

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