Raupen von Eichenprozessionsspinnern (li.) und Gespinstmotten (re.) (Foto: Pixabay/LeeleeUusikuu/MonikaP)

Eichenprozessionsspinner oder Gespinstmotte?

mit Informationen von Simon Kosse   18.05.2022 | 16:50 Uhr

An manchen Bäumen und Gebüschen im Saarland finden sich zurzeit wieder Gespinste von Raupen. Aber von welchen? Der Eichenprozessionsspinner kann zu Haut- und Atemwegsreizungen bei Menschen führen. Doch die Raupen und ihre Nester können mit denen der Gespinstmotte verwechselt werden.

Bäume, die von Netzen umsponnen und mit vielen Raupen bevölkert sind, können vom Eichenprozessionsspinner befallen sein. Ein Zusammentreffen mit den giftigen Haaren seiner Raupen kann zu unangenehmen Hautreizungen führen, warnt der Saarforst. Aber es kann sich auch um die für den Menschen ungefährliche Gespinstmotte handeln. Wie erkennt man die Unterschiede?

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Eichenprozessionsspinner oder Gespinstmotte?
Audio [SR 3, Simon Kosse, 18.05.2022, Länge: 04:06 Min.]
Eichenprozessionsspinner oder Gespinstmotte?

Unterschiedliche Baumarten & Raupen

Raupen von Eichenprozessionsspinnern (Foto: Pixabay/LeeleeUusikuu)
Raupen von Eichenprozessionsspinnern

Die Raupenarten sind eigentlich leicht zu unterscheiden. Denn der Eichenprozessionsspinner befalle seinem Namen getreu nur Eichenbäume, so Joachim Stelzer vom Saarforst. Besonders gut zu erkennen sind Eichen an ihren Blättern. Sie sind länglich mit mehreren runden Einbuchtungen.

Außerdem tragen die Raupen des Eichenprozessionsspinners Brennhaare, die ein Nesselgift enthalten.

 (Foto: Pixabay/MonikaP)
Raupen von Gespinstmotten

Die Raupen der Gespinstmotte siedeln hingegen am liebsten auf Obsthölzern. Sie sind für den Menschen zwar ungefährlich, können aber dafür sorgen, dass der Baum kahl gefressen wird und dann abstirbt.

Die Raupen der Gespinstmotte sind gelb-grau mit schwarzen Flecken, haben einen schwarzen Kopf und keine Nesselhaare wie der Eichenprozessionsspinner.

Unterschiedliche Nester

Eichenprozessionsspinner sind am Stamm einer Eiche zu sehen. (Foto: picture alliance/dpa | Friso Gentsch)
Nest von Eichenprozessionsspinnern

Der Eichenprozessionsspinner bildet ab Ende Mai Nester - entweder an den Stämmen oder an starken Ästen von Eichen. Sie werden höchsten bis zu einem Meter lang - umfassen also nicht den gesamten Baum.

Netze der Gespinstmotte überziehen einen Busch in Homburg-Beeden (Foto: Sabine Rothhaar-Meisel)
Netze der Gespinstmotte überziehen einen Busch

Die Nester der Gespinstmotte benetzen hingegen oft den gesamten Baum. Das sehe dann so aus, als sei der Baum von Zuckerwatte umsponnen, erklärt Stelzer.

Kontakt mit Eichenprozessionsspinnern meiden

Ein Schild warnt vor Eichenprozessionsspinner (Foto: Pixabay/ceskyfreund36)

Bei einer Berührung mit den giftigen Raupenhaaren des Eichenprozessionsspinners, die sich später in einen Nachtfalter verwandeln, kann es laut Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) zu schmerzhaften Reaktionen in Form von Hautreizungen wie Pusteln mit starkem Juckreiz sowie Schleimhautreizungen bis hin zu Atemnot kommen. D

Um ein unangenehmes Aufeinandertreffen zu verhindern, ruft der LfS dazu auf, sich von bereits abgesperrten Bereichen fernzuhalten. Aber gerade die Haare der Raupen könnten über weite Strecken vom Wind getragen werden. Daher sollten auch noch nicht abgesperrte Bereiche mit Befall unbedingt gemieden werden, rät auch Joachim Stelzer vom Saarforst.

Immer mehr Eichenprozessionsspinner

Die Population des Eichenprozessionsspinners wächst auch in unserer Region. Gerade die Eichenwälder im Elsass "seien voll davon", so Stelzer. Er befürchtet, dass der Befall auch bei uns im Saarland weiter zunehmen wird. Denn es werde immer wärmer bei uns und der Eichenprozessionsspinner sei ein "wärmeliebender Schmetterling".

Ein Thema in der Sendung "Region am Nachmittag" vom 18.05.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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