Bewohnerin eines Geronto-Psychiatrischen Wohnbereichs (Foto: dpa)

"Nicht jedes Vergessen ist Anzeichen einer Krankheit"

Interview mit Dr. Rosa Adelinde Fehrenbach zur Vergesslichkeit

Interview: Eberhard Schilling   26.11.2018 | 09:06 Uhr

"Wo hab ich schon wieder meine Brille gelassen, im Bad, im Wohnzimmer, ach ja, da ist sie ja, auf der Nase!" ? SR-Moderator Eberhard Schilling hat mit der Chefärztin der "Gerontopsychiatirschen Klinik" auf dem Winterberg, Dr. Rosa Adelinde Fehrenbach, darüber gesprochen.

Schlüssel verlegt, Verabredung vergessen - muss man sich Sorgen machen, wenn das öfter vorkommt? Wer was verlegt oder was nicht findet, sei nicht gleich krank, beruhigt Dr. Rosa Adelinde Fehrenbach, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Wenn die Vergesslichkeit aber zunehme, könne sich das Risiko einer Gesdächtnisstörung im Sinne einer Demenz erhöhen.

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Vergesslichkeit: Demenz oder Depression?
Audio [SR 3, Interview: Eberhard Schilling, 26.11.2018, Länge: 04:07 Min.]
Vergesslichkeit: Demenz oder Depression?

Vergesslichkeit könne aber auch Anzeichen einer Depression sein, so Dr. Fehrenbach. Menschen mit Depression hätten Konzentrationsschwierigkeiten und können sich schlechter was merken. Während der Krankheit sei das sogar sehr ausgeprägt. Wenn die Depression zurückgehe, würde auch das Gedächtnis wieder besser funktionieren.

Depression kann der Demenz vorausgehen

Bei älteren Menschen überschneiden sich diese Krankheiten aber auch häufiger. Depressionen könnten nämlich auch Vorläufer einer Demenzerkrankung sein. Menschen mit einer nicht behandelten Depression haben im Alter auch ein höheres Risiko, eine Demenz zu entwickeln.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle am 26.11.2018 berichtet.

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