Energieausweis (Foto: dpa)

Wenn der Energieausweis abläuft…

Karin Mayer  

Hausbesitzer wissen es: Bei Verkauf und Vermietung müssen sie einen Energieausweis vorlegen. Er gilt zehn Jahre lang. Die ersten Hausbesitzer müssen ihn jetzt erneuern.

Wer kann den Energieausweis ausstellen?

Energieberater, Handwerker mit entsprechender Qualifikation, aber auch Architekten und Ingenieure können den Energieausweis ausstellen. Man bekommt ihn auch über Online-Portale. Das geht teilweise innerhalb weniger Tage.

Verbrauchsausweis

Einen Verbrauchsausweis bekommt man schnell und unkompliziert. Online gibt’s ihn schon ab 40 Euro. Man muss die Verbrauchsdaten von Heizung und Warmwasser über drei Jahre angeben und weitere Angaben zum Gebäude machen. Gefragt wird etwa nach Gebäudedämmung, Fenstern und Heiztechnik. Der Verbrauchsausweis ist für Hausbesitzer geeignet, die einen Energieausweis bei Vermietung oder Verkauf vorlegen müssen.

Bedarfsausweis

Wer eine Gebäudesanierung plant und Energie sparen möchte, der kann über einen Bedarfsausweis nachdenken, sagt Ralph Schmidt von der ARGE Solar. Beim Bedarfsausweis wird das Gebäude gründlich untersucht. Ein Fachmann errechnet, wie hoch der theoretische Energiebedarf des Gebäudes ist. Der Hausbesitzer erhält so auch eine Schwachstellenanalyse und kann die Modernisierung besser planen. Der Bedarfsausweis ist deshalb teurer. Man bekommt ihn ab 3-400 Euro.

Maßnahmen umsetzen

Der Energieausweis alleine sorgt nicht für sinkenden Energieverbrauch. Hausbesitzer bekommen im Anhang in jedem Fall Tipps, wie sie den Energieverbrauch senken können. Eine neue Heizung, bessere Fenster, Wärmedämmung unterm Dach oder an der Hauswand können dazu beitragen, die Heizkosten zu senken. Ralph Schmidt von der ARGE Solar empfiehlt, dass Hausbesitzer sich an einen Energieberater wenden. Kontakt: ARGE Solar oder Verbraucherzentrale des Saarlandes

Weniger Nachfrage nach Energieberatung im Saarland

In den letzten Jahren ist das Interesse an Energieberatung im Saarland deutlich gesunken. Nach Angaben der Verbraucherzentrale haben die Energieberater im Jahr 2013 1200 persönliche Beratungen durchgeführt, im vergangenen Jahr waren es rund 880. Bei der ARGE Solar ist die Zahl der Beratungen sogar stärker rückläufig.

Ohne Energieausweis

Wer im eigenen Haus wohnt, nicht vermietet oder nicht verkaufen will, braucht keinen Energieausweis. Vermieter müssen den Energieausweis nur vorlegen, wenn ein neuer Mieter einzieht. Das gilt auch beim Verkauf eines Hauses. Bleibt der Mieter im Haus wohnen, so muss der Energieausweis auch nach Ablauf nicht unmittelbar erneuert werden. Lediglich bei einem Mieterwechsel ist der Hausbesitzer verpflichtet den Energieausweis unaufgefordert vorzulegen.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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