Das Symbol eines Einkaufskorbs leuchtet auf einer Computertastatur. (Foto: dpa/Jens Büttner)

Vorsicht bei Online-Bestellungen im Ausland

Sarah Sassou   23.10.2019 | 10:40 Uhr

Über das Internet können Kunden vom Wohnzimmer aus nahezu in der ganzen Welt einkaufen. Auf diesem Weg lassen sich auch zum Teil ausgefallene Geschenkwünsche erfüllen. Allerdings können die Kunden dabei auch böse Überraschungen erleben: etwa wenn das Paket nicht ankommt, weil es beim Zoll festhängt.

Bestellen in ausländischen Internetshops

SR 3-Verbrauchertipp: Vorsicht bei Online-Bestellungen im Ausland
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 23.10.2019, Länge: 05:50 Min.]
SR 3-Verbrauchertipp: Vorsicht bei Online-Bestellungen im Ausland

Es soll das besondere Geschenk zu Weihnachten sein. Die Suche danach führt viele zu Internetshops, die zum Teil im Ausland ansässig sind. Doch das ist in unserer globalen Zeit kein Problem mehr, Zahlungsverkehr und Transport lassen sich ohne große Mühen selbst mit Geschäften in den USA und in China organisieren. Aber auch wenn die Grenzen kaum sichtbar scheinen, gibt es doch einige Fallstricke, die Käufern Schwierigkeiten bereiten können. Und die sind dann mitunter teuer.

Zusätzliche Kosten möglich

Je nach Wert der bestellten Ware kommen zum Beispiel Zollgebühren zum Kaufpreis hinzu. Bis 22 Euro Warenwert muss man nichts zuzahlen, weder Steuer noch Zollgebühr. Aber für Waren im Wert von 150 Euro muss laut Zoll die Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent entrichtet werden. Wer für mehr als 150 Euro bestellt, für den kommen noch zusätzlich Zollgebühren hinzu. Diese errechnen sich je nach Art der Ware, also beispielsweise Textilien, Elektronikartikel und Schmuck, unterschiedlich.

Bekommt man per Post eine Benachrichtigung, dass ein Paket beim Zollamt liegt, muss man selbst oder ein Bevollmächtigter dorthin, um die fälligen Gebühren zu zahlen. Wer dort keine böse Überraschung erleben will, sollte mit dem Internethändler Kontakt aufnehmen und genau erfragen, wie hoch der Preis für das bestellte Produkt am Ende mit Transportkosten und möglichen Gebühren ist. Dazu rät die Verbraucherzentrale. Auch wenn man wegen des niedrigen Warenwertes davon ausgeht, dass keine Gebühr fällig ist, kann es vorkommen, dass das Paket trotzdem beim Zoll festhängt. Denn nicht alles, was in ausländischen Internetshops angeboten wird, darf man dem Gesetz nach auch bestellen. Verdächtige Pakete dürfen die Zollbeamte öffnen und kontrollieren.

Einfuhrverbote bestimmter Waren

Vorsicht ist zum Beispiel bei Arzneimitteln angesagt. Pillen, die man sich aus China über einen Internethändler bestellt und dort als Nahrungsergänzungsmittel, Naturheilmittel oder Vitaminpräparat geführt werden, könnten in Deutschland als Arznei gelten. Damit unterliegen sie dem Arzneimittelgesetz und dürfen somit nur in einer Apotheke verkauft werden. 

Sogenannte Fake- Artikel, das sind oft nachgeahmte Designertaschen oder Bekleidung teurer Marken, dürfen auch nicht nach Deutschland eingeführt werden. Allerdings kontrolliert der Zoll den Angaben zufolge nur dann, wenn ein Anhaltspunkt besteht, dass die Ware in Deutschland weiterverkauft werden soll. 

Seriöse Händler erkennen

Wer ein auf den ersten Blick günstiges Angebot in einem Internetshop aus dem EU-Ausland findet, der sollte sich beim Bestellvorgang Zeit nehmen. Ein ernsthaftes Angebot ist in der Regel nicht nur wenige Minuten verfügbar. Ein ganz einfacher Trick, zu dem die Verbraucherzentrale rät, um zu sehen, ob ein bestimmter Internethändler ein schwarzes Schaf ist: Den Internetshop bei einer Suchmaschine im Zusammenhang mit dem Wort "Abzocke" eingeben. Erscheinen negative Ergebnisse, sollte man das Angebot lieber nicht annehmen. Hinweise  auf vertrauensvolle Händler kann auch das Impressum liefern. Dort sollten ein Firmeninhaber, zumindest ein Emailkontakt und eine Adresse – kein Postfach – angegeben sein. Auch ein gutes Zeichen für einen seriösen Händler: Man kann auf Rechnung, also nach Erhalt der Ware zahlen, oder auf Lastschrift. Kommt die Ware nicht wie erwartet oder gar nicht an, geht dem Kunden kein Geld verloren.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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