Mieten und Vermieten (Foto: dpa//Matthias Balk)

Was man bei der Untervermietung beachten sollte

Karin Mayer   08.05.2019 | 10:20 Uhr

Wohnraum ist knapp. Aber jeder einzelne hat immer mehr Wohnfläche zur Verfügung. Warum also nicht ein Zimmer untervermieten, wenn die Wohnung zu groß ist oder ein Auslandsaufenthalt ansteht? Doch Vorsicht: Wer untervermietet, muss einiges beachten. Der SR 3-Verbrauchertipp.

Vermieter muss zustimmen

Wer ein Zimmer oder die ganze Wohnung untervermieten will, der braucht die Genehmigung des Vermieters. Am besten sollte man das Recht auf Untervermietung im Hauptmietvertrag regeln. Das bietet sich beispielsweise für Wohngemeinschaften an, in denen ein Hauptmieter von Anfang an plant, Zimmer weiter zu vermieten.

Ein Beispiel: Leo ist Student in Saarbrücken. Er ist Hauptmieter in einer WG und hat sich die Untermiete im Mietvertrag zusichern lassen. Er müsste dem Vermieter bei einem Untermieterwechsel eigentlich nicht jedes Mal Bescheid sagen. Weil er ein gutes Verhältnis mit dem Vermieter hat, informiert er ihn aber jedes Mal, über den Namen und die Mietdauer eines neuen Untermieters.

Untermiete schriftlich regeln

Der Untermieter sollte einen Mietvertrag erhalten. Wer ihn zeitlich befristet, müsse dafür gute Gründe nennen, sagt Kai Werner vom Mieterverein Saarbrücken e.V. Ein guter Grund ist zum Beispiel ein zeitlich befristeter Auslandsaufenthalts des Hauptmieters.

Wer mit dem Untermieter die Wohnung teilt, sollte ebenfalls über eine Befristung nachdenken. Auf engem Raum mit einer fremden Person muss das Zusammenleben nicht unbedingt harmonisch ausfallen.

Ein Beispiel: Leo hat in seiner WG überwiegend gute Erfahrungen mit Untermietern gemacht. Er bietet Zimmer über Online-Plattformen an. Manchmal nur für drei Wochen während einer Urlaubsreise, manchmal ziehen Untermieter auch unbefristet ein. Tiefschläge gab es dabei auch schon: Ein Untermieter entpuppte sich als drogenkrank und hat keine Miete bezahlt.

Unterschiedliche Muster-Untermietverträge findet man im Internet. Rechtsanwalt Kai Werner rät, sie aufmerksam zu lesen und auszufüllen. Im Zweifel kann man sich in Sachen Untermiete auch beim Mieterverein beraten lassen.

Streit wegen Untermiete

Probleme gibt es häufig, wenn der Hauptmieter vergisst, den Eigentümer zu informieren und keine Erlaubnis hat. Schwierig wird es, wenn Schäden in der Wohnung entstehen und beseitigt werden müssen. Dazu derTipp von Kai Werner vom Mieterverein: den Zustand der Wohnung oder des Zimmers vor dem Einzug dokumentieren und beim Auszug ein Protokoll anfertigen.

Berechtigtes Interesse

Der Vermieter kann die Untermiete auch ablehnen - außer der Mieter hat ein berechtigtes Interesse, zum Beispiel wirtschaftliche Gründe, wenn die Wohnung durch den Verlust des Arbeitsplatzes zu teuer wäre oder ein Auslandsaufenthalt zeitlich befristet ansteht.

Wichtig ist, dass man nur einen Teil der Wohnung untervermieten kann. Der Vermieter könne die Untervermietung auch nicht verweigern, wenn Familienmitglieder einziehen, betont Kai Werner vom Mieterverein Saarbrücken. Wenn die Eltern hochbetagt sind und nicht mehr alleine zu recht kommen oder Kinder wieder einziehen, kann der Vermieter das nicht verweigern.

Kündigung

Wenn das Zusammenleben mit dem Untermieter nicht klappt, kann man den Mietvertrag kündigen. Allerdings ist die Kündigungsfrist mit sechs Monaten relativ lang. Befristete Untermietverträge müssen dagegen nicht gekündigt werden. Sie laufen einfach aus. Die Verlängerung ist auf Wunsch möglich.

Tageweise Untermiete an Touristen

.. ist nicht erlaubt. Dafür braucht man eine behördliche Genehmigung und die Zustimmung des Eigentümers. 

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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