Briefkasten mit Werbung (Foto: SR)

Unerwünschte Werbung

Sarah Sassou   29.01.2020 | 10:40 Uhr

Flyer vom Pizzalieferdienst, Modekataloge, Briefe von Mobilfunkanbietern, jeden Tag landet solche Werbepost in den Briefkästen – ob man möchte oder nicht. Was hilft gegen unerwünschte Werbepost?

Aufkleber am Briefkasten

Wer keine Werbepost möchte, versucht oft mit einem „Bitte keine Werbung“-Aufkleber Abhilfe zu schaffen. Aber nicht jeder Austräger hält sich daran. Postboten müssen sich ohnehin nicht daran halten, denn wenn eine Werbesendung mit einer Anschrift versehen ist, dann sind sie dazu verpflichtet, die Post auch einzuwerfen. Erhält man nun zum Beispiel Kataloge oder Werbebriefe einer Firma, bei der man schon mal etwas bestellt hat, dann ist das meist auch rechtens, dass man als Kunde Werbung zugesendet bekommt. Denn, so Désirée Fuchs von der Verbraucherzentrale Saarland, bei der Bestellung akzeptiert man die allgemeinen Geschäftsbedingungen der Firma. Und da stehe auch meistens drin, dass man sich mit Werbung per Post einverstanden erklärt. Möchte man von dem Unternehmen also keine Werbung mehr bekommen, muss man schriftlich darum bitten, aus dem Verteiler genommen zu werden.

Flyerflut eindämmen

Anders verhält es sich mit Werbezetteln, die nicht an einen bestimmten Adressaten gehen, Flyer von Lieferservices zum Beispiel. Hat man einen Aufkleber am Briefkasten angebracht, mit der man Werbung verhindern möchte, dann muss sich die Firma auch daran halten. Ausreden gelten nicht, dazu zählt auch, den Flyer einfach unter der Tür durchzuschieben. Tut sie es nicht, dann kann man sie darauf hinweisen.

Etwas anders verhält es sich mit Anzeigenblättern. Den Unterschied macht der redaktionelle Teil, der den Werbeteil ergänzt, sagt Désirée Fuchs. Dadurch sei es legal, dass sie verteilt werden. Hier haben Verbraucher nur die Möglichkeit, an ihrem Briefkasten die Anzeigenblätter, die sie nicht erhalten möchten, namentlich aufzuführen.

Abmahnung über Verbraucherzentrale

Wenn sich die Werbepost so aber nicht eindämmen lässt, dann hat man die Möglichkeit, Verstöße von Unternehmen bei einer größeren Verbraucherzentrale zu melden. Diese sammele die Beschwerden, erklärt Fuchs, und wenn genug Verstöße einer einzelnen Firma zusammengekommen seien, werde diese abgemahnt.

Robinsonliste

Eine weitere Möglichkeit: Die Robinsonliste. Unter robinsonliste.de können sich Verbraucher kostenlos eintragen lassen. Träger ist der Interessenverband Deutsches Internet. Teilnehmende Unternehmen gleichen die auf der Robinsonliste eingetragenen Adressen gegen ihre Kundenkarteien ab und verschicken dann keine Post mehr. Allerdings sind dort nur seriöse Unternehmen vertreten, d.h. solche, die auch tatsächlich nur an eigene Kunden versenden. Schwieriger wird es bei Firmen, die Kundenadressen einfach einkaufen.

Persönliche Daten nur sparsam rausgeben

Um gar nicht erst in einer solchen Verkaufsdatei zu landen, raten Verbraucherschützer, möglichst sparsam mit der Herausgabe seiner Adressdaten zu sein und beispielsweise bei Bestellungen im Internet nur die Informationen herauszugeben, die tatsächlich notwendig sind und als Lieferadresse eine Filiale oder eine Packstation anzugeben. 

Weitere Informationen:

Robinsonliste
Verbraucherzentrale des Saarlandes

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle am 29.01.2020 berichtet.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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