Hund und Katze (Foto: pixabay/StockSnap)

Hund, Katze und Co. richtig versichern

Yvonne Schleinhege   03.04.2019 | 10:57 Uhr

Gegen Schäden, die die eigenen Haustiere anrichten, kann man sich mit einer eigenen Tierhalterhaftpflichtversicherung absichern. Der Bund der Versicherten hält sie für Hunde und Pferde sogar für einen unverzichtbaren Versicherungsschutz. Was muss ich wissen? Und wann ist diese spezielle Versicherung sinnvoll? Die SR-3 Verbrauchertipps klären auf.

Es ist der klassische Spruch unter Hundehaltern: „Der beißt nicht, der will nur spielen“. Doch nicht immer muss das harmlos bleiben. Kleidung kann beschädigt werden oder im schlimmsten Fall wird jemand gebissen. In solchen Fällen haftet der Halter für sämtliche Folgekosten mit seinem privaten Vermögen, sollte jemand durch sein Tier geschädigt werden. Besonders Hundehalter und Pferdebesitzer sollten daher eine entsprechende Tierhalterhaftpflichtversicherung abschließen.

Hamster, Katze und Co: In der eigenen Haftpflichtversicherung

Es gibt einige Haustiere, die in der eigenen Haftpflichtversicherung des Halters mitversichert sind. Dabei handelt es sich um Kleinsttiere wie Hamster, Kaninchen, Vögel oder auch Katzen, so Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Ob da tatsächlich ein Schaden vorkommt, den die Versicherung übernehmen wird, ist allerdings fraglich.

Hunde- und Pferdehalter: Tierhalterhaftpflichtversicherung

Hunde und Pferde fallen definitiv aus der privaten Haftpflichtversicherung raus und brauchen eine eigene entsprechende Tierhalterhaftpflichtversicherung. Sie hilft nicht nur, indem sie einen entsprechenden Schaden zahlt, für den das Tier verantwortlich ist. Die spezielle Versicherung wehrt auch Schadenersatzansprüche ab, die jemand zu Unrecht erhebt. In einigen Bundesländern ist so eine Versicherung auch für Hunde verpflichtend; im Saarland allerdings nicht. Für sogenannte Kampfhunde gelten abweichende Regelungen. Hier sollte man sich bei der eigenen Kommune informieren. Wichtig: der Versicherungsschutz besteht auch wenn man grob fahrlässig handelt, also etwa den Hund nicht an die Leine genommen hat.

Eckdaten einer guten Tierhalterhaftpflichtversicherung

Über solche speziellen Versicherungen sind Sachschäden, Personenschäden und reine Vermögensschäden abgedeckt. Unter Sachschäden versteht man etwa einen zerrissenen Mantel und unter Personenschäden versteht man vor allem eine Körperverletzung. Grundsätzlich sollte man eine möglichst hohe Deckungssumme abschließen. Der Bund der Versicherten empfiehlt 15 Mio. Euro. Dabei sollte man unbedingt eine Selbstbeteiligung wählen, so Bianca Boss. Rund 150 Euro sind hier sinnvoll. Der Versicherer könnte sonst im Schadensfall wegen Bagatellschäden kündigen und dann kann es schwer werden einen neuen Versicherungsschutz zu bekommen. Die Jahresprämie beläuft sich bei solchen Tierhalterhaftpflichtversicherungen bei einem Hund (kein sog. Kampfhund) auf rund 60 bis 90 Euro. Bei einem Pferd können es um die 150 Euro sein.

Besonderheiten für Reitpferdebesitzer

Bei Pferdehaftpflichtversicherungen sollten unbedingt auch Flurschäden mitversichert sein. Also wenn das Pferd ausbricht und etwa Ackerland beschädigt. Auch das Fremdreiterrisko sollte in dem Versicherungsschutz enthalten sein. Das heißt wenn eine Person, die das Pferd unentgeltlich reitet, durch einen Stutz vom Pferd verletzt wird. Auch Reitbeteiligungen sollte man ggf. mitversichern und sie dazu genau die Vertragsunterlagen anschauen. 

Wenn das Tier zu Schaden kommt

Wird der Hund etwa bei einem Unfall verletzt, kommt die Tierhalterhaftplfichtversicherung nicht für die Behandlungskosten des Hundes auf. Das muss der Halter selber tragen. Dies sollte man als Besitzer eines Hundes oder eines Pferdes immer bedenken und auch etwas Geld für solche Fälle ansparen, so der Tipp von Bianca Boss. Es gibt dafür auch spezielle Tierkrankenversicherung in der z.T. auch Operationskosten mitversichert sind. Allerdings sind diese Tarif z.T. sehr teuer und man muss die entsprechenden Leistungen, Obergrenzen ect. genau anschauen. Es ist am Ende eine persönliche Entscheidung, ob man so etwas will und es auch sinnvoll ist.

Giftige Schlange, Sinne und Co: Vorsicht bei Exoten

Wer exotische und giftige Tier hält kann sich natürlich auch über eine spezielle Versicherung informieren. Sie sind in der Regel in der privaten Haftpflichtversicherung nicht mitversichert. Oft bieten aber nur sehr spezielle Versicherungen den Schutz für solche doch eher ungewöhnlichen Tiere an. 

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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