Ein Stapel Papiere auf einem Tisch (Foto: SR)

Steuerbescheide, Kontoauszüge & Co

Yvonne Schleinhege  

Zum Jahresbeginn stapeln sich bei vielen jetzt Jahresrechnungen, Versicherungsunterlagen und Steuerbescheinigungen. Da sind die trüben Wintertage gut geeignet, um Ordnung in die Sache bringen. Doch wie geht das am besten? Was muss man aufheben und wie lange? Und was kann weg? Der SR 3-Verbrauchertipp hat die Antworten

Viele haben sie wahrscheinlich: eine Kiste oder eine Mappe, in der sich Schreiben von Versicherungen, Steuerbescheinigungen oder Rechnungen sammeln. Oder Ordner, voll mit alten Unterlagen. Sinnvoll sei es, sich regelmäßig diese Unterlagen vorzunehmen, damit der Stapel nicht so hoch werde, sagt Renate Daum von der Stiftung Warentest. Eine regelmäßige Ordnungsroutine, etwa einmal im Monat, könne da helfen, so der Tipp der Expertin. Sie hat sich zudem eine Art Ampel überlegt.

Roter Punkt: Auf keinen Fall wegwerfen!
Auch wenn man sich von einigen Unterlagen durchaus trennen kann, es gibt Unterlagen, die man auf keinen Fall wegwerfen sollte. Dazu gehören alle Dokumente rund um die eigene Familie. Etwa die eigenen Geburtsurkunden, die der Kinder und der Eltern. Sie müsse man im Original immer griffbereit vorliegen haben, sagt Daum. Gleiches gelte für Heiratsurkunden, den Scheidungsbeschluss oder Sterbeurkunden. Sie gehören für die Expertin in einen eigenen Dokumentenordner.

Erbschein und Testamente
Gleiches gilt für einen Erbschein. Ihn wiederzubeschaffen ist wie bei den anderen offiziellen Dokumenten meist sehr langwierig und auch teuer. Ein Testament muss ebenfalls im Original vorliegen und sollte für Hinterbliebene möglichst schnell zu finden sein. Was häufig vergessen wird: Auch Kirchenbuchauszüge sollen lebenslang und sorgfältig aufbewahrt werden. Die evangelische Kirche verlangt sie, wenn man etwa ein Patenamt übernehmen will. Ebenfalls ein wichtiges Dokument: der Sozialversicherungsausweis. Wie ein Ausweisdokument muss man ihn lebenslang griffbereit haben.

Unterlagen für die Rente
Wichtig und unbedingt zu sortieren und aufzubewahren sind alle Unterlagen rund um die Rente. Dazu gehört unbedingt die Meldebescheinigung zur Sozialversicherung, die der Arbeitgeber jedes Jahr verschickt. Was häufig vergessen werde, so die Expertin Renate Daum, für die spätere Rente muss man unbedingt den Nachweis über die Ausbildung sowie das erhaltende Ausbildungsgehalt haben. Wichtig ist zudem, alle Unterlagen zur betrieblichen und/oder privaten Altersvorsorge sorgfältig aufzubewahren. Ein roter Punkt gehört zudem auf alle aktuellen Unterlagen, wie der derzeitige Arbeitsvertrag, Mietvertrag oder Kreditunterlagen.

Gelber Punkt: Versicherungsunterlagen
Wer online eine Versicherung abgeschlossen hat, erhält in der Regel eine Datei. Diese gilt dann als Original und sollte aufbewahrt werden. Ansonsten gilt: Der Versicherungsschein und die Versicherungsbedingungen sollen bis Vertragsende plus drei weitere Jahre aufbewahrt werden. Eine Ausnahme: Lebensversicherungen, die sollten auch über den Tod hinaus verfügbar sein, falls Hinterbliebene daraus Ansprüche geltend machen können.

Rund um die Steuer
Auch Steuerbescheide sollte man zehn Jahre aufbewahren. Die Belege zu den Steuerunterlagen, also Handwerkerrechnungen, Spendenquittungen oder Nachweise über Gesundheitskosten müssen nur nach Aufforderung beim Finanzamt eingereicht werden, die muss man dann auch nicht über Jahre aufbewahren. Aber sie sollten mindestens bis zum Ablauf eines Jahres nach Erhalt des Steuerbescheids aufgehoben werden. Wer diese Dinge zwei bis drei behalte, sei auf der sicheren Seite, so die Expertin. Denn grundsätzlich gilt z.B., dass Handwerkerrechnungen immer zwei Jahre aufbewahrt werden. Gehaltsabrechnung sollte immer für ein Jahr aufbewahrt werden; kommt zum Jahresende die Lohnsteuerbescheinigung, können die monatlichen Abrechnungen weg.

Grüner Punkt: hier kann man ausmisten
Genauso wie die monatlichen Gehaltsabrechnungen, kann man ab und an mal bei den Kontoauszügen ausmisten. Empfohlen wird die Auszüge für drei Jahre aufzubewahren. Aber es gebe auch ein paar Ausnahmen, so Renate Daum, etwa der Kontoauszug zum Stand der Eheschließung oder ein Auszug, als Nachweis falls besonders teure Dinge erworben wurden. Onlinebanking-Kunden sollten ihre Auszüge regelmäßig als PDF-Datei herunterladen und speichern.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

Artikel mit anderen teilen