Photovoltaik (Foto: pixabay)

Solarstrom: Was tun, wenn die Einspeisevergütung ausläuft?

Karin Mayer   03.06.2020 | 10:00 Uhr

20 Jahre lang läuft die Einspeisvergütung für die Photovoltaikanlagen. Für die ersten Anlagen läuft Ende dieses Jahres die Förderung aus. Wie es danach weitergeht, ist Thema im SR 3 Verbrauchertipp.

Solarstrom: Was tun, wenn die Einspeisevergütung ausläuft?
Audio [SR 3, Karin Mayer, 03.06.2020, Länge: 05:55 Min.]
Solarstrom: Was tun, wenn die Einspeisevergütung ausläuft?

Hohe Förderung für Solarpioniere
Wer vor 20 Jahren schon auf Sonnenstrom gesetzt hat, gehörte zu den Pionieren. Die Anlagen waren teuer, die Förderung mit 50 Cent pro Kwh hoch. Diese Förderung endet am 31. Dezember 2020.  Es handelt sich dabei meist um kleine Anlagen, die den Strom komplett ins Netz eingespeist haben. Zum Vergleich: Die Einspeisevergütung für im Jahr 2020 gebaute Anlagen beträgt je nach Größe der Anlage knapp sieben bzw. knapp zehn Cent. 

Was tun ab 2021?
Der Trend geht zu Eigenstrom, sagt Ralph Schmidt von der ARGE Solar. Dafür sind kleine Umbauten an der Anlage notwendig. Sie können auch mit weiteren Stromanwendungen - etwa für eine Heizpatrone - verbunden werden. Ohne weitere Speichermöglichkeit könne man auf eine Eigenstromnutzung von 30 Prozent kommen, so Ralph Schmidt. Je höher der Eigenverbrauch, desto niedriger die Stromkosten. 

Eine weitere Möglichkeit: den Strom weiter ins Netz einspeisen und ihn vermarkten. Das geht nur mit einem Partner, etwa einem Stromversorger, der diesen Strom abnimmt. 

Solarbranche hofft auf weitere Förderung
Verbände fordern, dass die Photovoltaikanlagen auch in Zukunft gefördert werden. Dann aber zu Marktpreisen. Das wäre eine sehr kleine Förderung, sagt Ralph Schmidt von der ARGE Solar. Immerhin hätten die Hausbesitzer dann die Möglichkeit, weiter einzuspeisen. Nach 20 Jahren hätte sich die Anlage längst bezahlt gemacht, gibt er zu Bedenken. Der Strompreis an der Börse ist deutlich niedriger als die bisherige EEG-Einspeisevergütung. Dafür müsste das Erneuerbare Energien Gesetz geändert werden. Vorteil für Stromkunden: Die EEG-Einspeisevergütung könnte in den nächsten Jahren sinken. 

Nur wenige Hausbesitzer betroffen
Im Saarland läuft ab 2021 die Förderung für 356 Photovoltaikanlagen aus. Sie haben eine Leistung von einem MW. Es handelt sich also um kleine Anlagen. In den nächsten Jahren werden weitere Hausbesitzer betroffen sein. 

Photovoltaik lohnt sich weiterhin
Auch wenn die Förderung für Photovoltaikanlagen gesunken ist, für Hausbesitzer lohnt es sich weiterhin, in eine Anlage zu investieren. Die Module seien preiswerter und effizienter geworden, die Dachausrichtung weniger entscheidend. Aktuell wird der Eigenverbrauch stärker gefördert als das Einspeisen ins Netz. Um den Eigenstromverbrauch zu steigern, kann man einen Batteriespeicher nutzen. Allerdings sind diese Speicher noch teuer. Wirtschaftlicher sei derzeit eine Anlage ohne Speicher, so Ralph Schmidt. 

Weitere Informationen: ARGE Solar 
www.sfv.de

"Gut zu wissen" - immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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