Spendendose (Foto: dpa/Bernd Thissen)

Seriöse Spendenorganisationen erkennen

Sarah Sassou   04.12.2019 | 10:00 Uhr

In der Adventszeit ist bei vielen die Bereitschaft, Gutes zu tun, besonders groß. Das wissen auch Spendenorganisationen und werben intensiv für ihre Sache. Neben großen, bekannten Organisationen sind aber auch kleinere und regionale Spendensammler unterwegs. Für Verbraucher ist es oft schwer zu erkennen, ob die Geldspende auch tatsächlich eine seriöse Organisation erreicht.

Woran erkennt man, dass eine Spendenorganisation an der guten Sache interessiert ist und mir nicht nur das Geld – möglicherweise zur Bereicherung – aus der Tasche ziehen will?

Mehr zum Thema: Regional Gutes tun
Erster Saarländischer Spendenspiegel vorgestellt
Advent ist die Zeit, in der einem die meisten Spendenaufrufe ins Haus flattern. Was aber, wenn man lieber an eine Organisation im Saarland spenden möchte? Dafür gibt es jetzt den Saarländischen Spendenspiegel. Er wurde am Freitag im Justizministerium vorgestellt.

Sachliche Informationen
Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass ernsthafte Spendensammler transparent arbeiten. Das bedeutet, dass sie zum Beispiel ihre Jahresberichte veröffentlichen, dass sie zusätzliche Informationen auch im Internet bereitstellen. Das sei wichtig, sagt Désirée Fuchs von der Verbraucherzentrale Saarland. Denn gerade wenn man größere Beträge spenden wolle, solle man sich in Ruhe über die Organisation informieren.

Spenden-Siegel kann hilfreich sein
Es gibt verschiedene Institute, die Spendenorganisationen ein Siegel verleihen – wenn die Organisationen zuvor Jahresberichte, Steuernachweise und sonstige Dokumente zum Nachweis ihrer wohltätigen Gesinnung vorlegen. Ein solches Siegel zeigt dem Verbraucher: Hier liegt eine auf ihre Seriosität und Verlässlichkeit geprüfte Spendenorganisation vor. Solche Siegel vergeben zum Beispiel das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen, Phineo oder der Tüv Thüringen. Außerdem gibt es Selbstverpflichtungen, zum Beispiel Organisationen, die dem Dachverband Deutscher Spenderrat zugehörig sind und sich festgelegten Standards unterwerfen.

Allerdings bedeutet es nicht automatisch, dass eine Spendenorganisation unseriös ist, wenn sie kein Siegel hat. Denn nur überregional tätige Organisationen können das Siegel erwerben, die Qualitätsauszeichnung kostet mehrere hundert Euro im Jahr und bedeutet einen hohen Verwaltungsaufwand. Gerade kleinere Organisationen können sich das nicht leisten.

Hinter die Kulissen schauen
Deshalb rät die Verbraucherzentrale Menschen, die gerne Spenden wollen, auf ihr Gefühl zu vertrauen. Bei reißerischen Spendenaufrufen mit hochdramatischen Geschichten und unangemessenen Bildern sollte man vorsichtig sein. Geschichten lassen sich möglicherweise im Internet auf ihre Plausibilität hin überprüfen. Ebenso sollte man die Finger von Fördermitgliedschaften lassen, die einem auf der Straße oder an der Haustür angeboten werden. Hier gibt es im Gegensatz zu Haustürgeschäften in der Regel kein Widerrufsrecht. Je nach dem ist man für eine lange Laufzeit und eine feste Monatsspende an ein – möglicherweise unseriöses – Projekt gebunden. "Erst wenn ich mich richtig mit einem Spendenprojekt befasst habe und ich sicher der Meinung bin: Das möchte ich von Herzen unterstützen, kann ich mich auch ruhigen Gewissens auf eine Fördermitgliedschaft einlassen", sagt Verbraucherschützerin Désirée Fuchs.

Werbepost mit Geschenken
Oft erreichen einen die Spendensammler auch zuhause, im Briefkasten. Wer einmal auf einen sogenannten Bettelbrief hin gespendet hat, wundert sich möglicherweise über die Flut von ähnlichen Briefen, die einen daraufhin erreicht. Häufig werden nämlich Adressen von Spendern weiterverkauft. Den Briefen liegen manchmal auch kleine Geschenke bei – für die man einen freiwilligen Geldbetrag senden kann. Auch solche kleinen Beilagen könnten schon daraufhin deuten, dass der Absender nicht sehr vertrauensvoll ist, sagt Verbraucherschützerin Fuchs.

Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht regelmäßig ein Verzeichnis mit anerkannten Behindertenwerkstätten. Sollten die Waren angeblich aus Blindenarbeit stammen, dann erkennt man sie an einem gesetzlichen Zeichen: zwei Hände, die nach der Sonne greifen. Seriöse Verkäufer von Blindenwaren haben in der Regel den orangefarbenen Blindenwaren-Vertriebsausweis zur Hand.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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