Ein älteres Paar geht spazieren. (Foto: Pixabay/pasja1000)

Seniorenversicherungen – was ist notwendig?

Sarah Sassou   17.06.2020 | 10:34 Uhr

Jeder Altersabschnitt stellt andere Anforderungen an eine Versicherung und das gilt auch für Seniorenversicherungen. Das Berufsleben liegt hinter einem, möglicherweise hat man das zu groß gewordenen Eigenheim gegen eine Wohnung ausgetauscht, das Auto wird nur noch für gelegentliche Einkaufs- und Ausflugsfahrten genutzt. Hat sich die Lebensweise so verändert, sollten auch die Versicherungen auf den Prüfstand.

SR3-Verbrauchertipp: Seniorenversicherungen – was ist notwendig?
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 17.06.2020, Länge: 04:48 Min.]
SR3-Verbrauchertipp: Seniorenversicherungen – was ist notwendig?

Dazu sollte man zunächst einmal nachschauen, ob die Deckungssummen und die Bedingungen noch zur aktuellen Lebenssituation passen, rät Eva-Maria Loch von der Verbraucherzentrale des Saarlandes. Wenn man nicht mehr berufstätig ist, braucht man auch keine Berufsunfähigkeits- oder Berufshaftpflichtversicherung mehr. 

Gegen Beschädigungen weiterhin absichern

An einer privaten Haftpflichtversicherung sollte man auch im Rentenalter festhalten, rät Eva-Marie Loch. Aber überprüfen sollte man sie trotzdem: Möglicherweise hat man einen Familientarif abgeschlossen, der nicht mehr notwendig ist. Lebt man selbst alleinstehend im Haushalt eines Kindes, kann man sich auch in dessen Familienversicherung aufnehmen lassen. Oder man kann bei seiner Versicherung nach einem Seniorenrabatt fragen.

Auch weiterhin wichtig ist die Hausratversicherung. Hier sollte man noch mal nachschauen, ob die bei Abschluss der Versicherung angegebenen Werte noch stimmen. Und wenn man Wohneigentum hat, ist die Wohngebäudeversicherung unabdingbar. 

Unfallversicherung überdenken

Eine reine Unfallversicherung ist dagegen für Senioren nicht mehr unbedingt so wichtig, weil sie nach einem Unfall Einkommensausfälle zu einem Teil auffangen soll. Da es aber keine Rentenausfälle gibt, macht die Unfallversicherung in vielen Fällen keinen Sinn mehr, sagt Verbraucherschützerin Eva-Maria Loch – mit einer Einschränkung: Sind die Bedingungen der bestehenden Unfallversicherung so gut und kann man sich die Prämien problemlos leisten, könne man die Versicherung auch behalten. Ansonsten kann es sinnvoll sein, sich über spezielle Senioren-Unfallversicherungen zu informieren. Wichtig sei aber, so Eva-Maria Loch, folgende Bedingungen:

  • Hilfeleistungen liegen über sechs Monate
  • Hilfeleistungen werden organisiert und bezahlt
  • Oberschenkelhalsbruch, Herzinfarkt oder Diabetes gelten als Unfall
  • Unfälle durch Medikamenteneinnahme sind eingeschlossen
  • Kein Höchstalter

An Pflegezusatz denken?

Pflegekosten-, Pflegerenten- oder Pflegetagegeldversicherungen sollte man bis Mitte 50 abgeschlossen haben, sagt Eva Maria Loch. Wer den Zeitpunkt verpasste habe, könne sich dennoch Angebote einholen. Von einer Sterbegeldversicherung wird jedoch abgeraten, weil sie meist mehr kostet, als später ausgeschüttet wird.

Corona-Versicherungen

Der Bund der Versicherten sieht es in den meisten Bereichen nicht als notwendig an, dass zusätzliche Versicherungen wegen der Corona-Pandemie abgeschlossen werden. Ohnehin empfohlen wird bei Reisen ins Ausland eine entsprechende zusätzliche Krankenversicherung. Hier kann man darauf achten, dass auch Pandemien abgedeckt sind.

Pflichtversicherungen

Keinen Spielraum haben Senioren dagegen bei der Kranken- und bei der Kfz-Haftpflichtversicherung. Beide sind gesetzlich vorgeschrieben. Menschen, die 90 Prozent der zweiten Hälfte ihres Erwerbslebens gesetzlich versichert waren, kommen in die Krankenversicherung der Rentner, sie zahlen dann günstigere Beiträge. Unter bestimmten Bedingungen ist es auch möglich, sich dort aufnehmen zu lassen, die Beiträge sind für freiwillig Versicherte aber höher. Das geht aber nicht für privat Krankenversicherte. Sie dürfen auch ab dem 55. Lebensjahr nicht mehr in eine gesetzliche Krankenkasse wechseln. Da die Beiträge im Alter ansteigen, kann man versuchen, die Kosten zu minimieren – indem man beispielsweise einen Zuschuss zur privaten Krankenkasse beantragt.

Ein erster Bedarfscheck auf der Internetseite des Bundes der Versicherten kann weiterhelfen.

Über dieses Thema haben auch die Bunten Funkminuten auf SR3 vom 17.06.2020 berichtet.

"Gut zu wissen" - immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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